Verlf + babyleben   2

Für die Einführung von Väter-Quoten
Wenn man seine Zeit regelmäßig mit dem Besuch von Krabbelgruppen verbringt, wird eines schnell klar: Melting Pot und alle Konzepte von gesellschaftlicher Assimilation oder Integration sind und bleiben Träume.
Es scheitert nämlich schon an der Vermischung von Krabbelgruppenvätern und Krabbelgruppenmüttern. Vielleicht würde hier eine Väter-Quote eine Änderung bringen?
Vor vier Jahren noch gab es auf jede zehnte Krabbelstunde einen Papaexoten. Die Leiterinnen haben ihn meist minütlich gelobt und stets in den Vordergrund gestellt, dass es total toll sei, dass die Papis jetzt auch massieren, schwimmen, singen und krabbeln.
Jetzt sehe ich eigentlich in jeder Runde mehrere Väter. Im Grunde hat sich aber nichts geändert. Sie sind jetzt nur keine Einzelexoten mehr sondern Gruppenexoten.
Es gibt Papaecken, in die sich selbige verziehen und von dort aus werden sie von den Mamas beäugt. Machen die auch alles richtig? Was ziehen sie den Kindern an? (Viel zu warm! Viel zu kalt! Diese Farbzusammenstellung!) Spielen die auch richtig mit den Kleinen? (Viel zu viel! Viel zu wenig! Viel zu wild!) Was gibt’s zu essen? (Viel zu ungesund! Viel zu wenig! Viel zu früh!)
Die Liste der bösartigen Beäugungen ließe sich beliebig fortsetzen. Und sollte es wider Erwarten einen Vater geben, der von den Verhaltensweisen der Mütter kaum abweicht, bleibt ja noch eines: Warum macht der eigentlich Elternzeit? Ist der arbeitslos? Was ist das überhaupt für ein Luschi?
Väter haben es echt nicht leicht. Das was in der Jobwelt Frauen widerfährt, bekommen sie eins zu eins im Kreise der Kinderentertainmentrunden zurück.
Chancen zur Integration gibt es kaum. Grenzen zwischen den Geschlechtern zu überschreiten ist nicht möglich, weil es das unausgesprochene Verbot gibt, Frauen anzusprechen. Wehe es wird übertreten! Was will der jetzt? Soll das eine Anmache sein? Was sagt seine Frau dazu? Noch schlimmer: Hat der überhaupt eine? Armes Kind!
Liebe Mütter, ich fordere hiermit auf: Öffnet Eure Herzen! Grüßt die Papas. Es sind auch nur Menschen.
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february 2011 by Verlf
Papilla mammaria Phobie
Stillen ist eine super Sache. Man spart Geld, hat das Essen immer in der richtigen Temperatur dabei. Keine Sorge um Verderblichkeit oder Hygiene und auch ohne selbsterfundenes Siegel ist alles umweltfreundlich verpackt.
Spätestens beim zweiten Kind ist es einem auch egal wann man die Brust auspackt und wer das wohlmöglich sehen könnte.
Einzig und allein macht mir Sorge, dass ich vergesse die Brust wieder einzupacken. Es gibt schließlich die Tage an denen das Baby ganz auf Du und Du mit der Brust ist. Sollte es dann mal an der Tür klingeln oder man ist aufgrund schwindendender Essensvorräte gezwungen das Haus zu verlassen, könnte es passieren, dass es sich überaus natürlich anfühlt wenn die Brust aus dem T-Shirt hängt. Oder man stillt gerade und die anderen Kinder machen den üblichen Radau, man ist spät dran zum Impftermin und bricht deswegen überstürzt und barbusig auf.
Jedenfalls befürchte ich ein solches Missgeschick zunehmend. V.a. wenn mich Menschen auf der Straße seltsam anschauen. Es kommt mir dabei selten in den Sinn, dass sie entsetzt sind, weil ich die Haare nicht gewaschen oder Babykotze auf der Jacke habe. Ich fürchte stets die Brust lugt hervor.
Ich nenne das ab heute Papilla mammaria Phobie. Die Dinge brauchen schließlich einen Namen, damit man mit ihnen umgehen lernt.
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october 2010 by Verlf

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