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Klimawandel: Die Katastrophe hätte verhindert werden können - SPIEGEL ONLINE
Bei fünf Grad droht das Ende der Menschheit

Das Tragische und Verstörende dabei ist, und das beschreibt Nathaniel Rich so gut: Es hätte verhindert werden können, das meiste jedenfalls. Die Grundlagen und Details der Erderwärmung waren bekannt, Ende der Siebzigerjahre spätestens, als in den USA ein paar wache Wissenschaftler die Bausteine zusammensetzten und sich an die Politik wandten und sogar Gehör fanden. Als Pläne gemacht wurden und Kommissionen gebildet wurden, als sich die Einsicht durchsetzte, dass die Verbindung von Mensch und Planet zunehmend toxisch war und es eine Lösung gab, die das Minimum war und ein Anfang, damals wie heute: ein radikaler und sofortiger Kohle-Stop.

Die Geschichte macht auch klar, dass das nicht reicht, damals nicht und heute nicht, um wenigstens eine Erwärmung von zwei Grad Celsius zu verhindern. Bei drei Grad, so Robert Watson, der früher für die Vereinten Nationen Lösungen für den Klimawandel, wie es verharmlosend heißt, suchte, werden die Küstenstädte der Welt verloren gehen, womöglich New York, Hamburg, Kalkutta, Bangkok und viele mehr. Bei vier Grad wird in Europa permanente Dürre herrschen, weite Teile Chinas, Indiens und Bangladeschs werden zu Wüsten, der Südwesten der USA wird unbewohnbar. Bei fünf Grad, so sagen es einige der führenden Wissenschaftler, droht das Ende der Menschheit.

Die Frage ist nun, und sie ist so naiv wie ernstgemeint: Warum wird davon nicht dauernd gesprochen?
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august 2018 by snearch
Iran-Entscheidung von Donald Trump: Ohnmächtig in Berlin - SPIEGEL ONLINE
"Umso wichtiger ist es, dass wir Europäer dabei geschlossen auftreten - und am besten auch Russland und China davon überzeugen, das Abkommen weiter zu unterstützen", sagt CDU-Außenpolitiker Hardt. Auch hier fällt Röttgens Analyse härter aus. "Der Vorgang zeigt exemplarisch, wie hilflos Europa außenpolitisch ist", sagt er. "Umso dringlicher ist, dass wir endlich eine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik entwickeln."
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may 2018 by snearch
Military conflict with North Korea can be avoided: Germany's Merkel
BERLIN (Reuters) - A military conflict with North Korea can be avoided, Chancellor Angela Merkel said on Wednesday, adding that Germany could help find a diplomatic solution to Pyongyang's standoff with the United States.

"We should do more," Merkel said of Germany and the European Union.

"We cannot simply insist on a diplomatic solution while we sit and do nothing," she added at an event organized by the Handelsblatt business daily.

Merkel, who is expected to win an election next month, said EU countries like Germany and France could play an active role in securing a peaceful solution to the standoff like they did in talks with Iran over its nuclear program.
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august 2017 by snearch
VW plant den Abbau bis zu 30.000 Stellen - SPIEGEL ONLINE
Volkswagen in Not. Nicht nur der Abgasskandal macht dem Konzern zu schaffen. Auch der Umschwung zur Ära der Elektromobilität. Ein umfangreicher Stellenabbau soll die Voraussetzungen schaffen, um die Krise zu überwinden.
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november 2016 by snearch
Paris: "Nuit Debout"-Proteste bündeln Frust über die Regierung - SPIEGEL ONLINE
"Es geht nicht unbedingt um konkrete Forderungen, sondern um ein grundlegendes Problem, das generelle Schnauze-voll-Gefühl", erklärt eine junge Frau die Motive bei France-TV: "Man erkennt die Kluft zwischen dem Staat, Europa und den Bürgern."

