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Nobelpreisträgerin Interview: Wissenschaftler brauchen Mut - SPIEGEL ONLINE
Nüsslein-Volhard: Wer nicht bereit ist zu scheitern, kann auch nichts Neues finden. Man weiß ja nicht, ob man eine Antwort auf die Frage bekommt, die man sich gestellt hat, denn natürlich ist das, was man herauszufinden versucht, noch nicht bekannt.

SPIEGEL ONLINE: Und man muss aushalten, dass die Dinge nicht so funktionieren, wie man es sich vorgestellt hat?

Nüsslein-Volhard: Das gehört zur psychologischen Grundausstattung eines Wissenschaftlers. Man geht ähnlich vor, wie ein Kind beim Spielen: Man probiert etwas, bastelt herum, und wenn es nicht funktioniert, versucht man etwas anderes. Aber klar, wenn man sich von einer Lieblingsidee verabschieden muss, ist das manchmal auch sehr schmerzhaft.

SPIEGEL ONLINE: Kann man das Risiko des Scheiterns minimieren?

Nüsslein-Volhard: Jemand, der überhaupt keine Risiken eingeht, kann kein guter Wissenschaftler sein, ausgeschlossen. Es gibt Leute, die wollen bei jedem Experiment schon vorher wissen, was dabei herauskommt. Das führt zu nichts, man muss einfach auch etwas ausprobieren. Je größer das Risiko, umso größer kann am Ende auch der Gewinn sein. Das war bei der Forschung mit den Taufliegen auch so.

...
Ich habe mein erstes Dissertationsthema deshalb auch aufgegeben. Ich habe damals mit Bakterienphagen gearbeitet, sollte Werte bestimmen, die so klein waren, dass sie kaum vom Hintergrund zu unterscheiden waren. Ich sah überhaupt nicht, wie damit etwas Signifikantes herauskommen konnte. Der Aufwand stand in keinem Verhältnis zum erwartbaren Ergebnis.

SPIEGEL ONLINE: Wie hat Ihr Doktorvater reagiert?

Nüsslein-Volhard: Er war furchtbar sauer, ich habe mich mit ihm darüber richtig verkracht. Aber ich wollte mir ein großes Ziel stecken und hatte ein neues spannendes Thema gefunden, das ich dann auch fertig machte. Er hat mir die Bestnote verweigert - weil ich nicht durchgehalten hätte und mir Frustrationstoleranz fehle. Im Nachhinein gesehen war meine Entscheidung richtig, denn es hat sich später herausgestellt, dass das erste Thema wirklich zu nichts geführt hätte. Das sage ich auch jedem: Greift nach den Sternen, sucht nach etwas, was wirklich wichtig, aber auch neu und riskant ist. Die sicheren Themen werden schon von anderen bearbeitet, denen man sie auch besser überlassen sollte.
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march 2015 by snearch
Leishmaniose-Gefahr: Sandmücken erstmals in Hessen entdeckt - SPIEGEL ONLINE
Das BiK-F gehört zu der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Frankfurter Goethe-Universität.
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august 2014 by snearch
Gerd Antes: Kritik des Cochrane-Direktors an deutscher Forschung - SPIEGEL ONLINE
Vor bestehendem Wissen keinen Respekt zu haben, ist Merkmal hochwertiger Forschung. Die Realität zeigt, dass die Welt von diesem Idealzustand erschreckend weit entfernt ist. Gerade Deutschland befindet sich im Tiefschlaf, kritisiert Gerd Antes, Direktor des Cochrane Zentrums.
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january 2014 by snearch
Naturwissenschaft: "Enttäuschungen gehören dazu" | Studium | ZEIT ONLINE
Ullrich: Auf jeden Fall ein starkes Selbstbewusstsein. Leider mangelt es daran beim Nachwuchs viel zu oft. Ich würde sogar sagen, fehlendes Selbstbewusstsein ist oft das größte Hindernis auf dem Weg zu einem guten Forscher.
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ZEIT Campus: Wie äußert sich das?

