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Popgeschichte - Popgeschichte
Unter dem programmatischen Titel „Resistance through Rituals” formulierte ein Autorenkollektiv um Stuart Hall Mitte der 1970er-Jahre die politische Neubewertung der Alltagskultur unter den neuen Paradigmen. Zentral für die Überwindung streng strukturalistischer Modelle war dabei der Begriff der Subkultur. Deren Angehörige wurden definiert als „identifiably different from their parent culture. They must be focused around certain activities, values, certain uses of material artefacts, territorial spaces etc. which significantly differentiate them from the wider culture.”[20] Kultur wird dabei unter Berufung auf Marx, Gramsci und E.P. Thompson verstanden als „the distinctive ‚way of life' of the group or class, the meanings, values and ideas embodied in institutions, in social relations, in systems of beliefs, in mores and customs, in the uses of objects and material life”.

... entwickelte Dick Hebdige den Ansatz Stuart Halls weiter.[21] Ende der 1970er-Jahre untersuchte er die in unterschiedliche, an Musik und Mode orientierte Stile fragmentierte britische Arbeiterjugend und interpretierte deren Alltagskultur auf der semiotischen Ebene als implizit politisch.

Auch Hebdige operierte dabei mit einem hierarchischen, an der britischen Klassengesellschaft orientierten Modell von Kultur als Repräsentation von Hegemonialbestrebungen konkurrierender gesellschaftlicher Gruppen. Er bediente sich dabei eines Begriffs, der ursprünglich aus dem sogenannten area-approach der Chicago School of Sociology stammt und auf den Soziologen Milton M. Gordon zurückgeht.

Gordon hatte in den 1950er-Jahren neue Identitätskonstruktionen untersucht, die sich aus
sozialer Herkunft (class),
ethnischem Hintergrund (race),
ländlicher oder städtischer Wohnlage
und regionaler Identität ergaben.

Für die Mixtur dieser vier Elemente, die seiner Meinung nach in der modernen Gesellschaft identitätsstiftend waren, hatte er einen neuen Begriff gefunden: die Subkultur.[22] Der Subkultur-Ansatz wurde in den 1970er- und 80er-Jahren in etlichen Einzelstudien verfolgt, erfuhr jedoch auch einige Kritik.

John Fiske etwa definierte Popularkultur innerhalb hegemonialer Strukturen als „eine Kultur des Konflikts”, die „immer den Kampf, soziale Bedeutungen zu erzeugen, die im Interesse der Unterdrückten liegen”, beinhalte.[25] Neben solchen relativ eng an der Birminghamer Schule orientierten Weiter- oder Parallelentwicklungen oder dem älteren Begriff der counterculture[26] des Soziologen J. Milton Yinger war in den USA auch die stärker strukturalistisch argumentierende „Production-of-Culture-Perspektive” des texanischen Kultursoziologen Richard A. Peterson erfolgreich. Peterson hatte bereits zu Beginn der 1970er-Jahre einen Ansatz formuliert, der die Strukturen und Prozesse bei der Produktion von Kulturgütern in den Mittelpunkt stellte.[27] In einem Sechs-Punkte-Programm konzentrierte sich Peterson auf produktionsimmanente Aspekte wie neue Technologien, Industrie, Unternehmensstrukturen und Marktanalysen. Durch die Untersuchung industrieller Prozesse versuchte Peterson, kulturelle Umbrüche zu erklären. So beantwortete er die Frage, warum der Rock'n'Roll sich zu einem bestimmten Zeitpunkt durchsetzen konnte, u.a. aus dem Zusammenspiel von technischen Innovationen (Vinylschallplatte, Fernsehen) und Veränderungen im Rundfunkrecht.[28] Dieser Ansatz findet in erweiterter Form jüngst als Grundlage für eine Art Strukturgeschichte der Kultur neue Aufmerksamkeit

Maase hat diese Ansätze auf empirischer Basis in mehreren Arbeiten unterfüttert, etwa in seiner historischen Amerikanisierungsstudie „BRAVO Amerika”, einer Untersuchung des Aufstiegs der Massenkultur von 1850 bis 1970, oder in der Gegenwartsanalyse „Die Schönheiten des Populären”.[58] Er ist vom französischen Poststrukturalismus beeinflusst, wenn er etwa für einen Perspektivwechsel bei der Untersuchung der Amerikanisierung plädiert, unter der er „keinen einheitlichen und vereinheitlichen Prozess, sondern einen ‚semiotischen Krieg' im Alltag” versteht.[59] Als einer der einflussreichsten Forscher vertritt Maase dabei ein emphatisches, von der Negativität Adornos vollkommen abgekoppeltes Verständnis des Populären.
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september 2019 by MicrowebOrg
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: Kaum eine war im der Nachkriegszeit so verschrien und faszinierend gleichermaßen wie d…
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mittelstern*
Dresdner Blog für Subwirtschaft und Kreativkultur. Mittelpunkt im Mittelstern ist Musik
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