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Die Renaissance des Idioten. Wie die Metaphern real werden und der Selbstsaboteur die Weltbühne erobert
Etwas ist anders. Die Art und Weise, wie über Politik gesprochen, befunden und geurteilt wird, ergibt keinen Sinn mehr. Wenn man heute z.B. Faschisten nicht eindeutig als Faschisten ausmachen kann und deshalb von „Postfaschismus“ oder „Rechtspopulismus“ sprechen muss, und wenn diese Rechtspopulisten in manchen Flugblättern fordern, was längst Gesetz ist, dann ist das merkwürdig. Merkwürdig ist auch, wenn linke Aktivisten „Ausländerbonzen raus“ an die Wand eines Kreuzberger Cafes schmieren, um gegen Gentrifizierung ein Zeichen zu setzen, oder urbaner Tribalismus Ressentiments gegen Touristen schürt, weil das ökologisch bewusste Szene-Bürgertum ihr natürliches Habitat in Gefahr sieht.

Merkwürdig ist auch, wenn sich eine junge Dschihadistin freiwillig an die syrische Front meldet und dann schockiert ist, mit Krieg und Barbarei konfrontiert zu werden, oder wenn ein rechter jüdischer Blogger mit antisemitischen Stereotypen aufwartet, um dem liberalen Judentum eines auszuwischen. Auffällig ist, dass politische Positionen nicht nur widersprüchlich, sondern auch willkürlich sind, so dass man z.B. am nächsten Morgen googeln muss, um zu verstehen, was man am Abend zuvor gewählt hat. In solch merkwürdigen Zeiten kann man das christliche Abendland als nationale Rechtfertigung gegen Asylunterkünfte ins Feld führen, russisches Zarenreich und sowjetischen Stalinismus versöhnen, ein so anti-westliches wie turbokapitalistisches Kalifat des 18. Jahrhunderts gründen oder im vierradgetriebenen Sport-Cabrio-Geländewagen den innerstädtischen Biomarkt ansteuern.

Idiokratie

Man mag alle diese Fälle als Kuriositäten abtun. Für mich offenbart sich darin eine tiefer gehende Tendenz: die Selbstsabotage des politischen Denkens, die Herrschaft der gemeinten Meinung, die keinen Gegenstand hat oder am laufenden Band Pseudo-Gegenstände produziert: Pseudo-Debatten, Pseudo-Religionen, Pseudo-Staaten, Pseudo-Fakten, Pseudo-Gefühle. Es gibt viele Namen für diese Tendenz. Der Philosoph Harry G. Frankfurt hat 2004 in einem berühmten Aufsatz das Verschwinden der diskursiven Ordnung als Bullshit bezeichnet. Ein Lügner benötigt die strikte Unterscheidung von wahr und falsch. Ein Bullshit-Akteur hingegen zerstört alle Verbindlichkeit, glaubt aber am Ende selbst an die intimen Parameter seiner Argumente. Für sich genommen, bedeuten all seine Idiosynkrasien nichts – jeder kann sich zuhause problemlos eine private Quatsch-Ideologie zusammenschustern. Das Problem ist, dass dieser Quatsch inzwischen zum modus operandi des öffentlichen Lebens geworden ist, und dass sich in letzter Konsequenz die darin waltende „Tyrannei der Intimität“ (Richard Sennett) auch gegen sich selbst wendet.

Platon schreibt in den Nomoi, dass das Sonderinteresse „den Staat zerreißt“. Eine Gesellschaft von Privatleuten ist unmöglich, weil es keine Vermittlung aller Einzelinteressen geben kann und der politische Logos nicht die handelnde Vernunft umfasst. Das antike Wort für das Subjekt dieser Unmöglichkeit war idiotes. Der idiotes bezeichnete nicht nur die „Privatperson“, sondern vor allem jemanden, der den Unterschied von privat und öffentlich sabotierte. Der Begriff wurde in der Antike zwar oft funktional verwendet, z.B. als politischer Gegensatz zum strategos, als Begriff für einen Prosaiker im Gegensatz zum Dichter, als Bezeichnung für Laien oder zur Kennzeichnung bürokratischer Angelegenheiten (für private Opferriten galten beispielsweise andere Tarife als für öffentliche). Politisch bedeutete idiotes aber eine gesellschaftliche Dysfunktion. Jedes Mal, wenn man sich in diesen Tagen fragt, warum Wähler gegen ihre eigenen Interessen stimmen oder warum Polit-Hasardeure wie Duterte oder Trump an der Macht sind, sollte man sich die antike Perspektive vergegenwärtigen: Man kann es nicht jedem Recht machen, wenn jeder schon auf seine Weise Recht hat, aber genau deswegen gerieren sich Polit-Hasardeure immer wieder als historische Erfüller der idiotischen Begierde.