Ullrich: Sie drücken sich vor den entscheidenden Experimenten, aus Angst, dass sie falsch liegen könnten. Natürlich gibt es tausend rational anmutende Gründe, die man in solchen Fällen vorschieben kann, aber letztendlich fehlt vielen einfach der Mut. In den großen Pharmaunternehmen wird Risikofreude leider auch nicht gefördert
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january 2013 by snearch
Mensch und Natur: Wir Weltgärtner | Wissen | ZEIT ONLINE
Leinfelder: Auch der Wissenschaft ist natürlich klar, dass wir noch längst nicht alles wissen. Um ein solches Gesamtverständnis zu erreichen, brauchen wir sicher noch eine sehr viel bessere Verschränkung von Natur- und Geisteswissenschaften; dasselbe gilt aber auch für Technik und Gesellschaft. Die Wissenschaft kann nicht alleine die Antwort geben. Wir brauchen mehr Partizipation auf allen Ebenen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), dem ich angehöre, hat dazu einen »Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation« vorgeschlagen. Das heißt: Um Veränderungen zu erzeugen, müssen die gesellschaftlichen Kräfte von vornherein mit einbezogen werden. Und wir brauchen mehr systemisch arbeitende, interdisziplinär kooperierende Wissenschaftler.
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Leinfelder: Wir brauchen sicher mehr Karrierewege, die von vornherein die systemische Perspektive eröffnen. Das fängt schon in den Schulen an: Dort wird ja auch meist noch sektoral gedacht – Physik, Chemie, Biologie – und nicht themenbezogen. Um das zu ändern, braucht es entsprechend ausgebildete Leute und Anreizsysteme in den Hochschulen. Das dauert. Aber da bewegt sich schon etwas.
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ZEIT: Was erhoffen Sie sich jetzt vom Berliner Auftakt zum »Anthropozän-Projekt« konkret?

Leinfelder: Wir erhoffen uns eine kritische Reflexion und eine Aufbruchstimmung. Besonders gespannt bin ich auf die Reaktion des Publikums. Springt der Funke über? Das Projekt ist offen angelegt, und das Ziel können wir alle nur zusammen bestimmen. Wichtig ist vor allem die geistige Vernetztheit – sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch über diese hinaus. Die muss viel besser werden. Die Technik dazu haben wir – das Internet, Datenbanken, extrem rasche Austauschmöglichkeiten. Also: Wenn wir es jetzt nicht schaffen, wann dann?
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january 2013 by snearch
Physicist Richard Feynman’s science lesson for entrepreneurs: Challenge authority. | Radical Social Entrepreneurs
Physicist Richard Feynman’s science lesson for entrepreneurs: Challenge authority.
By Zachary Caceres - May 21, 2012

“If it disagrees with experiment, it is wrong!” roars Richard Feynman in a video recently unearthed by NPR. The clip, on the foundations of science, is only 63 seconds — but its power is clear.

Feynman’s lesson is quietly anti-authoritarian, and it should be near the heart of anyone interested in radical social entrepreneurship.

When it comes to finding new truths in science, “it doesn’t make a difference how beautiful your guess is. It doesn’t make a difference how smart you are, who made the guess, or what his name is” declares Feynman.

If a theory fails the test — if we can falsify it — it is wrong. We can disagree about the results of a test, but no amount of bullying or money or political clout can stand in the way of the scientific enterprise.

Or at least that’s how it works in theory.

