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Thomas und das Fellkissen – eine heimliche Liebe
Seit einigen Wochen leben meine Freundin und ich zusammen. Es ist ein grosses Fest des Friedens und der Freude.

Doch vor all den Sonnenschein haben sich zwei kleine dunkle Wolken geschoben: ein Kissen und ein Turnschuh.

Das Kissen, ein mit Fell bezogenes, hat meine Freundin in den gemeinsamen Haushalt gebracht. Sie liebt es. Ich kann das nicht verstehen, denn es ist nicht schön anzusehen und auch nicht schön anzufassen. Meiner Meinung nach ist es das hässlichste Kissen der Welt. Es liegt jetzt auf meinem Sofa.

Manchmal liegt da auch meine Freundin; ihren hübschen Kopf auf dem nicht so hübschen Kissen, und schmiegt sich wohlig schnurrend daran. Ich bin dann immer sehr gespalten. Es ist ein Anblick, als ruhte eine Lilie auf einem Mobilmachungszettel.

Die Turnschuhe besass ich schon, bevor ich meine Freundin kennengelernt hatte. Es ist mein einziges Paar Turnschuhe; ich trage sie, um zum Yoga zu radeln oder für andere Tätigkeiten, bei denen meine üblichen Schuhe nicht passen. Mir ist es deshalb nicht so wichtig, wie sie aussehen. Meine Freundin empfindet da anders: Ihrer Meinung nach sind es die hässlichsten Turnschuhe der Welt. Sie schämt sich, wenn ich sie trage.

Am Anfang war dieser Konflikt noch lustig. Ich hasse dein seltsames Kissen, sagte ich. Und ich deine ekelhaften Turnschuhe, sagte meine Freundin, und wir lachten.

Dann, eines Tages, als ich allein zuhause war und es mir auf meinem Sofa gemütlichmachen wollte, lag da eben das Kissen. Du fürchterliches Ding, sagte ich, und warf es auf den Boden.

Dann kam meine Freundin nach Hause: Was macht mein Kissen auf dem Boden? Hast du es da hingeworfen?

Ich wollte nicht lügen, schlug aber einer andere Formulierung vor: weggelegt.

Und meine Freundin: Du hast mein Kissen auf den Boden geworfen!

Ich gab es zu und verlangte, das Kissen müsse die Wohnung verlassen, es sei ein grauenhaftes Kissen.

Dann fliegen aber deine widerlichen Turnschuhe auch raus, sagte meine Freundin. Wir wurden uns nicht einig. Vor allem nicht darüber, wer zuerst nachgeben muss.

Einige Tage später fand ich meine Turnschuhe bei der Wohnungstür. Was machen die da, fragte ich.

Die stehen bereit, sagte meine Freundin.

Bereit wofür?

Bereit, entsorgt zu werden, sagte meine Freundin. Die werden jetzt entsorgt.

Aber … das sind meine Turnschuhe, rief ich. Ich habe sonst keine! Und überhaupt, was ist mit denen nicht in Ordnung!

Es sind die hässlichsten Turnschuhe der Welt, rief meine Freundin, die müssen zerstört werden! Im Hagenholz! Bei einer Million Grad!

Von da an herrschte eine kräftemässig ausgewogene Guerilla in unserem Haushalt: Meine Freundin hasste meine Schuhe, ich hasste ihr Kissen. Sie versteckte meine Schuhe, ich versteckte ihr Kissen. Sie holte ihr Kissen wieder hervor, ich holte meine Schuhe wieder hervor.

Gestern jedoch, es war Freitagabend, kam ich müde nach Hause und legte mich auf mein Sofa. Ich legte ein Kissen unter meinen Kopf und dachte: Ach, was für ein flauschiges Kissen. Wie kuschelig es sich doch anfühlt. Ich werde gleich darauf einschlafen, so wohl fühle ich mich auf diesem Kissen.

Entsetzt riss ich die Augen auf. Es war das Fellkissen! Mein Erzfeind!

Ja, und seither pflege ich eine heimliche Liebschaft zum Fellkissen. Offiziell verachte ich es aus tiefem Herzen und schmähe es, sooft ich kann. Doch heimlich, wenn meine Freundin nicht da ist, lege ich meinen Kopf darauf und schmiege mich wohlig schnurrend daran.

Neuerdings geliebt: das schreckliche Fellkissen.

Weiterhin gehasst: die fürchterlichen Turnschuhe.

 
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august 2011 by svensonsan
Für die Einführung von Väter-Quoten
Wenn man seine Zeit regelmäßig mit dem Besuch von Krabbelgruppen verbringt, wird eines schnell klar: Melting Pot und alle Konzepte von gesellschaftlicher Assimilation oder Integration sind und bleiben Träume.
Es scheitert nämlich schon an der Vermischung von Krabbelgruppenvätern und Krabbelgruppenmüttern. Vielleicht würde hier eine Väter-Quote eine Änderung bringen?
Vor vier Jahren noch gab es auf jede zehnte Krabbelstunde einen Papaexoten. Die Leiterinnen haben ihn meist minütlich gelobt und stets in den Vordergrund gestellt, dass es total toll sei, dass die Papis jetzt auch massieren, schwimmen, singen und krabbeln.
Jetzt sehe ich eigentlich in jeder Runde mehrere Väter. Im Grunde hat sich aber nichts geändert. Sie sind jetzt nur keine Einzelexoten mehr sondern Gruppenexoten.
Es gibt Papaecken, in die sich selbige verziehen und von dort aus werden sie von den Mamas beäugt. Machen die auch alles richtig? Was ziehen sie den Kindern an? (Viel zu warm! Viel zu kalt! Diese Farbzusammenstellung!) Spielen die auch richtig mit den Kleinen? (Viel zu viel! Viel zu wenig! Viel zu wild!) Was gibt’s zu essen? (Viel zu ungesund! Viel zu wenig! Viel zu früh!)
Die Liste der bösartigen Beäugungen ließe sich beliebig fortsetzen. Und sollte es wider Erwarten einen Vater geben, der von den Verhaltensweisen der Mütter kaum abweicht, bleibt ja noch eines: Warum macht der eigentlich Elternzeit? Ist der arbeitslos? Was ist das überhaupt für ein Luschi?
Väter haben es echt nicht leicht. Das was in der Jobwelt Frauen widerfährt, bekommen sie eins zu eins im Kreise der Kinderentertainmentrunden zurück.
Chancen zur Integration gibt es kaum. Grenzen zwischen den Geschlechtern zu überschreiten ist nicht möglich, weil es das unausgesprochene Verbot gibt, Frauen anzusprechen. Wehe es wird übertreten! Was will der jetzt? Soll das eine Anmache sein? Was sagt seine Frau dazu? Noch schlimmer: Hat der überhaupt eine? Armes Kind!
Liebe Mütter, ich fordere hiermit auf: Öffnet Eure Herzen! Grüßt die Papas. Es sind auch nur Menschen.
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february 2011 by svensonsan

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