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Schule und Digitalisierung - Wir brauchen eine Netz-Verkehrserziehung!
welche die Gesellschaft dazu bestimmt hat, Jugendlichen die wichtigsten Kulturtechniken zu vermitteln: Schulen und Lehrer. In den Schulen ist ein Lehr- und Lernvakuum entstanden. Hier Jugendliche, die mit glitzernden Netzzugangsgeräten hantieren, ohne Risiken wirklich abschätzen zu können. Dort Lehrer, die oft noch mit der Technik kämpfen.
Chancen und Risiken aufzeigen

Was wir brauchen, ist beides: eine vernünftige Einführung in die Chancen digitalen Lernens – und zugleich eine Aufklärung über die Risiken. Eine Aufklärung, die Perspektiven jenseits radioaktiver Verstrahlung aufzeigt.

Die didaktischen Spielräume des Digitalen sind faszinierend: Schüler können mit größerer Reichweite als bisher kooperieren. Individuelle multimediale Schulbücher, die mit dem Gutenberg-Prinzip nur noch wenig zu tun haben, machen Schüler zu Wissensproduzenten. Videolernen und das "umgedrehte Klassenzimmer" eröffnen Freiräume für intensivere Einzel-Betreuung. Diese Möglichkeiten sollten wir Jugendlichen nicht vorenthalten.

Gleichzeitig gibt es Risiken, vor denen wir sie bewahren sollten.
Eine Netzverkehrserziehung fehlt

Schule bereitet Kinder ganz selbstverständlich im Verkehrsunterricht auf die Straße vor. Aber so etwas wie eine Netzverkehrserziehung gibt es praktisch nicht. Die Suchtambulanzen der Unikliniken plädieren längst dafür eine Krankheit namens "Internetsucht" zu definieren. Digitale Fremdbestimmung droht gerade, wenn beim Lernen massenhaft erfasst und gespeichert werden.

Und eine Studie im Auftrag des Familienministeriums zeigt: Über 700.000 Erwachsene suchen über das Netz sexuelle Kontakte zu Kindern und Jugendlichen. Ein Drittel dieser Cybergroomer tarnt sich im Netz – als Kind, mit falschem Namen oder mit einem lustigen Avatars-Symbol. Die Vorstellung von Medienpädagogen, Sechs- bis Zehnjährige könnten im Netz des Tarnens und Täuschens digitale Selbstbestimmung ausüben, ist bestenfalls naiv
ciffi  internetsucht  grooming 
november 2016 by MicrowebOrg
Psychologie aktuell: Suchtprävention mit Drogen-Toleranz: Soziologin fordert von der Pädagogik Erziehung zur Drogenmündigkeit
Nach Auffassung von Barsch kann Pädagogik nicht darauf hinarbeiten, dass junge Menschen "die normativen Erwartungen der Gesellschaft in Bezug auf Enthaltsamkeit, Abstinenz und Mäßigung fraglos übernehmen, also auf einen selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Substanzkonsum verzichten. Eine solche Form der Pädagogik ist abzulösen durch eine akzeptierende Pädagogik.
internetsucht  paedagogik 
november 2016 by MicrowebOrg
DSM-IV und DSM-5: Was hat sich tatsächlich verändert? - FullText - Verhaltenstherapie 2013, Vol. 23, No. 4 - Karger Publishers
Störungen im Zusammenhang mit Psychotropen Substanzen finden sich im DSM-5 in dem Kapitel zu Substanzbezogenen und Abhängigkeitsstörungen wieder. In einem Unterkapitel zu Nicht-Substanzabhängigen Störungen wurde das Pathologische Spielen im DSM-5 ebenfalls in das Kapitel zu Abhängigkeiten integriert. (Im DSM-IV war Pathologisches Spielen unter Störungen der Impulskontrolle eingeordnet.)

. In das DSM-5 wurden folgende Störungen als Forschungsdiagnosen aufgenommen: Attenuiertes Psychosesyndrom, Depressive Episode mit Kurzzeitiger Hypomanie, Persistierende Komplexe Trauerstörung, Koffeinkonsumstörung, Internet-Spielstörung, Neurobehaviorale Störung im Zusammenhang mit Pränataler Exposition zu Alkohol, Suizidale Verhaltensstörung, Nicht-Suizidale Selbstverletzung.

Hintergrund

«Die Psycho-Falle», «Zurück zum Normalen», «Wann wird seelisches Leiden zur Krankheit?»: Unter diesen und ähnlichen Überschriften wurde das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (DSM-5; [American Psychiatric Association (APA), 2013]) in (populär-)wissenschaftlichen Beiträgen bereits vor der Erscheinung intensiv diskutiert. Befürchtet wurden unter anderem eine Inflation von Diagnosen und die Pathologisierung alltäglicher Phänomene. Nach einem insgesamt 14-jährigen Entstehungsprozess, an dem ca. 400 Personen unterschiedlicher Fachgruppen und 39 verschiedener Länder beteiligt waren, ist die englische Fassung des DSM-5 im Mai 2013 erschienen. Um die damit finalisierten Änderungen gegenüber der Vorgängerversion (DMS-IV-TR; [APA, 2000]) angemessen einschätzen und gegebenenfalls in Forschung und Praxis zielführend nutzen zu können, sollen wesentlichen Änderungen in diesem Beitrag zusammenfassend dargestellt werden.

Inhaltlich befürchten Kritiker wie Frances durch die Etablierung neuer Diagnosen und Verringerung von Schwellen unter anderem eine (medikamentöse) Überbehandlung, eine fehlerhafte Verteilung knapper Ressourcen des Gesundheitssystems und eine zunehmende Stigmatisierung der Bevölkerung. Häufige Kritik wird dabei unter anderem an der Aufhebung von Trauer als Ausschlusskriterium für Major Depression, der Einführung Leichter Neurokognitiver Störungen und der Diagnose der Disruptiven Stimmungsdysregulationstörung geübt.

Für eine faire Bewertung der aktuellen Revision sollte man sich bei der Beurteilung einzelner Kritikpunkte jedoch auch bewusst machen, welchen Sinn diese Änderungen andererseits haben. Mitglieder des DSM-5-Komitees bekunden den Wunsch, durch Neuerungen Fortschritte in der Behandlung von Patienten und der Benutzerfreundlichkeit des Manuals zu erzielen [Regier et al., 2013]. Die Einführung neuer Diagnosen wie der Disruptiven Stimmungsdysregulationstörung, welche sich im Gegensatz zu der Bipolaren Störung durch nichtepisodische Reizbarkeit auszeichnet, der Leichten Neurokognitiven Störung und der Unterscheidung zwischen Schweregraden spiegeln das Bemühen wider, Personen möglichst früh adäquate Behandlungen zukommen zu lassen. Ergänzende inhaltliche Spezifikationsmerkmale wie «mit ängstlichen Symptomen», «mit gemischten Merkmalen» bei depressiven Störungen oder «mit begrenzten prosozialen Emotionen» bei der Störung des Sozialverhaltens enthaten wichtige therapierelevante Informationen [Regier et al., 2013]. Veränderungen im Gesamtsystem sollen dazu dienen, das Diagnosesystem auf den neusten Stand der Forschung zu bringen.

Wie hilfreich das Diagnosesystem ist, werden zukünftige Studien zeigen müssen. Angesichts unterschiedlichster Interessenslagen und Funktionen des DSM sind anhaltende, kontroverse Diskussionen und Evaluationen zu erwarten. So haben Patienten und Patientenorganisationen ein Interesse an einem Diagnosesystem, das das Recht auf möglichst effektive Behandlung stärkt und Stigmatisierungstendenzen entgegen wirkt. Therapeuten erwarten, dass Syndrome von hoher klinischer Relevanz über griffige Diagnosen in einer Weise kodiert werden, die eine wesentliche Hilfe bei der Auswahl erfolgversprechender Behandlungen leistet. Wissenschaftler fokussieren auf die Maximierung der Reliabilität und Validität der Diagnosen (und die Förderung der eigenen Interessensbereiche). Juristen wünschen sich exakte und eindeutige Kriterien. Für die im Bereich psychischer Störungen tätigen Wirtschaftunternehmen (z.B. aus der Pharmaindustrie) ist ein Diagnosesystem am interessantesten, bei dem möglichst viele Menschen mit Diagnosen belegt werden, die wirtschaftlich maximal profitable Therapien rechtfertigen. Andere Wirtschaftszweige wünschen sich dagegen zur Senkung von Kosten durch Absentismus Kategoriensysteme, die eher höhere Schwellen für die Aufhebung der Arbeitsfähigkeit implizieren. Auf einen kurzfristig ausgeglichenen Haushalt bedachte Politiker präferieren Systeme, die möglichst wenig Patienten mit Diagnosen belegen, sodass der Kostendruck auf das Gesundheitssystem reduziert wird. Politiker, für die die langfristige Gesundheit der Bevölkerung ein zentrales Anliegen darstellt, bevorzugen dagegen Klassifikationssysteme, die über niedrigere Diagnoseschwellen die Finanzierung von Frühmaßnahmen erleichtern.
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november 2016 by MicrowebOrg
Auch eine Entscheidung - bytheway
Vor kurzem hielt ich vor Psychotherapeuten einen Vortrag über die Chancen und Risiken der digitalen Revolution für die psychische Gesundheit. Es ging darum, inwiefern eine im qualitativen oder quantitativen Sinne exzessive Internetnutzung schädlich sein kann, aber auch um die Frage, wie man Computer in der Psychotherapie sinnvoll anwenden kann. Dabei habe ich ebenso versucht, die Sorge um einige vermeintliche Gefahren zu entkräften, wie einige aus meiner Sicht problematische therapeutische Anwendungen angemessen zu kritisieren. Die Beobachtung, dass jedes digitale Mittel wie jeder analoge Gegenstand auch zur Waffe werden kann und es einfach nur an uns liegt, wie wir sie verwenden, ebenso wie die Beobachtung, dass auch bei der Psychotherapie im Netz der entscheidende Faktor die Güte der Beziehung ist, scheint die wenigsten Psychotherapeuten zu beruhigen. Ich wollte durchaus Widerspruch erregen, indem ich Widersprüchlichkeiten im Zuge übereilt vereinfachender Bewertungen aufzeigte.
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november 2016 by MicrowebOrg
Broschüre 10 Jahre Bremer Fachtag Mediensucht | MEKOcloud
"Mediensucht bezeichnet die exzessive Nutzung von Medien, in der Regel von Computerspielen oder Webinhalten, die zu Einschränkungen im Alltag führen können. Betroffene füllen meist große Teile ihres Tages mit den Medien und vernachlässigen dabei soziale Kontakte und wichtige Pflichten." (Ihre Arbeitsdefinition)
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november 2016 by MicrowebOrg
Fachtag zur Mediensucht - Neueste Nachrichten aus Potsdam
Um den exzessiven Gebrauch von Computern und Internet geht es bei einem Fach- und Praxistag, den die AWO-Suchtberatungsstelle gemeinsam mit dem Chill Out e.V., der Fachstelle für Konsumkompetenz, am Mittwoch kommender Woche veranstaltet. Die sogenannten neuen Medien hätten zwar großes Potenzial bei der Wissensvermittlung, gleichzeitig gebe es aber auch Gefahren, etwa die Mediensucht, heißt es in der Einladung. Über positive und negative Wirkungen des Mediengebrauchs sollen interessierte Lehrer, Eltern und Schüler bei dem Fachtag am Babelsberger Filmgymnasium, Großbeerenstraße 189, aufgeklärt werden. Außerdem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man unkontrolliertem Medienkonsum vorbeugen und Betroffene unterstützen kann.
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november 2016 by MicrowebOrg
Medien_leiden_schaf(f)t - Fachtag Mediensucht und Prävention - AUSGEBUCHT! | Lakost
anzeigen zu glücksspielsucht und "regionale suchtprävention"
medienwissen: "wir helfen abzuschalten"

auch hier: es geht überhaupt nicht um harte sucht, sondern exzessiv/problematisch, was bedeutet: alles was (1) das normale vernachlässigt, (2) nicht ausgeglichen und glücklich ist.
der unglückliche exzess-user ist aber nicht "süchtig". man kann und soll ihn beraten, wenn er mag & wenn es ihm hilft, aber der grund ist sicher nicht "das intenet", sondern eben das unglück.
auch ein fanatischer rechtstroll ist nicht "süchtig". das ist schon ein problem, aber eben ein anderes.