In sad truth, science — like anything else — is occasionally derailed by special interests and political agendas. Whether research is financed by government or private parties, everyone has their own agenda which sways the shape of scientific evolution.
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may 2012 by snearch
Ökonom Thomas Straubhaar: "Keine Chance gegen den Mainstream" | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
Straubhaar: Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Hier muss man gewisse Konsequenzen ziehen. Was wissenschaftlich publiziert wird, was zu wissenschaftlichen Karrieren führt, ist eben ein hoch komplexer Prozess mit vielen Akteuren, denen es nicht nur um relevante Erkenntnisse, sondern – ganz banal – auch um ganz persönliche Interessen geht. Und da gab es in den vergangenen Jahren zu viele Anreize, die zu einer Herdenbildung innerhalb der Ökonomie geführt haben. Das ist empirisch feststellbar. In Amerika wurden Standards gesetzt, die hierzulande nachgeahmt worden sind.
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february 2012 by snearch
Guest Blog: Man discovers a new life-form at a South African truck stop
Then, one day, things changed. He was looking through specimens when he found something more interesting than anything he had ever seen before. It was a fossil that looked like a cross between two different kinds of animals. It had the wrong mix of parts. It was--he would come to convince himself--a single individual of an entirely new order of beasts.
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april 2011 by snearch
Neues Freihand-Fahrrad: Die Masse macht's - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
Es rollt und rollt - Forscher haben ein fahrerloses Fahrrad konstruiert, das nicht umkippt. Es zeigt: Andere Effekte als bislang gedacht bestimmen die Stabilität von Zweirädern. Wichtig ist vor allem die Verteilung des Gewichts.
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april 2011 by snearch
BBC News - Voyager: Still dancing 17 billion km from Earth
"It counts the particles and measures their direction," explained Suzanne Dodds. "This will give us a much better picture of what's happening with the solar wind close to the heliopause (the "official" edge of the Solar System). It could be that as we do these measures we see its direction change. All we have out there is models and every time we get data the models don't quite fit what Voyager sees, and then we have to update the models."

On Monday this week Voyager rolled 70 degrees anticlockwise as seen from Earth from its normal orient
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march 2011 by snearch
Nobelpreisträger im Gespräch: "Laser werden die Medizin revolutionieren" | Wissen | ZEIT ONLINE
Pionier der Lasertechnologie: Dank Nicolaas Bloembergen nutzen Forscher Laserstrahlen. Im Videointerview sagt der Nobelpreisträger, was Laser künftig leisten werden.
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october 2010 by snearch
Nobelpreisträger im Gespräch: "Wissenschaft ist ein großes Abenteuer" | Wissen | ZEIT ONLINE
Wie kann Wissenschaft begeistern? Forscher müssen ihr Wissen teilen und dürfen sich selbst nicht zu ernst nehmen, sagt der Nobelpreisträger Peter Agre im Videointerview.
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september 2010 by snearch
Besser laufen mit dem Sportschuh ohne Hacke
Das KAT-Kompetenzzentrum Ingenieurwissenschaften/Nachwachsende Rohstoffe der Hochschule Magdeburg-Stendal ist Forschungspartner in einem EU-Projekt zur Entwicklung eines innovativen Sportschuhs. Drei Magdeburger Wissenschaftler prüfen seit September die mechanische Eignung neuer Verbundmaterialien für den etwas anderen Laufschuh. In knapp zwei Jahren soll der hackenlose Sportschuh mit geringem Gewicht, günstigem Preis und guter Ökobilanz marktreif sein.
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january 2010 by snearch
Erstes Tiermodell: Forscher züchten Maus mit schizophrenem Verhalten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
US-Wissenschaftler haben Mäuse mit gentechnischen Verfahren in diesen Krankheitszustand versetzt. Bisher existierten keine Modelle, mit deren Hilfe Mediziner Therapien gegen die psychischen Störungen entwickeln können, an denen ein Prozent der Weltbevölkerung leidet. Mit den Tieren können Wissenschaftler nun die Wirksamkeit von Medikamenten überprüfen. Um die Psyche der Maus zu beeinträchtigen, schalteten sie ein Gen aus, das als eine Art Bremse in Hirnzellen funktioniert: Das Gen spielt bei komplexen Denkvorgängen und Entscheidungen über angemessenes Sozialverhalten eine wesentliche Rolle. Die Neurobiologen zerstörten damit die kritische Balance von Anregung und Hemmung spezieller Nervenzellen, mit denen das Gehirn die Flut eingehender Informationen für Entscheidungen verarbeitet. Schizophrenie-Mäuse brauchten deutlich länger für Lernvorgänge Die sogenannten Pyramidenzellen werden von vorgeschalteten Zellen, den Interneuronen, durch biochemische Stoffe
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december 2009 by snearch

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