Debattiert werden Arbeitslosigkeit, Armut oder die Misere auf dem Wohnungsmarkt: So politisch die Argumente, so groß das Misstrauen und die Distanz zu den etablierten Parteien. Denn auch die Grünen, Kommunisten oder extremistische Randgruppen gelten als Teil des überholten Systems.
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april 2016 by snearch
EZB: Wie neue Maßnahmen die Glaubwürdigkeit belastet - SPIEGEL ONLINE
Draghi und das "Helikopter-Geld"

Inzwischen halten sie sogar "Helikopter-Geld" nicht mehr für völlig abwegig. Eine radikale Idee, die bislang noch nie in die Tat umgesetzt wurde. Das Konzept sieht vor, dass die Notenbank Geld direkt unter die Bürger bringt, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. EZB-Chef Mario Draghi sprach kürzlich von einem "sehr interessanten Konzept".
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april 2016 by snearch
Diez-Kolumne: Die Flüchtlingskrise, eine Krise der Weltanschauung - SPIEGEL ONLINE
Die Historikerin Anne Applebaum hat gerade in einem als Weckruf gedachten Artikel darauf hingewiesen, dass der Westen zwei oder drei Wahlen davon entfernt ist, sich aufzulösen, seine Grundlagen zu verlieren: Donald Trump, Marine Le Pen, der Brexit.
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"Denk dir doch den Flüchtling anders", hat neulich mein Freund, der indische Schriftsteller Aman Sethi zu mir gesagt. "Es gibt einen alten Begriff, er ist im Arabischen, im Persischen, im Türkischen, in Urdu gleich. Wir sprechen vom Musafir. Es ist ein Reisender, ein Pilger, ein Wahrheiten Suchender, ein Gast."

Wir haben keine Flüchtlingskrise, meinte Aman, wir haben eine Krise des Menschenbildes.
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march 2016 by snearch
Franziskus: Papst spricht von "arabischer Invasion" in Europa - SPIEGEL ONLINE
"Wir können heute von einer arabischen Invasion sprechen", sagte er vor einigen Tagen laut der aktuellen Ausgabe der Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano". Er fügte hinzu: "Das ist eine soziale Tatsache."

Die Äußerungen des Papstes fielen dem Bericht zufolge bereits am Dienstag bei einem Treffen mit Mitgliedern der französischen Sozialbewegung Poissons Roses in der päpstlichen Residenz Santa Marta. Demnach fügte er umgehend an: "Wie viele Invasionen hat Europa im Laufe seiner Geschichte schon kennengelernt! Aber es hat immer gewusst, sich selbst zu übertreffen, weiterzumachen und sich dann selbst am Austausch zwischen den Kulturen wachsen zu sehen."
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march 2016 by snearch
Weltwirtschaftsforum in Davos: Die Welt bangt um Europa - SPIEGEL ONLINE
Wie steht es um Europa? Schlimm, wenn man der Stimmung beim Weltwirtschaftsforum in Davos glaubt. In den Augen vieler droht der Kontinent auseinanderzudriften. Die letzte Hoffnung ruht auf Angela Merkel.

George Soros ist nicht gerade das, was man einen Optimisten nennt. Aber so düster wie an diesem Abend in Davos klang der 85-Jährige Multimilliardär schon lange nicht mehr. Die Lage sei Besorgnis erregend, sagt Soros mit brüchiger Stimme. "Die Europäische Union fällt auseinander." Wenn die EU es nicht schaffe, eine gemeinsame Asylpolitik zu formulieren, werde der Konflikt die Gemeinschaft sprengen.
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Es ist eine gefährliche Mischung von Problemen, die die Top-Manager umtreibt: die wirtschaftliche Schwäche Chinas, der Absturz des Ölpreises, die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die politischen Spannungen im Nahen Osten. Aber eine Angst scheint besonders die europäische Elite umzutreiben: die Angst vor dem Auseinanderbrechen des Kontinents - jenes Kontinents, von dessen Einigungsprozess sowohl die Unternehmen als auch die normalen Bürger in der vergangenen Jahrzehnten so sehr profitiert haben.
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Anders als bei der Eurokrise in den vergangenen Jahren glaube "ein Teil unserer EU-Partner diesmal, sie seien von dem Problem gar nicht betroffen", beklagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Das halte ich für falsch, aber so sehen sie es nun mal."