Mit der Pflege ihrer Netzwerkprofile,dem Kampf in virtuellen Welten, dem Chatten, dem Recherchieren und Musik hören verbringen einige Kinder und Jugendliche mehr Zeit als beim Miteinander im „realen“ Leben.Doch wo hört die kreative und motivierende Faszination für technologischen Fortschritt auf und wann wird die Leidenschaft zur MedienSucht die leidenschaf(f)t?Lehrer, Sozialpädagogische Fachkräfte, Eltern und andere Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, suchen immer wieder nach Wegen, Konzepten und Methoden, um junge Menschen bei der Entwicklung ihrer Medien(nutzungs)kompetenz zu unterstützen.
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november 2016 by MicrowebOrg
10. Bremer Fachtag Mediensucht: Auf der Suche nach dem digitalen Gleichgewicht | heise online
bericht: von "sucht" ist nur andeutungsweise im satz unten die rede, sonst das übliche über gleichgewicht, smartphone usw.

Die Hochkonjunktur der Achtsamkeitstrainer brachte Klimmt in einen Zusammenhang mit der Verbreitung der sozialen Medien. Wer ständig die Online-Sphäre beobachten müsse und sich dazu gezwungen sehe, auf Input sofort zu reagieren, der benötige vielleicht jemand, der ihm beibringt, wieder im Moment zu leben. Da diese Stressfaktoren potenziell alle Online-Nutzer betreffen könnten, würden krankhafte Nutzer nicht mehr so auffallen, resümierte Klimmt.
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november 2016 by MicrowebOrg
⭐Machen Medien süchtig? Perspektiven auf das Phänomen Exzessive Mediennutzung im Jugendalter
Text online Kammerl 2013

-- zweifelhafte Epidemiologie
-- Studien (ua von Kammerl ua):
erheben "exzessiven Gebrauch" in Schulklassen
PINTA 2011: 4,9% der Mädchen "als internetabhängig klassifiziert" (von außen)
6% der FAMILEIEN melden "exzessive Internetnutzung"
nach Instrument CIUS (Suchtforschun/Internet) "als problematisch eingestuft"
merkmale der medienangebite irgendwie "als mitverantwortlich eingeschätzt" ((für was? Leiden? daddeln?))
Komorbidität (KO heißt Internetsucht = Morbus): ADHSm, Depression ((evtl "Folge"? "unklar"))

Kammerl 2013

faktisch reden sie IMMER von "exzessiver Internetnutzung", die von AUSSEN klassifiziert und als "problematisch" eingestuft wird !!
"eI meint Nutzungsverhalten, das von Nutzenden und/oder ihren Angehörigen als übermäßig ud deshalb als problematisch erlebt (!!) wird"

"Pathologisierung" als Gefahr erwähnt (aber nicht behandelt)
"wenn Kontrollverlust droht oder bereits eigetreten ist" ((wer sagt das??))

"Übergänge fließend":
Wichtige Frage, "unter welchen bedingungenein exzessives in ein pathologisches Verhalten mündet"
"weitgehend unerforscht"


"pathologischer Charakter"? >> Suchthilfe oder Erzeihungsberatung
"Hierfür mpssen diagnostische Kriterien und klar definierte Orientierungspunbkte herausgearbeitet werden"
WER stellt diesen Verdacht fest???
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november 2016 by MicrowebOrg
Verhaltenssüchte und ihre Folgen – - Eckpunktepapier_Verhaltenssüchte_und_ihre_Folgen_.pdf
Neue Medien als Arbeitsmittel, Informationsquelle und Freizeitbeschäftigung sind aus der heutigen
Informationsgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Ziel von Präventionsmaßnahmen muss es sein,
einen reflektierten und kompetenten Gebrauch in Schul
- und Ausbildungsstätten zu fördern. Dazu
ist es zunächst wichtig, umfassend aufzuklären und praktische Tipps für einen gesunden Umgang
mit den neuen Medien zu entwickeln und zu verbreiten

icht jede Leidenschaft bedeutet Abhängigkeit. Kernkriterien der Diagnostik sollten deshalb
neben
dem subjektiven Leidensdruck de
n Verlust eigener Handlungsmöglichkeiten und die Ve
rengung der
Verhaltensvielfalt auf die suchtbezogenen Tätigkeiten trotz schädlicher Folgen umfassen.
Eine Pathologisierung individueller Verhaltensweisen auf Grund ihrer sozialen "Unerwünschtheit"
muss vermieden werden.

Di
e „Unfreiheit des Willens“ als zentrales Merkmal der Sucht spiegelt sich
auch in den diagnostischen Kriterien der ICD
-10 wieder: Als Kernelement wird der Kontrollverlust
angesehen. Der Betroffene hat Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren bezüglich
des Beginns, der
Beendigung und der Menge des Konsums. Außerdem kommt es zu fortschreitender Vernachlässigung
anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen, d. h. das Verlangen nach der Substanz
wird zum Lebensmittelpunkt. Der Gebrauch der Substanz(en) wird wider besseres Wissen
und trotz
eintretender schädlicher Folgen fortgesetzt. Des Weiteren berichten die Betroffenen über ein starkes, oft
unüberwindbares Verlangen, die Substanz zu konsumieren (sogenanntes
Craving
).

Erst in jüngster Vergan
genheit wurden eine ganze Reihe von
Verhaltensweisen, die exzessiv betrieben zum Problem werden, wie Glücksspiele, Essen, Sex, das Schauen
von pornographischem Filmmaterial, PC
- und Internetgebrauch, das Spielen von Videospielen, spirituelle
Zwänge (im Geg
ensatz zur religiöse
n Hingabe) und Einkaufen (Petry, 2006; Holden, 2001) als
Verhaltenssüchte
diskutiert. Dieser Begriff
bezieht sich auf die Tatsache, dass sich zunächst normale,
angenehme Tätigkeiten in unangepasste, immer wiederkehrende Verhaltensweisen
verwandeln. Diese
werden aufgrund eines quasi „unwiderstehlichen“ Verlangens, Anreizes oder Impulses, den das Individuum

kaum kontrollieren kann, häufig ausgeführt, obwohl das Verhalten in dieser Intensität der Person und/oder
anderen Schaden zufügt (Grant et al., 2010a
). Die „Verhaltenssucht“ stellt eine chronische Erkrankung dar,
bei der ein anhaltendes Risiko besteht, auch nach langen Abstinenzzeiträumen rückfällig zu werden. Bei
„Verhaltenssüchten“ werden analog zur „Substanzabhängigkeit“ auch Phänomene wie Entzugssymptome
(Rosenthal and Lesieur, 1992) und Toleranzeffekte beobachtet (Grant et al., 2010
a). Seit geraumer Zeit ist
daher eine zentrale diagnostische Frage, ob „Verhaltenssüchte“ mehr Ähnlichkeiten mit
„Substanzabhängigkeit“ aufweisen oder ob sie den „Impulskontrollstörungen“ oder auch den
„Zwangserkrankungen“ zuzuordnen sind. In den zwei wichtigsten Diagnosesystemen psychischer
Erkrankungen, der Internationalen Klassifikation der Krankheiten 10. Revision (ICD
-10; WHO, 1992) und dem
Diagnostischen und Statistischen Manual für Psychische Störungen 4. Revision (DSM
-IV; APA, 1994
) ist
derzeit nur das „pathologische Glücksspiel“ enthalten, welches aber nicht im Suchtkapitel, sondern als
„Störung der Impulskontrolle“ eingeordnet wird. In der fünften Auflage des DSM werden
„Verhaltenssüchte“ als neue Kategorie eingeführt mit „pathologischem Glücksspiel“ als einziger
„Verhaltenssucht“. „Internetabhängigkeit“ wird als Forschungsdiagnose im Anhang aufgenommen, da die
wenigen Studien noch keine klaren Zuor
dnungen erlauben (Holden, 2010). Dagegen wird die WHO in der
ICD 11 wahrscheinlich neben
der
„Glücksspiel
sucht
“ eine Sammelkategorie „Weitere Verhaltenssüchte“
einführen
, in die auch „Internetgaming“ aufgenommen werden soll
.

Die erwartete Reklassifizierung
so
genannter „nicht
-stoffgebundener Süchte“ von Impulskontrollstörungen zu Suchterkrankungen basiert auf
der Zunahme unterstützender wissenschaftlicher Evidenz: Ü
berzeugende Übereinstimmungen zwischen
„stoff
gebundenen“
-
und „nicht
-stoffgebundenen
Süchten“
wurden sowohl hinsichtlich des
Krankheitsverlaufs (chronisch rezidivierender Verlauf mit höherer Verbreitung und Prävalenz unter
Jugendlichen und jungen Erwachsenen), der Phänomenologie (subjektives Craving, Toleranzentwicklung und
Entzug), möglicher Komo
rbiditäten (Depression, Angsterkrankungen, ADHS)
, des Behandlungsverlaufs als
auch im Hinblick auf genetische Veranlagung und neurobiologischen Mechanismen (der Rolle der
Neurotransmitter Glutamat, der Opioide, des Serotonins und des dopamin/endorphinerg
en
mesokortikolimbischen Belohnungssystems) berichtet (vgl. Grant et al., 2010b
; Grüsser und Thalemann,
2006). Bisher verfügbare Daten wurden primär an Glücksspielern und exzessiv das Internet nutzenden
Individuen erhoben. Die Evidenz bezüglich anderer Verha
ltensweisen, die exzessiv betrieben und
problematisch entgleiten können, ist dagegen nicht ausreichend, um Schlussfolgerungen hinsichtlich einer
möglichen Eingruppierung als „Verhaltenssüchte“ zuzulassen

Evidenz

Interaktive Bildschirmmedien sind weit verbreitet und führen bei einem Teil der Nutzer zu einem
pathologischen Gebrauch, der phänomenologisch deutliche Ähnlichkeiten zu stoffgebundenen
Suchterkrankungen aufweist. Pathologischer Internetgebrauch ist in den verschiedenen Nutzungsformen
jedoch divers. Zu unterscheiden ist dabei die international bisher am besten untersuchte suchthafte
Nutzung von Computerspielen von in abhängiger Weise betriebenen Internetaktivitäten wie etwa der Pflege
von Onlinebeziehungen, der Nutzung von Onlinepornographie und monetären Glücksspiel
- und
Shoppingangeboten sowie dem abhängigen Surfen und Recherchieren im Internet. Bisher weitgehend
unklar ist, ob die Befunde zum suchtartigen
Computerspiel ohne weiteres auf andere pathologisch
e
Nutzungsformen übertragbar sind. Zudem fehlten in der Vergangenheit einheitliche Klassifikationskriterien
für diese postulierten Störungsbilder, was die Aussagekraft bisheriger Studien einschränkt.