Eine treffende Illustration hierfür liefert der Film Idiocracy (2006). Die Zukunftsgesellschaft besteht hier aus daueronanierenden Wutbürgern, die einen ehemaligen Wrestler und Pornostar zum Präsidenten gewählt haben. Ein Produzent von Idiocracy wurde letztes Jahr nach der politischen Vision seines Filmes gefragt. Seine Antwort lautete: Idiocracy sei der einzige Film in der Geschichte der Menschheit, der als Spielfilm beginnt und als Dokumentarfilm endet. Ein Artikel der New York Times mit dem Titel „Trump and the True Meaning of ‚Idiot‘“ überträgt die filmische Wirklichkeit auf die Kulturgeschichte: Ein Idiot verstehe nicht, dass Selbsterhaltungstrieb und soziale Organisation miteinander verwoben seien. Deshalb unterwandere er sowohl die Gemeinschaft als auch die Kommunikation, auf der sie beruhe.

Seit Marx lässt sich die bürgerliche Selbstsabotage, für die Trump & Co zugleich als Maskottchen wie auch als Symptomträger fungieren, unter dem Begriff Idiotismus zusammenfassen:

Daß ein Ding seine eigne Ursache schließlich zerstören kann, ist nur für den in den hohen Zinsfuß verliebten Wucherer eine logische Absurdität. Die Größe der Römer war die Ursache ihrer Eroberungen, und ihre Eroberungen zerstörten ihre Größe. Reichtum ist die Ursache von Luxus, und Luxus wirkt zerstörend auf den Reichtum. […] Der Idiotismus der jetzigen Bürgerwelt kann nicht besser gezeichnet werden als durch den Respekt, den die ‚Logik‘ des Millionärs […] ganz England einflößte. [Marx]

Der „Zinswucherer“ ist der verlängerte Arm des bürgerlichen Unbewussten, der Avantgardist des Kapitals, der durch sein Tun versteckte Sehnsüchte der Bourgeoisie abbildet. Die Logik des Milliardärs (inflationsbereinigt) wendet sich dialektisch gegen sich selbst und „produziert vor allem ihren eigenen Totengräber“ (Marx). Keynesianer übersetzen diese Selbstsabotage heute als These von der Ineffizienz der Märkte. Der Ökonom Robert Shiller verweist z.B. in seinem Bestseller Irrational Exuberance auf den bizarren Optimismus, mit dem sich Marktteilnehmer Risiken aussetzen und ihren Untergang in Siegerpose herbeiführen.


Zeitgenössische Karikatur, 1845
Das kapitalistische Unbewusste

Marx’ Einsicht bleibt eminent wichtig, da die modernen Produktionsprozesse zunehmend die Industriegesellschaften, ihre Massenkulturen und deren versteckte Idiotismen prägen. Diese schon von Flaubert beklagte und später von Ortega y Gasset untersuchte „Idiotie der Masse“ äußert sich bis heute in einem grundsätzlich inkompetenten Anspruch auf Kompetenz. In deren planetarischen Echokammer hallen inzwischen Myriaden von Online-Kommentaren wider. Channel 4 and YouGov führten 2016 eine Befragung mit 1.700 Briten durch, um zu erfahren, wie viele Nutzer durch so genannte „Fake News“ in die Irre geführt werden. Dafür wurden sie mit verschiedenen Nachrichtenmeldungen konfrontiert (z.B. „Tourist bitten by massive crocodile after trying to take a selfie“, „Immigrants to be given £8,500 upon arrival to boost economy“ – welche Nachricht ist wahr, welche falsch?). Nur 4% der Befragten schafften es, alle Meldungen korrekt zuzuordnen. 49% waren sich aber sicher, bei allen Beispielen richtig gelegen zu haben.