Um den Kontinent wieder zu einen, hoffen viele Teilnehmer in Davos auf Deutschland und seine Kanzlerin Angela Merkel. "Ich finde es bewundernswert, wie Frau Merkel sich mit aller Kraft dafür einsetzt, eine europäische Lösung hinzukriegen", sagt Philipp Hildebrand, Vizechef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock und ehemaliger Präsident der Schweizer Notenbank. "Das ist zweifelsohne der richtige Weg." Doch auch er fragt sich besorgt, ob Merkel Erfolg haben wird. "Sollten die europäischen Partner ihr hier nicht entgegenkommen, hätte das für Europa schlimme Folgen", sagt Hildebrand. Dann werde es unausweichlich auf nationale Maßnahmen zur Grenzsicherung hinauslaufen.

Im ganz kleinen Kreis werden manche noch deutlicher - und diskutieren offen darüber, ob Merkel am Ende des Jahres noch Kanzlerin sein und Europa in seiner jetzigen Form noch stehen wird. Beides gilt hier in Davos keineswegs mehr als Gewissheit.
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Schäubles Andeutung wird zum "Marshall-Plan"

Wie groß die Erwartungen sind, die auf Deutschland ruhen, zeigen auch die Reaktionen auf den Vorstoß von Finanzminister Schäuble, "viele Milliarden Euro" in die Nachbarländer Syriens zu investieren, um diese zu stabilisieren und zu verhindern, dass die Flüchtlinge weiter nach Europa drängen. So vage Schäubles Worte waren, so begehrlich wurden sie aufgenommen. Von einem "neuen Marshallplan" war gleich die Rede. "Ich bin begeistert von dieser Idee", jubelte sogar Milliardär Soros - ansonsten nicht unbedingt ein Freund Schäubles.
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january 2016 by snearch
China: Börsenabsturz stellt Regierung vor die Systemfrage - SPIEGEL ONLINE
Das Geld kam auch von jenseits der Grenzen: Rund eine Billion Dollar haben ausländische Banken China seit 2010 geliehen, rechnete kürzlich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vor; kein anderes Schwellenland hat höhere Auslandsverbindlichkeiten.

Ein endliches Spiel, dessen Folgen nun unübersehbar sind: große Überkapazitäten in der Industrie, Preisverfall, leerstehende Immobilien, Schulden. Die Auswirkungen erschüttern derzeit die Weltwirtschaft.

Dass es bei allen unbestreitbaren Qualitäten der chinesischen Volkswirtschaft so weit kommen konnte, liegt nicht zuletzt an den Einmischungen der Politik, die stets das Ziel verfolgte, das Wirtschaftswunder in Gang zu halten - auch zu einem Zeitpunkt, als bereits absehbar war, dass die rasche Industrialisierung und Verstädterung an Grenzen nicht unendlich weitergehen könnte.

Ob in China weise Technokraten am Werk waren, darf bezweifelt werden. Ebenso, ganz prinzipiell, ob ein mächtiger Staat in einem System ohne freie Meinungsäußerung, ohne freie Presse, ohne vehemente öffentliche Kritik vernünftig funktionieren kann.

Gut möglich, dass der Deal zwischen Führung, Volk und Big Business weiterhin hält, auch wenn er im Zuge der notwendigen Anpassungen derzeit einem Stresstest unterzogen wird. Das chinesische Modell des Kommandokapitalismus jedoch wird schwerlich in anderen Ländern als Vorbild dienen können.
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january 2016 by snearch
Flüchtlingskrise, Ukrainekrise, Eurokrise: Warum ständig Krise herrscht - SPIEGEL ONLINE
Berlin hat eine Chance verpasst