Aus einer Übersichtsarbeit von King et al. (2011
), die acht Behandlungsstudien einschloss, geht hervor, dass
erstens Internetsucht in heterogener Art und Weise klinisch diagnostiziert wird und dass zweitens nur eine
der Studien ein kontrolliertes und randomisiertes Design für sich beanspruchen konnte. In kaum einer der
auf
geführten Studien wurde das genaue therapeutische Prozedere umfänglich beschrieben. In der
überwiegenden Mehrheit der Studien wurde die kognitive Verhaltenstherapie angewandt oder eine
Kombination verschiedener Therapieansätze. Pharmakologische Interventio
nen waren nur selten vertreten.
Zur Bestimmung bestehender Therapieangebote in Deutschland führten Petersen und Thomasius im Jahre
2010 eine Befragung an verschiedenen Behandlungs
- und Beratungseinrichtungen durch. Die Ergebnisse
zeigen, dass insbesondere Ambulanzen einen Großteil der Versorgung tragen. Gleichzeitig erweist sich, dass
es derzeit bundesweit nur sehr wenige Spezialambulanzen gibt. Die vorwiegend eingesetzte
Psychotherapieform ist die Verhaltenstherapie, gefolgt von Ansätzen aus der systemischen Beratung. Auch
in dieser Befragung ergab sich, dass in den Einrichtungen sehr unterschiedliche Operationalisierungen des
Störungsbildes, einhergehend mit unterschiedlichen diagnostischen Standards vorherrschen. Für den
Bereich der stationären Versorgung
bieten nur wenige Kliniken Spezialangebote für das pathologische
Internetverhalten an. Die Behandlungen finden in der Regel mehrwöchig in Rehabilitationskliniken stat

Kritisch anzumerken ist allerdings, dass der gewählte
Untersuchungsansatz die Schlussfolgerung der Autoren, es handle sich beim pathologischen
PC/Internetgebrauch um ein eigenständiges Krankheitsbild, aufgrund methodischer Einschränkungen
(Selektivität der Stichproben und a priori Annahmen für die Auswahl von Untersuchungsinstrumenten)
kontrovers bleibt. U

insbesondere kognitiv
-behaviorale Behandlungsansätze als wirksam zu
erweisen scheinen. Die Förd
erung einer intrinsischen Veränderungsmotivation, die Wiederaufnahme
alternativer Verhaltensweisen und die Fokussierung auf das Wiedererlangen von Kontrolle über das eigene
Konsumverhalten stellen dabei wichtige Therapieelemente dar. Auch die Aufnahme real
er sozialer
Kontakte, verbunden mit der Vermittlung sozialer Kompetenzen ist bisherigen Erfahrungen nach ein
zentraler … [more]
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november 2016 by MicrowebOrg
Internet Addiction: A Brief Summary of Research and Practice
forschungsstand 2012

liste der diagnose-kriterien
liste der therapeutische ansätze

ändert nicht am gesamtbild:
keine aussage, was diese störungen genau SIND
große streuung und unsicherheit bei theoretischen aussagen

ja, es gibt leute, die an schweren störungen leiden & hilfe benötigen, die mit einer fixierung auf internet-inhalte einhergehen.

wie man das im detail klassifiziert und trial/error-haft behandelt, wenn es manifest auftritt, interessiert mich nicht. da vertraue ich pauschal den profis. sie werden es schon richtig machen.

es ist mir letztich egal, welchen anteil hirn-dispositionen haben (quasi-substanzhaft), oder ob es "nur" verhaltensstörungen sind, oder multifaktoriell alles mögliche.

mich interessiert die frage, welche aussagen sich daraus über das verhältnis der gesellschaft zum internet ableiten lassen. (imho: keine)

und wie man mit den leuten und den verhaltensweisen umgeht, die man im sinne einer "prävention" als "gefährdet" erfasst -- sowohl im öffentlichen diskurs als auch im konkrten umgang. das betrifft auch und gerade das selbstbild der leute.

ich kann bisher nicht erkennen, inwieweit dort das weitverzweigte therapeuten-netzwerk und ihre praktiken dazu beiträge leisten.

einstweilen würde ich sagen:
"internet-abhängigkeit" als schwere, zu therapierende störung ist als phänomen (äußerliche klassifikation) immer nur genau dann gegeben, wenn ein betroffener großen leidensdruck hat und hilfe sucht.

jede verallgemeinerung außerhalb dieser ganz konkreten situationen ist unzulässig: man weiß schlicht nichts sicheres über die gründe und zusammenhänge der störung. es ist keine klar adressierbare "krankheit".
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november 2016 by MicrowebOrg
DIMDI - ICD-10-GM Version 2017
Schädlicher Gebrauch

Konsum psychotroper Substanzen, der zu Gesundheitsschädigung führt. Diese kann als körperliche Störung auftreten, etwa in Form einer Hepatitis nach Selbstinjektion der Substanz oder als psychische Störung z.B. als depressive Episode durch massiven Alkoholkonsum.

Missbrauch psychotroper Substanzen

.2
Abhängigkeitssyndrom

Eine Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen, die sich nach wiederholtem Substanzgebrauch entwickeln. Typischerweise besteht ein starker Wunsch, die Substanz einzunehmen, Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren, und anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlicher Folgen. Dem Substanzgebrauch wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben. Es entwickelt sich eine Toleranzerhöhung und manchmal ein körperliches Entzugssyndrom.

Das Abhängigkeitssyndrom kann sich auf einen einzelnen Stoff beziehen (z.B. Tabak, Alkohol oder Diazepam), auf eine Substanzgruppe (z.B. opiatähnliche Substanzen), oder auch auf ein weites Spektrum pharmakologisch unterschiedlicher Substanzen.

Chronischer Alkoholismus
Dipsomanie
Nicht näher bezeichnete Drogensucht

.3
Entzugssyndrom

Es handelt sich um eine Gruppe von Symptomen unterschiedlicher Zusammensetzung und Schwere nach absolutem oder relativem Entzug einer psychotropen Substanz, die anhaltend konsumiert worden ist. Beginn und Verlauf des Entzugssyndroms sind zeitlich begrenzt und abhängig von der Substanzart und der Dosis, die unmittelbar vor der Beendigung oder Reduktion des Konsums verwendet worden ist. Das Entzugssyndrom kann durch symptomatische Krampfanfälle kompliziert werden.
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november 2016 by MicrowebOrg
DIMDI - ICD-10-GM Version 2017
Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

In dieser Kategorie sind verschiedene nicht an anderer Stelle klassifizierbare Verhaltensstörungen zusammengefasst. Sie sind durch wiederholte Handlungen ohne vernünftige Motivation gekennzeichnet, die nicht kontrolliert werden können und die meist die Interessen des betroffenen Patienten oder anderer Menschen schädigen. Der betroffene Patient berichtet von impulshaftem Verhalten. Die Ursachen dieser Störungen sind unklar, sie sind wegen deskriptiver Ähnlichkeiten hier gemeinsam aufgeführt, nicht weil sie andere wichtige Merkmale teilen.

Exkl.:
Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle, die das sexuelle Verhalten betreffen (F65.-)
Gewohnheitsmäßiger exzessiver Gebrauch von Alkohol oder psychotropen Substanzen (F10-F19)

F63.0
Pathologisches Spielen

Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

Zwanghaftes Spielen

Exkl.:
Exzessives Spielen manischer Patienten (F30.-)
Spielen bei dissozialer Persönlichkeitsstörung (F60.2)
Spielen und Wetten o.n.A. (Z72.8)

F63.1
Pathologische Brandstiftung [Pyromanie]

Die Störung ist durch häufige tatsächliche oder versuchte Brandstiftung an Gebäuden oder anderem Eigentum ohne verständliches Motiv und durch eine anhaltende Beschäftigung der betroffenen Person mit Feuer und Brand charakterisiert. Das Verhalten ist häufig mit wachsender innerer Spannung vor der Handlung und starker Erregung sofort nach ihrer Ausführung verbunden.

Exkl.:
Brandstiftung:

als Grund zur Beobachtung wegen des Verdachtes einer psychischen Störung (Z03.2)
bei Intoxikation mit Alkohol oder psychotropen Substanzen (F10-F19, vierte Stelle .0)
bei organischen psychischen Störungen (F00-F09)
bei Schizophrenie (F20.-)
bei Störungen des Sozialverhaltens (F91.-)
durch Erwachsene mit dissozialer Persönlichkeitsstörung (F60.2)

F63.2
Pathologisches Stehlen [Kleptomanie]

Die Störung charakterisiert wiederholtes Versagen Impulsen zu widerstehen, Dinge zu stehlen, die nicht dem persönlichen Gebrauch oder der Bereicherung dienen. Statt dessen werden die Gegenstände weggeworfen, weggegeben oder gehortet. Dieses Verhalten ist meist mit wachsender innerer Spannung vor der Handlung und einem Gefühl von Befriedigung während und sofort nach der Tat verbunden.

Exkl.:
Ladendiebstahl als Grund zur Beobachtung wegen des Verdachtes einer psychischen Störung (Z03.2)
Organische psychische Störungen (F00-F09)
Stehlen bei depressiver Störung (F31-F33)

F63.3
Trichotillomanie

Bei dieser Störung kommt es nach immer wieder misslungenem Versuch, sich gegen Impulse zum Ausreißen der Haare zu wehren, zu einem beachtlichen Haarverlust. Das Ausreißen der Haare ist häufig mit dem Gefühl wachsender Spannung verbunden und einem anschließenden Gefühl von Erleichterung und Befriedigung. Diese Diagnose soll nicht gestellt werden, wenn zuvor eine Hautentzündung bestand oder wenn das Ausreißen der Haare eine Reaktion auf ein Wahnphänomen oder eine Halluzination ist.

Exkl.:
Stereotype Bewegungsstörung mit Haarezupfen (F98.4)

F63.8
Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

In diese Kategorie fallen andere Arten sich dauernd wiederholenden unangepassten Verhaltens, die nicht Folge eines erkennbaren psychiatrischen Syndroms sind und bei denen der betroffene Patient den Impulsen, das pathologische Verhalten auszuführen, nicht widerstehen kann. Nach einer vorausgehenden Periode mit Anspannung folgt während des Handlungsablaufs ein Gefühl der Erleichterung.

Störung mit intermittierend auftretender Reizbarkeit

F63.9
Abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet
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november 2016 by MicrowebOrg
Person | Johannes Herwig-Lempp
Prof. Dr. phil., Dipl.-Soz.päd.,
Systemischer Sozialarbeiter, Supervisor und Fortbilder
geb. 1957, 2 erwachsene Kinder

Systemischer Sozialarbeiter (DGsP)
Systemischer Dozent (DGsP)
Lehrender für systemische Beratung (DGSF)
Systemischer Supervisor (DGSF)
Systemischer Therapeut/Familientherapeut (DAF/DGSF)


Ausbildung/ Weiterbildungen

1993 Promotion über „Drogenabhängigkeit als Erklärungsprinzip – Drogenkonsumenten als Subjekte“
1991-1994 Weiterbildung Supervision (Diakonische Akademie Stuttgart)
1987-90 Weiterbildung Systemische Beratung und Therapie (Intern. Gesellschaft für Systemische Therapie Heidelberg)
1980-84 Sozialpädagogikstudium an der Uni Bremen

Berufliche Tätigkeiten

seit 1998 Professor für Systemische Sozialarbeit/ Sozialarbeitswissenschaften an der Hochschule Merseburg, Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur
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november 2016 by MicrowebOrg
Gundula Barsch – Wikipedia
Barsch wurde im Fach Soziologie promoviert und im Fach Sozialpädagogik habilitiert. Sie war 1981 bis 1989 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Wissenschaften der DDR, Institut für Soziologie und Sozialpolitik, Forschungsschwerpunkt Lebensweisen und 1989 bis 1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Suchtklinik des Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses in Ostberlin (Schwerpunkt Alkohol und Alkoholmissbrauch). 1992 bis 1995 Leiterin des Forschungsprojektes Entwicklung des Drogenkonsums unter Ostberliner Jugendlichen und von 1994 bis 1998 Leiterin des Referats Drogen und Menschen in Haft der Deutschen AIDS-Hilfe. Seit 1998 ist sie Professorin im Lehrgebiet Drogen und soziale Arbeit an der Hochschule Merseburg.

