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Meinhard Miegels Buch „Hybris“: Wir sind doch keine rosa Plüschhasen - Sachbuch - FAZ
Grundlage eines zeitgemäßen Konservatismus

Er hadert nicht mit der kulturellen Moderne, sondern mit dem ihr innewohnenden und zunehmend dominanten Aspekt der „Verwirtschaftung“ aller Lebensbereiche, von der Kunst über die Familienplanung bis hin zum Begriff des Bürgers, der kaum mehr sein soll als Konsument und Produzent.

Miegel macht sich keine Illusionen: Ein laufendes System mit einem passenden Werte- und Belohnungsschema macht den Ausstieg nicht leicht. Bis etwa die Gesellschaft die Erwerbsarbeit entlastet und die Eigenarbeit aufwertet, bis die kulturell relevanten Regionen statt der Nationalstaaten im Mittelpunkt des europäischen Gedankens stünden, werde viel Zeit vergehen.

Seine Hoffnung liegt auf der schon an vielen Stellen erkennbaren, individuellen Fähigkeit, den in diesem Buch dargestellten Fakten und Urteilen aufgrund eigener Erschöpfung auch eine Umkehr folgen zu lassen.

Wie genau das aussehen könnte, ist schwer zu beschreiben, denn wir erleben einen Paradigmenwechsel. Und dafür gibt es keine Betriebsanleitungen: „Was jetzt gefragt ist, ist ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen, Improvisationsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft.“ Dieser wohlformulierte und kühl durchdachte Appell taugt zur Grundlage eines zeitgemäßen Konservatismus. Was gegenwärtig das revolutionärste Programm überhaupt wäre. Also ist Miegels „Hybris“ ein super Buch.
Miegel_Meinhard  Kapitalismuskritik  Verwirtschaftung  Paradigmenwechsel  Umkehr  alternative  book_recommendation 
march 2014 by snearch
Strategiewechsel: Google will Weg und Ziel gleichzeitig sein (netzwertig.com, 9.11.2011)
»Seit 13 Jahren versucht Google, Nutzer möglichst kurz auf der eigenen Site verweilen zu lassen. Mit Google+ verändert sich die Prioritätensetzung.«
Google  GooglePlus  Paradigmenwechsel 
november 2011 by fst
Herausforderungen der Informationsfreiheit
oder: Warum eine gute Sache verdammt anstrengend wird.

Eine der zentralen Fragen unserer Zeit ist die des Konfliktes von Informationskontrolle vs. Informationsfreiheit. Man könnte darüber alleine schon einen Vortrag halten. Das ist aber nicht der Inhalt dieses Textes. Ich beschränke mich hier bei der Feststellung, dass ich mit Kristian Köhntopp übereinstimme, das es auf folgende Frage hinaus läuft:

Hier ist die Wahl. Sie ist die einzige Wahl. Sie ist digital, wie das
Medium, das die Wahl erzwingt:
1. Kopieren hinnehmen.
2. jede Kommunikation von Jedermann mit jedem anderen immer auf ihre Legalität hin untersuchen und filtern.
Wenn Fall 2 nicht stattfindet, bildet sich sofort ein Overlay-Netzwerk und Fall 1 tritt ein.

Wir alle erleben gerade selbst, mehr oder weniger am eigenen Leibe, welche Grundrechte und Freiheiten die Verteidiger der Informationskontrolle zum Erhalt eben jener zu opfern bereit sind.

Dieses ist nicht hinnehmbar, weshalb ich mich entschieden auf die Seite der Informationsfreiheit stelle. Doch was bedeutet Informationsfreiheit für mich?

Eine Definition der Informationsfreiheit
Ich benutze hier Informationsfreiheit für die Beschreibung eines Zustandes in dem annähernd alle Informationen direkt nach Ihrer Entstehung und jederzeit von überall zur Verfügung stehen. Dies ist als gesellschaftliches Ideal zu verstehen, welches sich aber auch als polistische Forderung eignet.
Ihr steht die Informationskontrolle in Reinform als Extrempunkt gegenüber.

Zur Erläuterung:
Mit „annähernd alle“ bezeichne ich alle Informationen von Individuen und Organisationen, die im Laufe Ihrer Existenz anfallen bzw. von diesen erzeugt werden. Die Einschränkung resultiert daraus, dass Individuen Ihre Möglichkeit nutzen, gesonderte Informationen nicht fest zu halten, bzw. nur mit einen ausgewählten  Kreis zu teilen.
Mensch muss sich allerdings bewusst sein, dass jede geschriebene/festgehaltene Information potenziell und auf jeden Fall so gut wie öffentlich ist.

Es ist extrem wichtig, dass Informationen möglichst zeitnah nach Ihrer Entstehung ge- und verteilt werden, da sie andernfalls von den Leuten, die Ihre Freigabe verzögern, kontrolliert werden. Des weiteren bin ich der Meinung, dass der Zugang zu Informationen allen Menschen möglichst unkompliziert und ohne Schranken ermöglicht werden muss.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man durch ein breite Beteiligung und Plattformneutralität die aktuellen Probleme lösen können wird.

Was sind die Herausforderungen?

Während die vorrausgehenden Überlegungen, bzw. die aus Ihnen resultierenden Forderungen, noch öfters anzutreffen sind, fehlt eine Diskussion Ihrer Konsequenzen weitesgehend.

Ein Kampf für die Informationsfreiheit ohne dabei zu bedenken, welche sozialen Herausforderungen diese mit sich bringt kann, meine Meinung nach, nur katastrophal enden.