Unvorhersehbar, unabwendbar, unlösbar? Keineswegs. Die Eurozone - unter Berliner Führung - hat die Voraussetzungen für ein entschlossenes Aufräumen nach dem Kreditboom der Nullerjahre nicht geschaffen. Mehr noch: Sie hat sie bewusst nicht geschaffen. Entsprechend langsam läuft der Schuldenabbau; die Wirtschaft kommt nicht in Gang. Beunruhigende soziale und politische Spannungen bleiben und tragen den Keim künftiger Verwerfungen in sich. (Achten Sie auf den Ausgang der Wahlen in Spanien gegen Ende des Jahres.)
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Aus den ungelösten Problemen von gestern wachsen die Krisen von morgen. Die EU muss deshalb dringend ihre Institutionen reformieren. Europa muss mehr Integration wagen. Eigentlich wollten die Staats- und Regierungschefs dazu in diesem Jahr entscheidende Schritte tun. Aber wie es aussieht, wird daraus wohl wieder nichts.
Europa  EU  Trend  Krise  Dauerzustand  Reformbedarf 
october 2015 by snearch
Flüchtlingskrise: Vergesst die Briten und Osteuropäer - Kolumne - SPIEGEL ONLINE
So könnte der Deal aussehen

Auf der Euroebene wäre die Dynamik eine ganz andere. Es stimmt zwar, dass es keine Rechtsgrundlage für eine gemeinsame Asylpolitik auf Euroebene gibt, aber die gab es für die europäischen Rettungsschirme auch nicht. In Europa schafft man zunächst Fakten, provisorische Institutionen, multilaterale Verträge, und erst dann europäische Gesetze. Wenn man nur will, dann geht das.

Damit das funktioniert, müsste sich vor allem aber auch Deutschland bewegen. Das Thema, das sich am besten für einen Deal eignet, ist die Einlagensicherung innerhalb der europäischen Bankenunion. Deutschland will das nicht, weil man Angst hat, dass andere ihre Banken auf Kosten deutscher Sparen sanieren. Ich halte die Ängste für maßlos übertrieben. Man kann das entsprechend gestalten, dass das nicht passiert.
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ch schreibe diese Zeilen aus Lima in Peru, wo gerade die Weltbank und der Internationale Währungsfonds ihre Jahrestagung abhalten. In meinen Gesprächen dort zeichnet sich jetzt schon die nächste Großkrise ab - in China. Der überfällige Anpassungsprozess dort wird zunächst die Entwicklungsländer in ihr vorindustrielles Zeitalter zurückwerfen, was wiederum dramatische Auswirkungen auf uns hat: weniger Aufträge aus dem Ausland verbunden mit noch mehr Immigration.

Nach dem Zeitalter der Wende leben wir jetzt im Zeitalter der Perma-Krisen. Die Euroländer wären gut beraten, diese Krisen entschlossen zu lösen, und überall über ihren nationalen Tellerrand zu schauen. Hier wäre eine deutsche Führungsrolle hilfreich. Wenn Deutschland die Kröte einer Bankenunion schluckt, und wenn die anderen eine gemeinsame Flüchtlingspolitik unterstützen, dann hätte Europa einen großen Schritt zur Lösung gleich zweier Krisen unternommen.