Barsch ist Mitglied im Schildower Kreis, einem Experten-Netzwerk, das gegen die Drogenprohibition argumentiert. Sie etablierte den Begriff Drogenmündigkeit in der deutschen Diskussion.
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november 2016 by MicrowebOrg
Computersüchtig? Pathologischer PC-/Internetgebrauch als neues Störungsbild - petry2016a.pdf.pdf
Viele Eltern, Erzieher/innen, Ärzt/innen, Journalist/innen, Forscher/innen und Po-
litiker/innen sind schnell mit dem Etikett „computersüchtig“ bei der Hand, wenn
Heranwachsende den Computer häufig nutzen. Sie befürchten nicht zuletzt Auswir
-
kungen auf die Leistungsfähigkeit in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf. Doch
die Zusammenhänge sind komplexer, als dies in der Öffentlichkeit dargestellt wird.
Dieser Beitrag setzt sich kritisch mit dem Verhaltenssuchtkonzept auseinander, das
dem aktuellen Diskurs zugrunde liegt, und stellt ihm ein entwicklungspsychopatho-
logisches Störungsmodell entgegen.
Innerhalb des vorherrschenden Suchtdiskurses wird der exzessive PC-/Internetgebrauch
mit den Kriterien der körperlichen Abhängigkeit, wie sie bei stofflichen Süchten auftre-
ten, als Verhaltenssucht definiert. Dies beinhaltet eine nicht statthafte Übertragung der
organpathologischen Begrifflichkeit auf den Bereich des psychischen Erlebens und Ver
-
haltens. Ein alternatives Modell interpretiert den pathologischen PC-/Internetgebrauch
als eine entwicklungspsychopathologische Störung des Sozialverhaltens. Der Rückzug
in virtuelle Welten wird als Regressionsprozess begriffen, um die in der Realität nicht
erfüllten menschlichen Grundbedürfnisse nach Kontrolle, Selbstwertsteigerung und
Bindung zu kompensieren
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november 2016 by MicrowebOrg
Folie 1 - Vortrag_Joerg_Petry.pdf
Petry Internetsucht Kriterien:

Exzessive PC-/Internetaktivität, speziell vom Gaming-, Chatting
- und Surfing ((Surfing kommt dann nie vor))
-

Zurücktreten der Realitätswahrnehmung
Intensiver Wunsch nach sozialer Anerkennung durch virtuelle
Partner
Ausgeprägte Beeinträchtigung des Selbstwertes
Sozialer Rückzug und Abbruch naher Beziehungen
Reduzierte Handlungskontrolle mit eingeschränkter
Medienkompetenz
Typische negative körperlicher, seelische und soziale Folgen
Haufige Depressionen, soziale Ängste und stoffliche Süchte
Petry, J. (2010). Dysfunktionaler und pathologischer PC-und Internet
-Gebrauch. Göttingen: Hogrefe

.
•Zunehmende Einschränkung von
Handlungsmöglichkeiten durch die PC-/Internetaktivität mit Vernachlässigung von
Alternativen

• Gewohnheitsbildung zu einer weniger
bewussten, stärker impulsiven und
reizgesteuerten Handlungsweise

• Teufelskreisartige Zuspitzung durch
negative Konsequenzen, insbesondere
den sozialen Rückzug

Six, U., Gleich, U. & Schröder, A. (2005). Determinanten funktionalen bis dysfunktionalen süchtigen Internetgebrauchs. In K.H. Renner, A. Schütz & F. Machilek (Hrsg.): Internet und
Persönlichkeit (S. 223-237). Göttingen: Hogrefe
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november 2016 by MicrowebOrg
socialnet Rezensionen: Gundula Barsch -- Werner Gross: Was Sie schon immer über Sucht wissen wollten | socialnet.de
Das Interesse an Sucht als zu problematisierendes Phänomen und emotional aufgeladenes Diskussionsthema ist längst aus Expertenkreisen herausgetreten, wird medial mit diversen Berichten und Geschichten bebildert und hat sich mit ganz eigenen Vorstellungen, Vorurteilen und Mythen auch einen beachteten Platz im Alltagsdenken erobert. Scheinbar wissen alle, wovon sie reden, auch wenn jeder dann doch von etwas anderem spricht. Dies nicht nur deshalb, weil sich diesem Phänomen aus sehr unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen genähert wird, die jeweils andere Facetten in den Mittelpunkt ihrer Erklärungsmodelle stellen, sondern auch, weil sich die Vorstellungen von Sucht bzw. Abhängigkeit in den letzten Jahren erheblich verändert haben und nicht zuletzt auch deshalb, weil um die Deutungshoheit dieses Problems auch heftige ideologische Kämpfe entbrannt sind. Insofern erwartet man von diesem Titel eine facettenreiche Sicht auf dieses hochkomplexe und offensichtlich nur mit einer kritischen Distanz zu verstehende Thema.

Es schließt sich ein Überblick über stoffungebundene Verhaltenssüchte an, die ebenfalls entlang bestimmter hochproblematischer Handlungsmuster dargelegt werden, wobei all diese Ausarbeitungen weder einer Systematik folgen, welche Facetten jeweils in den Blick gerückt werden (Geschichte, Epidemiologie, Frage-/Problemstellungen), noch wird die anfangs herausgearbeiteten Differenzierung in Gebrauch, Genuss, Missbrauch und Abhängigkeit konsequent in den Darlegungen abgearbeitet. Folgerichtig wird jede Umgangsweise mit einer psychoaktiven Substanz in die Nähe zur Sucht gerückt oder als Sucht deklariert, wodurch der anfangs postulierte Vorsatz, möglichst nicht in eine vorurteilsbesetzte Sicht zu geraten, nicht eingehalten wird. Schon scheint die alten Überzeugung auf, dass es beim Umgang mit bestimmten Substanzen (u. a. Tabak) nicht anderes geben kann, als nur eine Sucht.

Deutlich wird diese sehr fokussierte Sichtweise auch bei der Behandlung stoffungebundener Süchte. (Psychotherapeut Gross ist PIONIER!) Diese Einschätzung muss selbst dann gelten, wenn zumindest am Ende dieses Kapitels die Frage aufgeworfen wird, ob diese extremen Handlungsstile tatsächlich als Sucht gelten können und mit diesem Label die bestmögliche soziale Umgangsform damit bereits gefunden ist.
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!! Eine kritische Betrachtung des Mainstreams zur Erklärung der „Computer-Internet-Sucht“ | Alternativer Drogen- und Suchtbericht
Eine kritische Betrachtung des Mainstreams zur Erklärung der „Computer-Internet-Sucht“ (1. Juli 2014)

B 6 Computerspiel und Internetabhängigkeit
Jörg Petry

Petry J (2003). Pathologischer PC-Gebrauch: Nosologische Einordnung und Falldarstellungen. In: Klinische Psychologie und Internet (S. 257 – 270). R Ott, C Eichenberg (Hrsg.). Göttingen: Hogrefe.
Petry J (2006). Pathologischer PC-Gebrauch: Ursachen, Erscheinungsformen und Interventionen. Münchwieser Hefte, 31, 7 – 20.

Petry J (2010). Das Konstrukt „Verhaltenssucht“ – eine wissenschaftstheoretische Kritik. Sucht Aktuell, 17 (2), 14 – 18.
Petry J (2010b). Dysfunktionaler und pathologischer PC und Internet-Gebrauch. Göttingen: Hogrefe.

Petry J (im Druck). Pathologischer PC/Internetgebrauch: Störungsbild, Behandlung und Forschung, Teil 1. Die Psychodynamische Psychotherapie, 13(2).
Petry J (im Druck b) Pathologischer PC/Internetgebrauch: Störungsbild, Behandlung und Forschung, Teil 2. Die Psychodynamische Psychotherapie, 13(3).

Te Wildt B.T. (2011). Ist die pathologische Internetnutzung als eigenständige Erkrankung im Sinne einer stoffungebundenen Suchterkrankung zu diagnostizieren? – Pro, Suchttherapie, 12(2), 80 – 82.

Eine kritische Betrachtung des Mainstreams zur Erklärung der „Computer-Internet-Sucht“. 37

Vorbemerkung Sowohl in der internationalen (Griffith, 1995, 1996; Young, 1999; Greenfield, 2000) als auch in der nationalen (Gross, 1990; Grüsser & Thalemann, 2006; Batthyany & Pritz, 2009; Möller, 2012) Literatur stellt die Einordnung des pathologischen PC/Internetgebrauch als Verhaltenssucht den Mainstream dar.
Konsequenterweise wurde die Aufnahme des Störungsbildes in das internationale psychiatrische Klassifikationssystem DSM 5 (APA, 2013) als eigenständiges Störungsbild (Block, 2008) oder auch als stoffungebundene Suchterkrankung (Tao et al., 2010) gefordert. In Deutschland wird das „Computerbzw. Internetsucht“-Konzept“ sowohl von der Politik, insbesondere den Bundesdrogenbeauftragten der letzen Legislaturperioden überparteilich (Sabine Bätzing / SPD, Mechthild Dyckmans / FDP und jetzt Marlene Mortler / CSU) vertreten und mittels entsprechender Unterstützung von Fachkongressen und Forschungsprojekten gefördert. Das Verhaltenssuchtkonzept wird zudem durch die Mehrheit der Suchtfachverbände, wie dem Fachverband Medienabhängigkeit als Mitgliedsorganisation der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, den Wohlfahrtsverbänden und dem Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) getragen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie (DGPPN) mit ihrer so genannten „Taskforce Verhaltensucht“ vertritt als Fachorganisation dieses Konzept. Die Internationale (Cash et al., 2012) und nationale (Rehbein et al., 2013) Forschung tendiert entsprechend zu einer positiven Bewertung bisheriger empirischer Untersuchungen zum Störungsbild als Beleg für die Grundannahmen des Verhaltenssuchtkonzeptes und seiner neurobiologischen Grundlagen (Brand & Laier, 2013). Vom Autor erfolgt dazu im Gegensatz eine skeptischere Analyse der einschlägigen Metaanalysen zum Störungsbild und seinen vermeintlichen Folgen (Petry, im Druckb). In den regionalen und überregionalen Printmedien (z. B. Der Spiegel 8/2007, 20/2007, 23/2008, 10/2009 und 33/2009) und den Rundfunkund Fernsehanstalten ist das „Computeroder Internetsuchtkonzept“ unhinterfragt. Eine Ausnahme stellt die jüngste Titelgeschichte des Spiegels (3/2014) dar.

Inzwischen erfolgt der Diskurs zur nosologischen Einordnung im Zusammenhang mit der Diskussion einer Inflation von psychiatrischen Diagnosen. Neben der grundsätzlichen Kritik am DSM 5 von Frances (2013) wurde die Eigenständigkeit des pathologischen PC/Internetgebrauchs als Störungsbild aufgrund fehlender Evidenz infragegestellt (Swaminahth, 2008; Pies, 2009; O’Brien, 2010). Entsprechend wurde das als „Internet Gaming Disorder“ benannte Störungsbild trotz seiner Operationalisierung als Verhaltenssucht nur als Forschungsdiagnose in den Teil III des DSM 5 übernommen (APA, 2013).

Eine kritische Diskussion findet aktuell in Deutschland nur vereinzelt statt (Fischer, 2011, te Wildt, 2011). Die Kritik richtet sich gegen das Verhaltenssuchtkonzept (Petry, 2010), seine neurobiologischen Grundlagen (Tretter, 2012) und die geschätzte Verbreitung des Störungsbildes in der Bevölkerung (Uhl, 2014).