Diese Problematik lässt sich sehr gut anhand der Rolle ihres Gegenparts in unserer aktuellen Gesellschaft aufzeigen.

Macht basiert auf Informationskontrolle
Die mächtigste Partei in einem Konflikt ist heutzutage stets die, die sich der meisten Informationen, bzw. ihrer Nutzungsrechte, ermächtig und so der Gegenseite den Zugang zu eben jenen verwehren/verzögern kann.

Im Wirtschaftsystem kann man dies recht gut beobachten. Zum einem an dem Patentwahnsinn, der mit der Lizensierung von Genen und Algorithmen in den letzten Jahren die wildesten Blüten trieb. Zum anderen basiert jegliche Form des Handels auf Informationskontrolle oder profitiert zumindest entscheidend von ihr. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass dies ein zentrales Monument des Kapitalismusses darstellt.

Aber es betrifft nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte:

Informationskontrolle ist auch ein zentrales Element unsere Kultur. Konzepte wie Kindheit, Altersfreigaben oder auch Privatsphäre wären ohne sie nicht umzusetzen. Das interessante bei dieser Betrachtung ist allerdings, dass diese Konzepte alle relativ jung sind.

Sind sie doch gerade mal 2-300 Jahre alt, und stellen ein festes Fundament der bürgerlichen Kultur dar. Mit deren Hilfe das Bürgertum den Adel im Anschluß an die Revolutionen des 18. und 19.en Jahrhunderts in seiner Vormachtstellung verdrängte.

Wie können wir diesen Herausforderungen entgegen treten?
Ebenso wichtig wie das reine anlysieren und erkennen der Problematik ist die Erörterung bzw. Erarbeitung von Lösungsansätzen für unsere Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die näher an der Informationsfreiheit liegt als an der Informationskontrolle verlangt von Ihren Mitgliedern automatisch ab, sich mit dem unweigerlich entstehenden Strom von Informationen auseinander setzen zu können.

Wir alle müssen lernen uns widerstrebende Ideen, Werte & Normen als solche zu akzeptieren. Ich sage hier ausdrücklich akzeptieren, da ein reines tolerieren von widerstrebenden Informationen bzw. Gedanken die tolerierenden Menschen von der wichtigen Aufgabe der Auseinandersetzung befreit und somit der absichtlichen und isolierenden Ignoranz den Raum frei macht.

Des weiteren ist es aber auch nötig, dass die Menschen dieser Gesellschaft auch die Zeit haben um sich mit dieser Flut an Gedanken anderer Menschen auseinanderzusetzen. Weshalb ich der Meinung bin, dass ein Kampf für die Informationsfreiheit auch immer ein Kampf für die soziale Gleichstellung aller Menschen darstellt. Im übrigen verlangt der Erhalt unseres unsäglichen Geldsystemes selbst nach Konzepten wie dem garantierten Grundeinkommen – doch auch dieses ist ein Thema für einen weiteren Artikel.

Regulierung über die Gemeinschaft und nicht über Gesetze
Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass positive wie negative Sanktionierung des Umgangs mit Informationen anderer über gesonderte Organe zum einen aufgrund des exponentiell steigenden Informationsflusses ab einem gewissen Zeitpunkt schlicht und einfach nicht mehr zu realisieren sein wird.

Zum anderen kann dieses für eine Gesellschaft auf lange Sicht auch nicht wünschenswert sein, ergibt sich doch das Problem der Überwachung der Überwacher. Also der Elitenbildung und den daraus resultierenden Machtmissbrauch der Überwacher.

Schlußendlich kann eine Beeinflußung des sozialen Verhaltens der Mitglieder einer Gesellschaft, die nicht aus der Mitte eben jener kommt sich nie so schnell entwickeln wie sich neue Formen des sozialen Zusammenlebens heraus kristallisieren.

Dies alles verlangt von jedem einzelnen ein viel größeres Maß der selbst geleisteten Kontrolle über Emotionen und Verhalten ab als wir es momentan gewöhnt sind. Der Mensch in der Informationsfreiheit muss die Selbstdisziplin aufweisen können, von sich heraus die Gedanken und Lebensweisen anderer offen anzuerkennen und zu respektieren.

Man mag diese Überlegung als wirr oder wahnsinnig betrachten. Da sich die Informationsfreiheit und die Informationskontrolle gegenüberstehen ist dies auch nur logisch, dass ein Wandel von einer Gesellschaft der Informationskontrolle zu einer der Informationsfreiheit einen radikalen Paradigmenwechsel erfordert.

Unabhängig von meinen Schlüssen bestehen die eingangs beschriebenen Probleme in unserer Gesellschaft und wir werden eine Lösung finden müssen. Es liegt an uns, zu entscheiden und erkämpfen, wie diese aussehen sollen.

Viele der vorangehenden Überlegungen müssen Mitgliedern unserer heutigen Kultur zwangsläufig als leichtfertig und gefährlich erscheinen.

Doch dies zeigt nur umsomehr die Dringlichkeit der Diskussion auf.
Uncategorized  Herausforderungen  Informationsfreiheit  Informationskontrolle  Paradigmenwechsel  Unzivilisation  from google
october 2011 by schmitz
sozialtheoristen.de: Paradigmenwandel
stefan schulz fand oettings vortrag nicht so gut und erklärt auch einleuchtend warum.
martin_oetting  paradigmenwechsel  from delicious
may 2011 by diplix

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