Merkels historische Rolle wird sich daran messen, ob sie das will und ob ihr das gelingt.
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october 2015 by snearch
Die Demokratie stirbt in der Mitte - Augstein-Kolumne - SPIEGEL ONLINE
Eine Revolution ist im Gange. Eine große Umwälzung. Ob sie zum Guten oder zum Schlechten führt, ist noch nicht ausgemacht. Die Waffe dieser Revolution ist der Populismus. Ihr Medium ist das Internet. Wie jede Revolution hat auch diese ihre Ziele und ihre Opfer. Das Ziel ist die Erneuerung der Demokratie. Sie hat es dringend nötig. Das Opfer ist das politische System der Mitte. Wir sollten ihm nicht zu viele Tränen hinterherweinen. Noch spürt Deutschland, der schläfrige Riese im Herzen Europas, vom kommenden Sturm nur einen leisen Hauch. Aber hoffentlich bläst auch hier bald ein frischer Wind den Mehltau fort, der das politische System erstickt. Es ist der Mehltau der Mitte.
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"Man spürt, irgendwas läuft schief im Land, obwohl doch alles so gut läuft", hieß es vor einiger Zeit in einem Leitartikel der "Zeit". Ein vielsagender und trauriger Satz. Es will schon was heißen, wenn selbst das Leitmedium deutscher Selbstzufriedenheit das wachsende Unbehagen konstatiert, das sich im Bürgertum breitmacht.
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august 2015 by snearch
Wachstum der Weltwirtschaft: Der Kapitalismus ist kaputt - SPIEGEL ONLINE
Doch dieses Mal ist alles anders. Seit der Abschwung 2007 begann und sich dann 2008 zur internationalen Finanzkrise ausweitete, ist die Weltwirtschaft nicht wieder richtig auf Beine gekommen. Die große Rezession markiert einen globalen Trendbruch, das wird immer deutlicher. In den meisten Ländern bleiben die Wohlstandsniveaus weit hinter früheren Entwicklungen zurück.

Der Befund ist eindeutig: Die fetten Jahre sind vorerst vorbei. Aber warum eigentlich? Und was ließe sich dagegen unternehmen? Fragen, die im Zentrum der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank stehen, die am Dienstag in Washington beginnt.

Das größte Rätsel in diesem Zusammenhang ist die andauernde Zurückhaltung der Unternehmen. Eigentlich sollten sie in die Zukunft investieren, gerade jetzt, da die Zinsen extrem niedrig und die Börsenkurse hoch sind und bei vielen Firmen die Gewinne übersprudeln.

Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr, wie er soll

Aber das geschieht in viel geringerem Ausmaß als in früheren Aufschwungphasen, wie eine Studie darlegt, die der IWF diese Woche vorab veröffentlicht hat: Im Zeitraum von 2008 bis 2014 sind die privaten Investitionen in den wohlhabenden westlichen Ländern um ein Viertel hinter früheren Trends zurückgeblieben.

So sieht's aus: Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr, wie er soll. Billiges Geld treibt die Börsenkurse in immer lichtere Höhen, während gleichzeitig weniger Mittel in neue Maschinen, Anlagen und Knowhow fließen. Das hat drastische Folgen: Weil die Produktivität der Arbeiter kaum noch steigt, stagnieren ihre Löhne. Parallel dazu explodieren förmlich die Einkommen derjenigen, deren Entlohnung vom Finanzmarkt beeinflusst wird - siehe die stark gestiegenen deutschen Vorstandsgehälter.
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april 2015 by snearch
IS: Der Islamische Staat hat Probleme im Irak und in Syrien - SPIEGEL ONLINE
Der IS scheint in einer Krise zu stecken: In Syrien sind den Dschihadisten offenbar hundert Häftlinge entwischt, Anhänger bekämpfen sich gegenseitig. Und Anführer Baghdadi kann seine wichtigste Aufgabe nicht erfüllen.
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Doch nach einundhalb Jahren Dschihadisten-Herrschaft scheint IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi in Al-Bab Probleme zu bekommen:

Fahnenflucht: Mindestens neun IS-Mitglieder sollen am Montag von anderen Kämpfern der Radikalen getötet worden sein. Eine Gruppe Dschihadisten wollte die Stadt verlassen, um in die 30 Kilometer entfernte Türkei zu flüchten. Andere IS-Anhänger konnten sie aufhalten.

Gefängnisausbruch: Am Dienstag sind offenbar knapp hundert Häftlinge ausgebrochen. Die große Anzahl legt nahe, dass sie womöglich Hilfe von Insidern bekamen.

Ausgangssperre: Vergangene Woche soll der IS in Al-Bab einen abendlichen Zapfenstreich eingeführt haben, offenbar um die Einwohner besser kontrollieren zu können: Nach 22 Uhr darf sich bis Sonnenaufgang niemand mehr auf der Straße blicken lassen.