Innerhalb des verbreiteten Suchtkonzeptes wird in Anlehnung an Elvin Morton Jellinek (1960) angenommen, dass es sich beim pathologischen PC/Internetgebrauch um eine nichtstoffgebundene Sucht handelt (Gross, 1990). Es wird postuliert, dass das Medium PC/Internet als „Droge“ einen emotionalen Konditionierungsprozess, der sich vor allem auf das dopaminerge Belohnungssystem des Gehirns bezieht, auslöst (Grüsser & Thalemann, 2006) und zu einer „Dosissteigerung“, einem „Kontrollverlust“ und beim Einstellen des Verhaltens zu „Entzugserscheinungen“ führt. Das Verhaltensuchtkonzept bildet aktuell den Mainstream (Mann, 2013), ohne jedoch eine ausreichende empirische Basis zu besitzen (Pies, 2009). Die intensive Diskussion über den Suchtbegriff (O’Brien et al., 2006) und die Internetsucht (Block, 2009) im Besonderen hat jedoch dazu geführt, dass die so genannte Internetsucht als „Internet Gaming Disorder“ in die Sektion III als noch weiter zu erforschendes Störungsbild in das DSM-5 (American Psychiatric Association, 2013) aufgenommen wurde.

Das Verhaltenssuchtkonzept kann derzeit keine ausreichende Erklärungsbasis für das komplexe klinische Phänomen des pathologischen PC/Internetgebrauchs darstellen. Die Übertragung des organischen Krankheitsmodells für stoffliche Süchte auf die 41 Problematik des pathologischen PC/Internetgebrauchs stellt eine nicht statthaften Übertragung organpathologischer Begrifflichkeit auf den Bereich des psychischen Erlebens und Verhaltens dar (Petry, 2010). Die in der Alkoholismustheorie eindeutig definierten Begriffe (Soyka & Küfner, 2008) „Droge“, „Toleranzentwicklung“ und „Entzugserscheinungen“ werden ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt.

Bei einer „Droge“ handelt es sich um eine psychotrope Substanz, die dem Körper zugeführt wird und unmittelbar auf das zentrale Nervensystem einwirkt. Der „Toleranzentwicklung“ liegt nicht nur eine gegenregulative Neuroadaption, sondern auch ein beschleunigter Stoffwechsel der Droge in der Leber zugrunde, welcher eine immer größere Reizdosis erforderlich macht. Im Falle von Alkohol wird so zum Beispiel durch entsprechende Veränderungen im Bereich der Neurotransmitter die allgemeine Aktivierung des Gehirns erhöht und damit die sedierende Alkoholwirkung antagonisiert, was beim Absetzen des Alkohols zu Entzugserscheinungen führt. Ein Begriff wie das Alkoholabhängigkeitssyndrom (Lutz & Batra, 2010), der in der Kategorie Körper mit einer spezifischen Ätiopathogenese theoretisch verortet ist und dessen klinisches Bild von internistischen, neurologischen, vegetativen und psychischen Symptomen und dessen charakteristischer Verlauf mittels medizinisch-psychiatrischer Beobachtung und Messung empirisch verankert ist, wird auf den Bereich des Psychischen angewandt. Durch diese Übertragung körperbezogener Begriffe auf den Bereich des psychischen Erlebens liegt ein Kategorienfehler mit Bedeutungsverschiebung im Sinne der analytischen Philosophie (Bieri, 2007) vor, da sich der gleiche Begriff „Entzugserscheinungen“ auf unterschiedliche Sachverhalte bezieht.

Die zur Operationalisierung des Suchtkonzeptes eingesetzten Jellinek-Fragebogen sind modellgerecht und damit eingeengt formuliert, so dass sie keine Offenheit zur Überprüfung alternativer Erklärungsansätze ermöglichen.

Das derzeit auf den pathologischen PC/Internetgebrauch angewandte Suchtkonzept berücksichtigt nicht, dass in der modernen Suchttherapie verhaltensökonomische (Vuchnich & Heather, 2003) und entscheidungstheoretische (Cox & Klinger, 2011) Modelle diskutiert werden. Es bleibt also unberücksichtigt, dass der Suchtkranke als handelndes Wesen (Braun & Gekeler, 2011) betrachtet wird, das auch während des Suchtprozesses eine, wenn auch eingeschränkte, Handlungskontrolle ausübt und sich dabei für alternative Handlungsoptionen entscheiden kann.

Insgesamt lassen sich solche komplexen psychischen Phänomene jedoch nicht auf neurobiologische Mechanismen reduzieren (Tretter, 2012).

Schließlich treffen die zentralen Merkmale der Sucht als chronische, mit einem hohen Sterberisiko verbundene Erkrankung, die aufgrund ihrer Devianz starken gesellschaftlichen Sanktionen unterliegt, so auf den pathologischen PC/Internetgebrauch nicht zu. Das exzessive Verhaltensmuster und das damit verbundene Immersionserleben (Eintauchen) beim pathologischen PC/Internetgebrauch lassen sich nicht mit einem drogeninduziertem Rauschzustand im Sinne eines veränderten Bewusstseinzustandes mit Störung der Wahrnehmung, des Denkens, der Gefühle und der Selbstund Körperwahrnehmung vergleichen (Korte, 2007). Die Onlineaktivität ist vielmehr ein aktives Tun, das der Lösung von Aufgaben, der Entwicklung neuer Aspekte der Identität und dem Eingehen von Beziehungen dient.

Das kulturpessimistische Verhaltensuchtkonzept beinhaltet die Gefahr, dass damit eine Diffamierung der Digital Natives als Jugendkultur erfolgt. Für exzessive PC/Internetnutzer in der Pubertät und Adoleszenz, deren Mehrheit dieses Verhaltensmuster bereits im frühen Erwachsenenalter ablegt (MeixnerDahle, 2010), kann dies auch zu einer ungerechtfertigten Etikettierung führen. Die Reduzierung des pathologischen PC/Internetgebrauchs als ein komplexes (Strunk & Schiepek, 2014) Störungsbild auf neurobiologische Hirnkorrelate repräsentiert nicht nur ein naturalistisches Weltbild (Gabriel, 2013) sondern führt auch dazu, dass die beschränkten Forschungsgelder der Suchtforschung einseitig verteilt werden. Die alarmistische Darstellung der angeblich epidemischen Verbreitung der „Computerbzw. … [more]
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!! socialnet Rezensionen: Gundula Barsch: Lehrbuch Suchtprävention | socialnet.de
Gundula Barsch: Lehrbuch Suchtprävention. Von der Drogennaivität zur Drogenmündigkeit. Neuland Verlag (Geesthacht) 2008

Das zunächst so verführerisch einleuchtende Konzept einer möglichst früh vorbeugend eingreifenden Prävention birgt drei eng miteinander verbundene Risiken:

den Machbarkeitswahn, also den Glauben "alle Prozesse nach menschlichem Maß gestalten" zu können (25);
die elitär patriarchalische "Subjekt-Objekt-Beziehung, die in der Praxis zu einem beunruhigenden Herrschaftsverhältnis zwischen Experten und den von Prävention zu erreichenden sozialen Gruppen münden kann" (31)
die Frage, wer aus welchen Gründen die "normativen Zielvorgaben setzt": "In diesem Sinne werden mit Prävention Verhaltenaufforderungen gesetzt und Anpassungsdruck formuliert. Oft nicht bedacht wird, dass auf diese Weise erst Abweichungen definiert und konstituiert werden" (41).

Drei Risiken, die im Gesundheitsbereich immer dann verstärkt relevant werden, wenn sich "die Medizin in den standespolitisch und ökonomisch hart umkämpften Feldern und Märkten der Prävention durchsetzt" (68). Dies gälte selbst dann, wenn man im "Public-Health"-Denken einer breiteren "salutogenen" Gesundheitsauffassung folgt, solange auch hier "Gesundheit" als höchster Wert zur Pflicht gemacht werde (79).

Im engeren Bereich einer Suchtprävention, die "im Wesentlichen durch Sichtweisen und Strategien geprägt (sei), die sich im Rahmen klinischer Behandlungsangebote etabliert hatten" (90) gehe man dementsprechend von einer" binären Polarisierung Abstinenz versus Sucht" aus, wobei sowohl die Drogen-Substanz wie defizitäre Persönlichkeitszüge ("Sucht ist Flucht") das Bild bestimmten. Diese "suchttherapeutische" Basis schlage auch in den vier rezenteren Präventionsansätzen durch, so lange diese primär am Abstinenz-Modell ausgerichtet seien:

So seien Life-Skills-Ansätze (Lebenskompetenz, Selbstwertschätzung etc.) an sich höchst sinnvoll, doch zeige sich deren Engführung, "wenn diese, in ihrer Ausgangsidee auf Emanzipation und Empowerment zielenden Konzepte, sich nunmehr auf Grundideen und Problematisierungsmuster stützen, mit denen die Zielgruppen erst pathologisiert und zu defizitären Wesen verstümmelt werden" (121)
Auch der Ansatz in "funktionalen Äquivalenten" (Erlebnis-, Kultur- und Abenteuer-Pädagogik) könnte an sich die Substanz-Fixierung aufheben (124), verkomme aber, wenn und solange man allein das Ziel "Abstinenz" betonen müsse, um auf entsprechende Fördergelder zurückgreifen zu können.
Die jüngere "Karte" des Peer-Involvements, die den hohen Wert der Gleichaltrigen-Beziehung nutzen möchte, gerate letztendlich immer wieder zur "Kolonialisierung von Lebenswelten (Kappeler)" (133), solange man nicht die Peers selber als handlungskompetente Beteiligte im Sinne eines "Peer-Support" nach dem Vorbild etwa von JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte) verstehe (137f).
Schließlich drohe auch dem Anliegen der Risiko-Prävention die Gefahr "einer negativen, vor allem auf Krankheit orientierten Sicht, in der ein Substanzkonsum als Faktor mit pathogener Potenz den Normalzustand störe" (143)

Die zweite Hälfte des Buches fordert in vier Schritten den Paradigma-Wechsel hin zur Drogenmündigkeit.

Das "drogennaive" Paradigma blende mit seiner Substanz-Fixierung, seinem unausweichlich drohendem Sucht-Modell sowie seinem medizinisch geprägten Gesundheitskonzept ("in einer Art von Gesundheitsdiktatur", 190) nicht nur fast alle nicht pharmakologisch/medizinische Zusammenhänge aus (196), sondern vergrößere das "Problem" im Wege der selffulfilling prophecy: "Der immer wieder und ausschließlich dargestellte Zusammenhang von Substanzkonsum und Konfliktbearbeitung popularisiert in seiner Umkehrung eine Erwartung, die mit einem solchen Effekt scheinbar nur von psychoaktiven Substanzen eingelöst werden kann" (183).

Demgegenüber stünde schon heute genügend Wissen bereit, um dieses einäugige Sehen zu beenden (198). Zunächst hänge die Wirkung einer jeden Substanz nicht nur von der Menge, sondern auch von der jeweiligen Konsumtechnik und der individuellen Verträglichkeit ab (204f), wie dies ja auch im "set"-Konzept (subjektive Erwartungshaltung, Befindlichkeit) gefasst werde. Entscheidend sei auch das jeweilige "setting", also die äußeren Konsum-Umstände des Konsums, die von der aktuellen Konsum-Situation bis hinein in deren gesellschaftlich kulturelle Rahmung reichten, die sich zudem permanent verändere. Dies zeige sich auch in der Vielfalt höchst unterschiedlicher Funktionen des Konsums (229), die, jeweils individuell variiert, auch "eine wesentliche Bedeutung bei der Herstellung persönlicher Identität erhalten" könnten (235).