Die Unfähigkeit, seine eigene Unfähigkeit zu erkennen, wird in der Psychologie manchmal als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet. Diese Selbstverkennungen haben aber schon in der kulturellen Logik der Postmoderne eine gewisse theoretische Fundierung erfahren, sie wurden dabei durch eine zunehmend liberalisierte Ökonomie und die ihr innewohnenden Narzissmen unterfüttert. Der Kunsttheoretiker Matthew Poole bezieht sich auf diese Entwicklung, wenn er vom „Idiotenparadigma“ spricht und damit den neoliberal gespeisten Untergang der politischen Urteilskraft bezeichnet. Damit ist ein „Paradigma der Paradigmenlosigkeit“ umschrieben, in dem gesellschaftliche Leitunterscheidungen ihre Bedeutung verlieren und jegliche Differenzierungsmobilität sabotiert wird. Für Poole heißt das,

dass das kapitalistische Wirtschaftssystem als ein derartig blind machender Komplex, der mit allen Aspekten des Lebens verbunden ist, erscheint, dass wir anscheinend nicht mehr in der Lage sind, die Beziehungen von Ursache und Wirkung zwischen den gesellschaftlichen, politischen, ethischen oder ökonomischen Aktivitäten auf der Welt zu unterscheiden.

Schon der Historiker Moishe Postone betonte, dass bei Marx die Kapitalform gesellschaftlicher Verhältnisse einen „blinden Charakter“ habe und das Kapital die unaufhörliche Selbstvermehrung des Wertes darstelle – als irrationale Abstraktion, die am laufenden Band rationale Sündenböcke produziere, z.B. nach dem alten Muster: Jude = Kapital (die heutigen Postfaschisten à la Steve Bannon sprechen von „Globalisten“, wenn sie George Soros bzw. ‚Judengeld‘ meinen). Es ist daher nicht verwunderlich, wenn in der Ära des Idioten auch Flüchtlinge zur Zielscheibe des kapitalistischen Unbewussten werden.

Die Realisierung der Metapher

Den Idiotismus-Begriff finde ich hier auch deshalb treffend, weil er den realen Gehalt der polit-ökonomischen Wirklichkeit beschreibt: Die Metapher des Idioten ist zur politischen Realität aller geworden. Diese „Realisierung der Metapher“ ist dabei nicht nur ein literarisches Stilmittel wie etwa im russischen Formalismus, sondern, wie die Schriftstellerin Dubravka Ugrešić in Kultur der Lüge illustrierte, auch das Symptom einer Krisen- oder Kriegssemiotik. Es herrscht ja nicht nur dort Krieg, wo es knallt, sondern schon dort, wo die Metaphern real werden. Das „Volk“ (ob himmlisch oder auserkoren) ist dabei wohl die beliebteste Ur-Metapher, die sich als Territorium realisiert oder eben nach Stammtisch-Projekten wie BREXIT oder der Trump-Mauer verlangt, deren Verwirklichung gerade im Gange ist.


Einen aus acht Mauer-Prototypen will Präsident Trump auswählen. © Jorge Duenes/Reuters, Quelle: zeit.de
Der Idiotismus-Begriff ist … [more]
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3 days ago by walt74
Different Worlds
People self-select into bubbles along all sorts of axes. Some of these bubbles are obvious and easy to explain, like rich people mostly meeting other rich people at the country club. Others are more mysterious, like how some non-programmer ends up with mostly programmer friends. Still others are horrible and completely outside comprehension, like someone who tries very hard to avoid abusers but ends up in multiple abusive relationships anyway. Even for two people living in the same country, city, and neighborhood, they can have a “society” made up of very different types of people.