Die Informationen stammen von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), einer Gruppe mit Sitz in Coventry, die ein großes Kontaktnetz in Syrien hat. Bisher haben sich ihre Angaben immer als zuverlässig erwiesen. Der IS selbst schweigt. Er hat kein Interesse daran, etwas anderes als vermeintliche Erfolgsmeldungen über sich zu verbreiten.
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Als größtes Problem könnte sich für den IS ausgerechnet seine Ideologie erweisen. Einerseits macht sie die Stärke der Gruppe aus: Ihr Anführer Baghdadi verspricht mit seinem "Projekt Kalifat" eine Utopie für alle "echten" Muslime, unabhängig von Nationalität und Ethnie, sofort und für jeden greifbar. Tausende ausländische Unterstützer hat Baghdadi auf diese Weise angelockt.

Andererseits macht aber die Realität den Kalifen angreifbar: Jeder sieht sofort, wenn es anders als geplant läuft. Der IS ist zwar eine reiche Miliz. Doch für einen funktionierenden Staat ist er zu arm. Mit dem Regieren klappt es deshalb nicht wie gewünscht: Den Radikalen laufen die Fachkräfte davon.

Vor allem hat der IS-Chef ein expandierendes Kalifat versprochen. Es ist seine Aufgabe, den vermeintlich wahren Islam zu verbreiten. Im Irak und in Syrien hat die Gruppe ihren Zenit offenbar überschritten, kassiert eine Niederlage nach der anderen. Der Nimbus der unbesiegbaren IS-Kämpfer ist dahin.

Nun soll es die Expansion in andere Regionen richten. Baghdadi hat mehrere Länder zu neuen IS-Provinzen erklärt. Doch eigentlich spielt die irakisch-syrische Region in der Ideologie der Miliz die zentrale Rolle. Mit seiner weltweiten Ableger-Strategie droht Baghdadi sich zu verzetteln und die Gruppe in ihrer Kernregion weiter zu schwächen.
IS  Krise  Baghdadi_Abu_Bakr_al-  Syrien  SOHR  Menschenrechte  Nimbus  Missstand 
march 2015 by snearch
Augstein-Kolumne: Wir sind schuld an der Flut - SPIEGEL ONLINE
In der Krise gibt es einen Moment der Hellsichtigkeit. Dann liegen das Problem und seine Ursachen klar vor uns. Dann entscheidet sich, ob wir lernen oder nicht. Meistens lernen wir nicht. In seinem Buch "Kollaps" hat der amerikanische Evolutionsbiologe Jared Diamond beschrieben, wie Kulturen untergehen: In der Krise geben sie sich noch mehr Mühe, das zu tun, was sie am besten können - Pech, wenn sie das immer tiefer in den Schlamassel lenkt. Wer unter neuen Lebensbedingungen alte Wege geht, endet im Aus. Das hat den Leuten auf den Osterinseln den Rest gegeben, den Wikingern auf Grönland und den Maya. Wenn wir die nächsten sind, sollten wir nicht überrascht sein.
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june 2013 by snearch
Einzelhandel: Ein Supermarkt auf rein pflanzlicher Basis | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
Bredack, ein Mann mit blondem Scheitel, der gerne T-Shirts trägt, steckte zu jener Zeit in einer Lebenskrise. Als Vertriebsleiter für Mercedes baute er ein Werk in Russland auf, rund tausend Kilometer östlich von Moskau. Heute beschreibt er diese Phase als "Burn-Out-Situation". Er kündigte und begann seine Idee zu verfolgen: den Aufbau einer Supermarktkette, nur für vegane Produkte. Der Name: Veganz. Bredack sammelte Geld bei Banken und Investoren ein, insgesamt drei Millionen Euro musste er am Anfang investieren. 2011 eröffnete er schließlich seine erste Filiale am Prenzlauer Berg in Berlin.
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january 2013 by snearch

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