Das neue Paradigma gehe deshalb davon aus, dass "schädigende Konsummuster immer nur Extreme einer darüber hinaus gehenden, variantenreichen Praxis (sind), in der der Umgang mit psychoaktiven Substanzen auf sehr unterschiedliche Weise in das Leben des Menschen eingebunden ist und dabei mehrheitlich zum unproblematischen Bestandteil des Lebens wird" (248); insofern sei die "Fixierung auf Abstinenz durch eine Orientierung auf Problemvermeidung/Problemreduktion" abzulösen (249). Als Leitmotiv schlägt die Autorin hierfür (unter Hinweisen auf Noack) das Bild eines "geglückten Umgangs mit psychoaktiven Substanzen" vor, der sich nicht in purem Konsumismus verliere (257), doch jedem den persönlichen Weg zum inneren Glück "in Übereinstimmung mit sich selbst und seinen eigenen Möglichkeiten" offen halte (261), so lange man wechselseitig "die Glücksansprüche der anderen mit dem eigenen Substanzkonsum respektiere" (271): "Mit der gewählten Begrifflichkeit "geglückter Umgang" soll (…) ausdrücklich betont werden, dass den Menschen das Recht zusteht, Entscheidungen zu treffen, die zum Glück durch freudvolles, angenehmes, genuss- und lustvolles Tun verhelfen. Angesichts der tief verwurzelten Pflichtethik, die unserer Kultur noch immer eigen ist, ist dies keine selbstverständliche Aussage" (274).

Unter "Drogenmündigkeit" wird nun abschließend die Fähigkeit verstanden, "sich eigenständig in vielfältigen Alltagssituationen zu orientieren und zu geglückten Formen des Umgang mit psychoaktiven Substanzen zu finden" (282). Diese sei nicht vorgegeben, sondern müsse - im jeweiligen soziokulturellen Rahmen unter Wahrung der Autonomie des Einzelnen - erworben werden. Als "Kernkompetenzen" gelten dafür "Drogenkenntnisse in ihren informativen, kulturellen und technischen Aspekten, Genussfähigkeit mit ihren technischen, sinnlichen, sozialkulturellen ethischen Elementen und Motivationen, Kritikfähigkeit und Fähigkeiten zum Risikomanagement" (295).

Rezensent
Prof. Dr. Stephan Quensel
Mitherausgeber der Zeitschrift Monatsschrift für Kriminologie

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Prof. Dr. Gundula Barsch
http://web.hs-merseburg.de/~barsch/Inhalte/drogenarbeit%20PDF/Suchtbegriffe-1.pdf

Seit Ende der 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts:
z
Gibt überhaupt ein einheitliches Krankheitsbild
„Sucht“ mit linearem Verlauf?
z
Ist Sucht tatsächlich eine
Krankheit, die man nach
medizinischen Mustern behandeln kann/sollte?
z
Ist es richtig, Menschen mit erheblichen Problemen
beim Konsum von Drogen als komplexe
Störungsbündel wahrzunehmen (
vs.
Ressourcenorientiertes Arbeiten?
z
Darf man Drogenkonsumenten pauschal die
Fähigkeit zu Entscheidungen und Verantwortung
absprechen?

Wie sinnvoll ist es, von substanzbezogenen Störungen zu sprechen?

NEU
Substanzbezogene Störungen entstehen in einem
Prozess, der:
¾
Unstet u. umkehrbar sein oder sistieren kann.
¾
Durch vielfältige Faktoren (intrapersonale u.
externe, v.a. soziokulturelle u. ökonomische sowie
biologische Faktoren) beeinflusst wird.
¾
Der eine Eigendynamik entwickelt, die außer von
Substanzeigenschaften von sozialen
Bedingungen (z.B. Konsumrituale, Ausgrenzung
von Konsumierenden) sowie von
Angebotsstrukturen abhängt.
¾
Der immer wieder individuelle u. individuell
verantwortete Entscheidungen beinhaltet

KONSEQUENZ
Abkehr von der ausschließlichen
Orientierung am „worst-case“
Endzustand.
*
Abkehr von der Annahme gleichsam
nach festen Schemata regelhaft
verlaufenden Prozessen mit
körperlichem, psychischem u. sozialem
Verfall.
*
Abkehr von der Betonung individueller
Gefährdungsmomente

Herwig-Lempp
Der Drogenkonsument ist:
„... Subjekt, dessen Umgang mit
Drogen selbstbestimmt und
innerhalb seines individuellen
Rahmens als sinnvoll definiert und
vorausgesetzt wird."

Drogenkonsumenten sind nicht mehr per se
behandlungsbedürftig.
z
Chance für Autonomie und Selbstbestimmung.
z
Kein Opferstatus
z
Verantwortung a priori zugestanden und zugesprochen
mit der Folge, für das Tun zur Rechenschaft gezogen zu
werden.
z
Entlastungsfunktion des Krankheitsstatus verweigert
z
Problem (!): Autonomie und Handlungsfähigkeit werden
als gegeben vorausgesetzt
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Sucht - Lexikon der Psychologie - Spektrum der Wissenschaft
Der alltagssprachliche Umgang mit dem Begriff Sucht hat sich seit der Frühgeschichte der Systematisierung von Krankheitsbegriffen deutlich verändert: Während er zunächst synonym verwendet wurde mit den Begriffen Siechtum oder Krankheit (so etwa in der Schwindsucht oder Wassersucht und heute noch in der Gelbsucht), ist er mittlerweile allein auf zwanghaftes (in den romanischen Sprachen: manisches) Verhalten orientiert. Zugleich hat er sich erheblich erweitert: von den stoffgebundenen Formen (Alkoholismus oder Drogen-Sucht) zu den nicht stoffgebundenen Formen (Spielsucht, Workoholismus). Der sogenannte “weite” Suchtbegriff war zunächst nicht unumstritten

Es gibt Rausch und Sucht, ohne daß von außen Chemie (Drogen, Alkohol, Medikamente, etc.) zugeführt wird. Man bezeichnet dies als "süchtiges Verhalten", "stoffungebundene (oder nichtstoffliche) Suchtformen" oder als "Sucht ohne Drogen".
Nicht das Suchtmittel (oder das süchtige Verhalten) macht abhängig, sondern der Bewußtseinszustand, den man sich damit produziert.
Deshalb gibt es bei vielen Süchtigen einen "Symptomwechsel" von einem Suchtverhalten zum nächsten: Aus dem Alkoholiker wird ein Spielsüchtiger, aus einer Medikamentenabhängigen wird eine Eß-Süchtige.
Die Schädigung durch stoffungebundene Suchtformen sind meist nicht so gravierend wie die schweren Abhängigkeiten von Drogen, Alkohol und Medikamenten. Allerdings ist der Veränderungsprozeß (mit oder ohne Psychotherapie oder Unterstützung durch Selbsthilfegruppen) bei den Süchten ohne Drogen oft schwieriger, weil bei den meisten der alltäglichen Suchtformen Abstinenz nicht als klares Orientierungskriterium zur Verfügung steht (z.B. beim Essen, Arbeiten, Beziehungen, Sex).

Obwohl sehr viele Verhaltensweisen süchtig entgleisen können, ist mir wichtig, nicht jedes abweichende Verhalten gleich als Sucht zu etikettieren. Damit dies gelingt, ist es nötig, daß man sich die Suchtkriterien klar macht und sich ebenfalls die Übergänge vor Augen führt.

Allerdings findet sowohl im forensischen Bereich (bei der Beurteilung der persönlichen Verantwortung für Straftaten) als auch im therapeutischen System inzwischen zumindest die Spielsucht als nicht stoffgebundene Variante süchtigen Verhaltens Berücksichtigung. Für den Zusammenhang der primären Prävention bzw. der Gesundheitsförderung und der Früherkennung einer Suchtkrankheit ist der weite Suchtbegriff überdies ohnehin nicht mehr verzichtbar. Denn hier stehen eher erste Anzeichen süchtigen Verhaltens in verschiedenen Lebensbereichen (als übermäßiger Konsum von Süßigkeiten, Comics, Fernsehen) im Mittelpunkt ...

1) Süchtiges Verhalten wird in der Regel als quantitativ oder qualitativ bewertete Verwahrlosung von verbreitetem, “normalen”, alltäglichen Verhalten wahrgenommen. Das macht die Diagnose eines Verhaltens als (behandlungsbedürftige) Suchterkrankung so kompliziert: Es erschwert die Selbsterkenntnis und erfordert aufwendigere, dem Prozeß folgende, diagnostische Verfahren.

2) Die meisten Gesellschaften leisten sich eine Doppelmoral gegenüber dem Drogenkonsum: Sie tolerieren einige Drogen und stellen andere unter Prohibition; sie akzeptieren oder fördern gar ein gewisses Maß an Konsum, ächten aber die nicht mehr maßvollen Konsumenten

3) Der Konsum von Suchtstoffen und auch andere exzessive Verhaltensweisen können nach einer Phase der Gewöhnung in eine psychische Abhängigkeit führen. Obwohl in der öffentlichen Diskussion eher die physische Abhängigkeit mit dem Begriff Sucht assoziiert ist, zeigt sich bei näherer Analyse, daß die seelische Abhängigkeit immer erkennbar wird, während die körperliche Abhängigkeit nicht bei allen als Drogen bezeichneten Substanzen nachweisbar ist. Auch die Behandlung einer manifesten Suchterkrankung muß sich schon nach kurzer Zeit in weit größerem Umfang auf sozial- und psychotherapeutische als auf somatische Elemente konzentrieren

das Flucht-Motiv (das lange Zeit und viel zu einseitig mit dem Drogen-Konsum gleichgesetzt wurde), d.h. eine Instrumentalisierung süchtigen Verhaltens als Abschalten, vor den Problemen Davonlaufen, ein Bestreben, sich selbst und die Umwelt nicht spüren zu müssen – und das Such-Motiv (das immer noch zu oft vernachlässigt wird), d.h. die Hoffnung, im Zuge des süchtigen Verhaltens tiefe Sehnsüchte, die auf anderem Wege nicht erfüllbar erscheinen, zu stillen, ein Sich-nicht-zufrieden-Geben mit dem, was die Welt bietet.

6) In vielen Fällen sind süchtige Verhaltensweisen auch Ausdruck einer mangelnden Fähigkeit, Bedürfnisse aufzuschieben. Der Konsum von Drogen, insbesondere das Injizieren von Opiaten, symbolisiert geradezu, wie in einem einzigen Akt, gewissermaßen auf Knopfdruck, eine Vielzahl von Bedürfnissen gleichzeitig befriedigt wird: nach Wärme, nach Nähe, nach Nahrung, nach Sexualität, nach Transzendenz. In der Entstehungsgeschichte süchtigen Verhaltens und auch im Rückfallgeschehen dokumentiert sich sehr häufig, daß das Einverleiben von Suchtstoffen als apersonale Antwort auf personale Bedürfnisse, z.B. nach sozialem Kontakt, gegeben wird.

9) Das Merkmal der Unangemessenheit des süchtigen Verhaltens, wie es vom sozialen Umfeld wahrgenommen wird, dringt im Laufe eines Suchtprozesses (oder einer sogenannten “Drogenkarriere”) auch in das Bewußtsein der Betroffenen, sei es, weil sie mit Rechtsnormen in Konflikt geraten, sei es, weil sie negative Folgen aus dem Drogenkonsum (z.B. Erkrankungen, berufliche oder ökonomische Folgen) selbst zu spüren bekommen. Schließlich geraten sie in einen Zustand, in dem sie nicht mehr die Herrschaft über die Droge ausüben, sondern der Stoff zum Organisator des Alltags wird, seiner Beschaffung und seinem Konsum alle anderen Lebens-Abläufe, Interessen und Pflichten untergeordnet werden.
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GUT Cyperspace - gibt es eine Internet-Sucht? — Uni Oldenburg
Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Diskussion um den Sucht-Begriff häufig eher eine polemisch-ideologische ist, als eine wissenschaftlich fundierte, zumindest aber eine stark interessengeprägte - selbstverständlich auch von der Seite, die 'Sucht' zu ihrem Beruf machen. Dieses konnten wir erleben beim Streit um die Einordnung der Ess-Störungen, beim pathologischen Glücksspiel, im Rahmen der breiten Debatte um die 'Inflation des Suchtbegriffes' - und nun wieder beim Phänomen Internet-'Sucht'.