People vary widely on the way they perceive social interaction. A paranoid schizophrenic will view every interaction as hostile; a Williams Syndrome kid will view every interaction as friendly. In between, there will be a whole range of healthy people without any psychiatric disorder who tend toward one side or the other. Only the most blatant data can be interpreted absent the priors that these dispositions provide; everything else will only get processed through preexisting assumptions about how people tend to act. Since things like racism rarely take the form of someone going up to you and saying “Hello, I am a racist and because of your skin color I plan to discriminate against you in the following ways…”, they’ll end up as ambiguous stimuli that everyone will interpret differently.

Finally, some people have personalities or styles of social interaction that unconsciously compel a certain response from their listeners. Call these “niceness fields” or “meanness fields” or whatever: some people are the sort who – if they became psychotherapists – would have patients who constantly suffered dramatic emotional meltdowns, and others’ patients would calmly discuss their problems.

The old question goes: are people basically good or basically evil? Different philosophers give different answers. But so do different random people I know who aren’t thinking philosophically at all. Some people describe a world of backstabbing Machiavellians, where everybody’s a shallow social climber who will kick down anyone it takes to get to the top. Other people describe a world where everyone is basically on the same page, trying to be nice to everyone else but getting stuck in communication difficulties and honest disagreements over values.

I think both groups are right. Some people experience worlds of basically-good people who treat them nicely. Other people experience worlds of awful hypocritical backstabbers. This can be true even if they live in the same area as each other, work the same job as each other, et cetera.

And it’s not just a basic good-evil axis. It can be about whether people are emotional/dramatic or calm/rational. It can be about whether people almost always discriminate or almost never do. It can be about whether they’re honest or liars, shun outsiders or accept them, welcome criticism or reject it. Some people think elites are incompetent parasites; others that they’re shockingly competent people who mean well and have interesting personalities. Some people think Silicon Valley is full of overpriced juicers, other people that it’s full of structured-light engines. And the people who say all these things are usually accurately reporting their own experiences.

Some people are vaguely aware of this in the form of “privilege”, which acknowledges different experiences at the cost of saying they have to line up exactly along special identity categories like race and gender. These certainly don’t help, but it’s not that simple – as proven by the article by that black Southerner who says she never once encountered discrimination. I’ve seen completely incomprehensible claims about human nature by people of precisely the same race, sex, class, orientation, etc as myself, and I have no doubt they’re trying to be truthful. The things that divide us are harder to see than we naively expect. Sometimes they’re completely invisible.

To return to a common theme: nothing makes sense except in light of inter-individual variation. Variation in people’s internal experience. Variation in people’s basic beliefs and assumptions. Variation in level of abstract thought. And to all of this I would add a variation in our experience of other people. Some of us are convinced, with reason, that humankind is basically good. Others start the day the same way Marcus Aurelius did:

When you wake up in the morning, tell yourself: the people I deal with today will be meddling, ungrateful, arrogant, dishonest, jealous and surly. They are like this because they cannot tell good from evil.

Notice this distinction, this way in which geographic neighbors can live in different worlds, and other people’s thoughts and behaviors get a little more comprehensible.
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4 days ago by walt74
She Warned of ‘Peer-to-Peer Misinformation.’ Congress Listened. - The New York Times
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“When my son was born, I began looking into vaccines. I found myself wondering about the clustering effects where the anti-vaccine movement was concentrated,” Ms. DiResta recalled. “I was thinking, ‘What on earth is going on here? Why is this movement gaining so much momentum here?’”

She started tracking posts made by anti-vaccine accounts on Facebook and mapping the data. What she discovered, she said, was that Facebook’s platform was tailor-made for a small group of vocal people to amplify their voices, especially if their views veered toward the conspiratorial.

“It was this great case study in peer-to-peer misinformation,” Ms. DiResta said. Through one account she created to monitor anti-vaccine groups on Facebook, she quickly realized she was being pushed toward other anti-vaccine accounts, creating an echo chamber in which it appeared that viewpoints like “vaccines cause autism” were the majority.

Soon, her Facebook account began promoting content to her on a range of other conspiratorial ideas, ranging from people who claim the earth is flat to those who believe that “chem trails,” or trails left in the sky by planes, were spraying chemical agents on an unsuspecting public.