Sicherlich lassen sich - wie Harald Stolzke es in einem Artikel im Magazin "Partner" aufzeigt (Nr.6/99, S.24ff.) - bestimmte Kriterien einer Drogensucht, z.B. Dosissteigerung, verminderte Kontrollfähigkeit, Bagatellisierung etc. auch im exzessivem Chaten finden. Sicherlich beschreibt die zitierte Definition süchtigen Verhaltens von Leon Wurmser auch sehr eindringlich, was Sucht ausmacht, nämlich ".... die tiefe, versklavende Hörigkeit, die Abhängigkeit von einer Autorität, einer zwingenden, einengenden Kraft, die gewöhnlich als von außen kommend erlebt und betrachtet wird: einer Droge, einem Liebespartner, gewissen perversen Ritualen, Essen, Geld, Macht, Spielen, kurzum jedem System oder Objekt, das totale Unterwerfung fordert und erhält." (Leo Wurmser. Flucht vor dem Gewissen. Berlin 1987). Diese Definition läßt sich auf exzessives Online-Verhalten übertragen, aber nach dieser Definition kann halt jedes menschliche Verhalten 'süchtig entarten'. Da bleibt fraglich, ob der 'Sucht'-Begriff in dieser Form für den professionellen Bereich überhaupt noch ein praktikabler ist. Im Sinne des Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (HLS) Wolfgang Schmidt sollte bis zu einer endgültigen Erforschung des Phänomens ".... das Attribut 'süchtig' in Zusammenhang mit dem Internet vorsichtig" gebraucht werden (Zeitschrift Partner. Nr.2/98. S.20).

Unabhängig von dieser Diskussion um den 'Sucht'-Begriff sind drei Fakten weitgehend anerkannt:

die Erfahrungen zeigen, dass die Nutzung der Möglichkeiten des Internet zu einem stark exzessiven, selbstschädigenden und damit pathologischen Verhalten ausarten kann
umgangssprachlich hat sich hierfür im deutschsprachigen Raum der Begriff der Internet-Sucht durchgesetzt
diejenigen, die das Internet exzessiv, selbstschädigend nutzen benötigen der Hilfe, die - soweit möglich - auch von den Institutionen der Suchtkrankenhilfe angeboten werden sollte.

Ich werde im Folgenden den Begriff des Internet-Abhängigkeits-Syndroms (IAS) verwenden.



Ein anderer Begriff - dasselbe Phänomen:
internet addiction disorder (iad) bzw. Internet-Abhängigkeits-Syndrom (IAS)

Vorausgestellt werden muss, dass die sogen. 'Internet-Sucht' oder wie auch immer bezeichnet noch nicht in den internationalen Klassifikationen psychischer Störungen aufgenommen ist, sprich: bisher nicht als Krankheit anerkannt ist. Es bestehen allerdings verschiedene Krankheitsbeschreibungen mit teils unterschiedlichen Diagnosekriterien. In den USA werden dabei vor allem die Begriffe "pathological internet use" (piu) oder "internet addiction disorder" (iad) genutzt.

In der Bundesrepublik wird in einigen Fällen auch von professioneller Seite der Begriff 'Internet-Sucht' gebraucht, häufiger allerdings die Formulierung des Internet-Abhängigkeits-Syndrom (IAS), wie z.B. von der Psychiatrischen Universitätsklinik München, die bereits im November 1998 eine "Ambulanz für Internet-Abhängige" eingerichtet hat. Die Tatsache, dass sich dort Menschen, die sich vom Internet abhängig fühlen, beraten lassen können, bedeutet allerdings nicht gleichzeitig, dass das Internet-Abhängigkeits-Syndrom bereits als eigenständiges Krankheitsbild eingeordnet wird. Dr. med. O. Seemann vom Psychiatrischen Universitätsklinik München sagt vielmehr:

"Ob die Diagnose Internet-Abhängigkeits-Syndrom oder pathologischer Internet-Gebrauch irgendwann einmal die internationale psychiatrische Klassifikation erobern wird, ist fraglich. Dies lässt sich ... erst nach weiteren Studien seriös beantworten."
(SuchtReport Nr. 5/99, S.42)
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november 2016 by MicrowebOrg
Internetsucht - Phänomenologie und therapeutische Ansätze | Batthyany | Psychotherapie-Wissenschaft
Die Frage, weshalb die Glückspiel- und Internetsucht unter den „Impulskontrollstörungen“ nicht gut aufgehoben ist, scheint berechtigt. Ein Problem dieser Zuordnung besteht darin, dass sowohl in Bezug auf pathologisches Glücksspielen als auch hinsichtlich Internetsucht von einer Toleranzentwicklung sowie von der Zentrierung der Lebensinhalte auf das Suchtverhalten berichtet wird. Es handelt sind hier um typische Merkmale einer Sucht, die sich mit dem Konzept der Impulskontrollstörung nicht vereinen lassen. (Im DSM-IV wird darauf hingewiesen, dass Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen ebenfalls Merkmale aufweisen, welche die Probleme der Impulskontrolle einschließen.) Mit anderen Worten: Probleme der Impulskontrolle müssen nicht bedeuten, dass eine Impulskontrollstörung vorliegt (vgl. Anti-Soziale Persönlichkeitsstörungen oder Affektive Störungen). Eine Alternative wäre die Klassifizierung als Sucht bzw. als nicht-stoffgebundene Abhängigkeit, bzw. Verhaltenssucht. In diesem Sinn wird argumentiert, dass sich die überwiegende Zahl der Betroffenen selbst als „süchtig" bezeichnet und dass stoffgebundene Abhängigkeiten in dieselben zentralnervösen Verstärker-Mechanismen eingreifen würden; Hinweise aus der Hirnforschung belegen tatsächlich, dass hier ähnliche Hirnprozesse zu beobachten sind. Auch wird argumentiert, dass die diagnostischen Kriterien des pathologischen Glücksspielens bei der Aufnahme im DSM-III in Anlehnung an die Kriterien der stoffgebundenen Sucht (Abhängigkeit von psychotropen Substanzen) formuliert wurden. Eine weitere Parallele zur Sucht ist schließlich die hohe Komorbidität mit anderen Suchterkrankungen.

Aktuelle Entwicklungen zeichnen einen Trend zur Abkehr vom klassischen, fast schon althergebrachten Begriff der Suchterkrankung (Sucht nur als aktive Zufuhr einer psychotrop wirksamen Substanz zu verstehen) vor. Die Expertenkommission der American Psychiatric Association (APA) hat dazu den Vorschlag gemacht, im DSM-5, welches im Jahr 2013 das DSM-IV ablösen soll, den Oberbegriff „Substance Related Disorders“ (Substanzbezogene Störungen) zu ersetzen durch die Bezeichnung „Addiction and Related Disorders“ (Sucht und verwandte Störungen). In dieser konzeptuell weiter gefassten Kategorie, in der stoffgebundene und nicht-stoffgebundene Störungen zusammengefasst würden, soll zunächst das Pathologische (Glücks-)Spielen (das derzeit im Kapitel der Impulskontrollstörungen subsumiert wird) als erste substanzungebundene Abhängigkeitserkrankung Eingang finden. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, es nicht mehr als „Pathologisches (Glücks-)Spielen“, sondern als „Disordered Gambling“ (Gestörtes (Glücks-)Spielen) zu bezeichnen. Möglicherweise werden wir auch bald von „Disordered Internet Use“ sprechen. Und womöglich ist tatsächlich absehbar, dass Verhaltenssüchte eine Berücksichtigung als eigenständiges Störungsbild finden werden.

3. Phänomenologie der Inhalte

Es stellt sich beim Betrachten der Internetsucht die Frage, wonach die Betroffenen eigentlich süchtig sind und welche Phänomene eine „Internetsucht“ eigentlich beschreibt. Dabei zeigt sich, dass der Begriff „Internetsucht“ für sich genommen wenig präzise und eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von internetbezogenen Verhaltensweisen ist, die suchtartig entgleiten können. Dazu gehören vor allem die suchtartige Nutzung von Online-Pornografie, Glücksspielen, Foren, Computerspielen, Recherchen, Einkaufsmöglichkeiten, etc.. Diese Bereiche unterscheiden sich auch in ihrem jeweiligen „Suchtpotential“. Kritisch sind vor allem Online-Rollenspiele, Communities, Glücksspiele und Sexportale.
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november 2016 by MicrowebOrg
Was ist Internetsucht? - Onmeda.de
Bislang ist die Internetsucht als sogenannte "Störung der Impulskontrolle" klassifiziert. Störungen der Impulskontrolle zählen zu den Persönlichkeitsstörungen. Experten diskutieren derzeit, ob eine Zuordnung der Internetsucht zu den Suchtstörungen sinnvoll ist.
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november 2016 by MicrowebOrg
Substanzungebundene Abhängigkeit – Wikipedia
Als substanzungebundene Abhängigkeit bezeichnen Psychologie und Psychotherapie jene Formen psychischer Zwänge und Abhängigkeiten, die nicht an die Einnahme von Substanzen – wie Alkohol, Nikotin oder anderer Drogen – gebunden sind. Sie ist durch wiederholte Handlungen ohne vernünftige Motivation gekennzeichnet, die nicht kontrolliert werden können und die meist die Interessen des betroffenen Patienten oder anderer Menschen schädigen. Betroffene berichten von impulshaftem Verhalten. Die Abhängigkeit kann die Lebensführung beherrschen und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führen.

Verhaltenssüchte wurden bisher weder in der ICD-10 noch im DSM-IV aufgenommen. Derzeit behilft man sich in der Wissenschaft mit der Klassifikation als Störung der Impulskontrolle.[4] Diese Einordnung ist allerdings oftmals nicht korrekt, da dadurch weder eine möglicherweise vorhandene Toleranzentwicklung noch eventuell entstehende Entzugssymptome erfasst werden.

Die American Medical Association traf sich im Juni 2007, um dieses Thema zu diskutieren.[5] Exemplarisch für den Bereich der Computerspiel-Sucht wurde als Ergebnis festgehalten, dass weitere Forschung notwendig sei, um Computerspiel-Sucht (und damit auch andere Medienabhängigkeiten) als eine formale Diagnose zu betrachten. Die American Psychiatric Association (APA) wurde aufgefordert zu untersuchen, ob die Diagnose für eine Aufnahme in den DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) geeignet sei. Frühestens bei der nächsten Revision des DSM im Jahr 2012 könnten damit Verhaltenssüchte in das Diagnosesystem einziehen
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november 2016 by MicrowebOrg
Internetabhängigkeit – Wikipedia
Als besonders gefährdet gelten depressive und einzelgängerisch veranlagte Menschen. Wenn der Druck des Alltags sehr groß wird, kann die virtuelle Welt eine Fluchtmöglichkeit bieten, wobei alltägliche Aufgaben und gesellschaftliche Anforderungen vernachlässigt werden. Als Triebfeder gelten die Verfolgung bestimmter Aufgaben, Realitätsflucht und das Experimentieren mit der Identität sowie die Kombination aus Befriedigung des so genannten Spieltriebs und des Kommunikationsbedürfnisses. Die Simulation gesellschaftlichen Aufstiegs kann ebenso eine Rolle spielen wie das Gefühl von Omnipräsenz. Depressive Menschen finden virtuelle Entlastung, narzisstische Persönlichkeiten befriedigen ihren Machtanspruch, Jugendliche haben neue Möglichkeiten, ihre Grenzen auszuloten, und die vermeintliche Möglichkeit, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Bei Teilnehmern an Vielspieler-Rollenspielen (sogenannte „MMORPGs“) und „Browsergames“ kann es dazu kommen, dass sie ihre Spielerfolge in die Realität mitnehmen, um sich gegen andere Menschen zu behaupten. Oft sind Spielerfolge der Ersatz für Erfolge im echten Leben und werden von den Betroffenen als wichtiger erachtet, als sich der eigenen Realität zu widmen.
Begrifflichkeit

Umgangssprachlich wird bei der Internetabhängigkeit von einer „Sucht“ gesprochen. Es handelt sich um eine substanzungebundene Abhängigkeit, welche in der Klassifikation der ICD-10 erfasst wird:

F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
F63.0 Pathologisches Spielen
F63.8 Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
F63.9 Abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet

Häufig behilft man sich in der Wissenschaft mit der Klassifikation als Störung der Impulskontrolle (F63.8 bzw. F63.9). Die Internetabhängigkeit gilt jedoch gemeinsam mit dem pathologischen Glücksspiel als Exot unter den Impulskontrollstörungen, weil beide nicht etwa durch das zwanghafte Beenden unangenehmer Spannungszustände beschrieben werden können, sondern durch das Entgleiten der Kontrolle über ein ursprünglich primär als Vergnügen erlebtes Verhalten.[14] In Deutschland dominieren zwei konkurrierende Störungsmodelle: das Verhaltenssuchtmodell und das Modell einer Beziehungs- und Verhaltensstörung.[15]

Einige Wissenschaftler wie zum Beispiel der Psychiater Bert te Wildt sehen die Internetabhängigkeit nicht als eigenständige Krankheit an, sondern als eine Verschiebung von nicht-substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen ins Netz

Als besonders gefährdet gelten depressive und einzelgängerisch veranlagte Menschen. Wenn der Druck des Alltags sehr groß wird, kann die virtuelle Welt eine Fluchtmöglichkeit bieten, wobei alltägliche Aufgaben und gesellschaftliche Anforderungen vernachlässigt werden. Als Triebfeder gelten die Verfolgung bestimmter Aufgaben, Realitätsflucht und das Experimentieren mit der Identität sowie die Kombination aus Befriedigung des so genannten Spieltriebs und des Kommunikationsbedürfnisses. Die Simulation gesellschaftlichen Aufstiegs kann ebenso eine Rolle spielen wie das Gefühl von Omnipräsenz. Depressive Menschen finden virtuelle Entlastung, narzisstische Persönlichkeiten befriedigen ihren Machtanspruch, Jugendliche haben neue Möglichkeiten, ihre Grenzen auszuloten, und die vermeintliche Möglichkeit, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Bei Teilnehmern an Vielspieler-Rollenspielen (sogenannte „MMORPGs“) und „Browsergames“ kann es dazu kommen, dass sie ihre Spielerfolge in die Realität mitnehmen, um sich gegen andere Menschen zu behaupten. Oft sind Spielerfolge der Ersatz für Erfolge im echten Leben und werden von den Betroffenen als wichtiger erachtet, als sich der eigenen Realität zu widmen.
Begrifflichkeit

Umgangssprachlich wird bei der Internetabhängigkeit von einer „Sucht“ gesprochen. Es handelt sich um eine substanzungebundene Abhängigkeit, welche in der Klassifikation der ICD-10 erfasst wird:

F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
F63.0 Pathologisches Spielen
F63.8 Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
F63.9 Abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet

Häufig behilft man sich in der Wissenschaft mit der Klassifikation als Störung der Impulskontrolle (F63.8 bzw. F63.9). Die Internetabhängigkeit gilt jedoch gemeinsam mit dem pathologischen Glücksspiel als Exot unter den Impulskontrollstörungen, weil beide nicht etwa durch das zwanghafte Beenden unangenehmer Spannungszustände beschrieben werden können, sondern durch das Entgleiten der Kontrolle über ein ursprünglich primär als Vergnügen erlebtes Verhalten.[14] In Deutschland dominieren zwei konkurrierende Störungsmodelle: das Verhaltenssuchtmodell und das Modell einer Beziehungs- und Verhaltensstörung.[15]

Einige Wissenschaftler wie zum Beispiel der Psychiater Bert te Wildt sehen die Internetabhängigkeit nicht als eigenständige Krankheit an, sondern als eine Verschiebung von nicht-substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen ins Netz
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november 2016 by MicrowebOrg
Internetsucht: "Die Erfolgsquote ist eher ernüchternd" | ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE: Herr Wölfling, laut der Pinta-Studie sind 560.000 Menschen in Deutschland internetabhängig . Was ist der Unterschied zwischen stoffgebundenen Süchten, also etwa einer Alkoholsucht, und nicht stoffgebundenen Süchten wie der Internetsucht?

Klaus Wölfling: Die Unterschiede sind nicht so groß. Experten gehen davon aus, dass es einen gemeinsamen neurophysiologischen Hintergrund gibt. Eine ganze Reihe neuer Ergebnisse aus der Hirnforschung zeigen, dass sich diese Süchte stark im Störungsbild ähneln.

ZEIT ONLINE: Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit Patienten gemacht?

Wölfling: Ich habe mehrere Studien durchgeführt, die zeigen, dass Computerspiel- und etwa Cannabissucht sehr ähnliche Muster zugrunde liegen. Patienten zeigen ganz ähnliche Symptome. Sie sprechen häufig von Verlangen und haben diesen unwiderstehlichen Drang, Substanzen zu konsumieren oder eben im Internet zu sein oder Glücksspiele zu spielen – obwohl sie wissen, dass sie sich damit schaden.

Auf der physiologischen und der sozialen Ebene gibt es weitere Ähnlichkeiten, die uns von Sucht sprechen lassen. Milde Entzugserscheinungen bei Internetsucht sind vergleichbar mit einem Nikotinentzug. Das reicht von niedergeschlagener Stimmung und Gereiztheit über Schlafstörungen und zitternde Hände bis zu innerer Unruhe. Und natürlich die Isolation, das Sich-Zurückziehen und das durch die Sucht bedingte Lügen. Die Patienten berichten ihren Partnern, Eltern oder Kindern nicht mehr wahrheitsgetreu.

ZEIT ONLINE: Können Sie bei jedem Patienten sagen, ob er internetsüchtig oder einfach süchtig nach bestimmten Inhalten wie Onlinespielen ist? Onlinesein an sich ist ja noch keine Sucht.
Klaus Wölfling

Diplom-Psychologe Klaus Wölfling ist Psychologischer Leiter der Ambulanz für Spielsucht, die zur Uniklinik Mainz gehört.

Wölfling: Es gibt ein Problem mit den Begrifflichkeiten. Aktuell werden unter Internetsucht noch verschiedene Tätigkeiten subsummiert, beispielsweise Kaufsucht im Internet, Onlineglücksspiel, Onlinegaming und sogar Informationssuche sowie die Sucht, zehn bis zwölf Stunden täglich privat in sozialen Foren oder Netzwerken aktiv zu sein.

Ähnlich wie bei substanzbezogenen Süchten versuchen wir auch immer, ein Störungsmodell zu erstellen. Dabei steht die Frage im Vordergrund: Warum bin denn gerade ich süchtig geworden? Welche Prädisposition, welche Merkmale bringe ich mit? Je besser ein Patient sich kennt und versteht, desto leichter ist es für ihn, abstinent zu bleiben.
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november 2016 by MicrowebOrg
Internet addiction disorder - Wikipedia
Internet addiction disorder is not listed in the latest DSM manual (DSM-5, 2013),[19] which is commonly used by psychiatrists. Gambling disorder is the only behavioural (non-substance related) addiction included in DSM-5. However Internet gaming disorder is listed in Section III, Conditions for Further Study, as a disorder requiring further study.[19]

Jerald J. Block, M.D. has argued that Internet addiction should be included as a disorder in the DSM-5. However, Block observed that diagnosis was complicated because 86% of study subjects showing symptoms also exhibited other diagnosable mental health disorders

The addiction to 'cyber sex', 'cyber relationships', 'net compulsions', 'information and research' and 'computer gaming' are categories explained by Young 1999, that relate to the 'broad' term Internet Addiction.[26] The addictive stimulus associated with an 'Internet addiction' is technically a rewarding and reinforcing stimulus which is transmitted via the internet, as opposed to exposure or access to the Internet itself; hence, "Internet addiction" is a misnomer.

There are a variety of stimuli online that users could be addicted to rather than the Internet itself, which include communication, gaming, shopping, cyber-relations and anonymity, and so it is argued that users 'just use the Internet excessively as a medium to fuel other addictions.'[27]

A study carried out by Young discovered that over half of people considered 'Internet-dependent' were new users of the Internet, and are therefore more 'inclined' to use to the Internet regularly. She also discusses the fact that 'Non-dependent' users had been using the Internet for more than a year, suggesting that over use of the Internet could 'wear off over time'.[28][29]

It is difficult to detect and diagnose someone with 'Internet Addiction' as it is a 'highly promoted tool'

There are those researchers who say that Internet addiction disorder is not a true addiction and may in fact be no more than a symptom of other, existing disorders.[75][76] An overbroad description of addiction leaves open the possibility of every compensatory behavior being declared an addiction. For example, a person who has lengthy telephone conversations with a friend to avoid an unpleasant situation could be declared "addicted to the telephone" with equal validity as a person who chats on the Internet with the same underlying goal.

Most, if not all "Internet addicts", already fall under existing diagnostic labels.[77] For many individuals, overuse or inappropriate use of the Internet is a manifestation of their depression, anxiety, impulse control disorders, or pathological gambling. IAD is compared to food addiction, in which patients overeat as a form of self-medication for depression, anxiety, etc., without actually being truly addicted to eating. It is possible that a person could have a pathological relationship with a specific aspect of the Internet, such as bidding on online auctions, viewing pornography, online gaming, or online gambling (which is included under the existing pathological gambling), but that does not make the Internet medium itself addictive. For example,[78] whether gambling is done on a computer or face-to-face does not affect whether or not it is pathological; a person with poor impulse control can lose sleep over a suspenseful novel or favorite television show or a computer game or the temptation to click on another web link.

Also, there are significant and critical differences between common Internet activities (e-mail, chatting, web surfing) and pathological gambling, which the IAD notion heavily parallels. The Internet is largely a pro-social, interactive, and information-driven medium, while gambling is seen as a single, anti-social behavior that has very little social redeeming value. Many so-called Internet addicts do not suffer from the same damage to health and relationships that are common to established addictions.[77]

A complete review of the Internet addiction research by Byun et al. in 2008 demonstrated significant, multiple flaws in most studies in this area. In that article, the researchers wrote, "The analysis showed that previous studies have utilized inconsistent criteria to define Internet addicts, applied recruiting methods that may cause serious sampling bias, and examined data using primarily exploratory rather than confirmatory data analysis techniques to investigate the degree of association rather than causal relationships among variables."[2] However, a significant amount of research has been released since 2008, partly as a result of the American Psychiatric Associations inclusion of Internet and Gaming Use Disorder as a condition of further study.
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november 2016 by MicrowebOrg
Psychologie-aktuell.com: Pathologischer PC-Internet-Gebrauch zählt nicht zu den Abhängigkeitserkrankungen
Markante Symptomunterschiede zwischen Personen mit problematischem Internetgebrauch einerseits und Suchtkranken andererseits lassen den Schluss zu, dass das Onlineverhalten nicht sinnvoll mit Stoffabhängigkeiten zu vergleichen ist. Pathologischer Internetgebrauch ist dagegen an ein defizitäres Selbstbild und Beziehungsstörungen gekoppelt.
mikrobuch:demenz  internetsucht 
march 2013 by MicrowebOrg

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