“So by Facebook suggesting all these accounts, they were essentially creating this vortex in which conspiratorial ideas can just breed and multiply,” Ms. DiResta said.
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facebook  memetics  social-media 
5 days ago by absfac
Twitter Moments May Be The Secret To Stopping Fake News
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Machine learning models combine with human nature to produce bad second order effects. People like engaging with salacious content, and tend to believe it’s true when presented with strong social proof. Over time, a recommendations system using a truth-agnostic ranking algorithm, if given a large number of users and an endless supply of cheap content, will create a system that is easily exploited to spread fake news and radicalize many of its users.
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social-media  memetics  twitter  via:twitter  overly-optimistic 
5 days ago by absfac
Greater Internet Fuckwad Theory
The Greater Internet Fuckwad Theory (GIFT) is a postulate which asserts that normal, well-adjusted people may display psychopathic or antisocial behaviors when given both anonymity and a captive audience on the Internet.
Memetics  OutrageMemetics  db 
5 days ago by walt74
Truth? It’s not just about the facts
From time to time, not very often, it looks as though the world has given philosophy a job to do. Now is such a moment. At last, a big abstract noun – truth – is at the heart of a cultural crisis and philosophers can be called in to sort it out.

Send them back. Philosophers’ problems with truth are not the same as the world’s. The post-truth debate cannot be readily fixed by a better theory. Most of the time, people are clear enough what makes something true. To use Alfred Tarski’s famous example from the 1930s, “Snow is white” is true if and only if snow is white. If that sounds obvious, that’s the point. A statement is true if and only if it corresponds to a state of affairs or event that obtains in the world.

This and other “correspondence theories of truth” are now out of fashion in philosophy. Pragmatism has long been more influential in America, which in crude terms is the idea that to say something is true is to say that it works to assume it is true. True beliefs took humans to the moon, false ones led to a space shuttle exploding shortly after take-off. Coherence theories see truth as a property of collections of propositions, not of individual ones alone: the truths of 2+2=4 depends on a whole number of assumptions not captured in that simple sum. Redundancy theories more or less do away with the need to talk about truth. You don’d add anything to a statement like “Paris is the capital of France” by prefacing it with “It is true that . . .”.

The merits of these competing theories are of mainly academic concern. When people debate whether there were weapons of mass destruction in Saddam Hussain’s Iraq, whether global warming is real and anthropogenic, or whether austerity is necessary, their disagreements are not the consequence of competing theories of truth. No witness need ask a judge which theory she has in mind when asked to promise to tell the truth, the whole truth and nothing but the truth.

Why then has truth become so problematic in the world outside academic philosophy? One reason is that there is major disagreement and uncertainty concerning what counts as a reliable source of truth. For most of human history, there was some stable combination of trust in religious texts and leaders, learned experts and the enduring folk wisdom called common sense. Now, it seems, virtually nothing is universally taken as an authority. This leaves us having to pick our own experts or simply to trust our guts.

Philosophers do have something to contribute to this debate. Alain Goldman pretty much invented the field of social epistemology, which investigates social contribution to knowledge, while Miranda Fricker’s work on testimony has clear real-world implications. When residents of Grenfell Tower complained that they had not been listened to, they provided a textbook example of how having access to truth is not enough if you do not have the social standing for your views to receive “uptake” from others. But for the most part, philosophers are not the best people to address people’s uncertainty over whom to trust. Greater scientific literacy, for example, would do more to reveal the truth in the climate change debate than a semester on epistemology.

There is yet another reason why truth is not as plain and simple as snow is white. In the witness box, we all pretty much agree on what makes a claim true and why: a statement is true if and only if it correctly describes real events. In other contexts, however, what we take to warrant a truth claim varies. In neither maths nor science, for example, is truth primarily a matter of accurately describing the physical world as mind-independent reality.

In mathematics, truth attains a kind of Platonic purity and certainty. If a formula or proof is correct, then it is necessarily correct. The truth of mathematics holds independently of what facts might obtain in the world. The laws of physics could change but the maths wouldn’t. That’s why Hume distinguished between the truths of mathematics, which he said involved the “relations of ideas”, with “matters of fact”, truths about the world.

In science, matters of fact would seem to be all. What makes a theory true is that it predicts and describes what we observe to happen. But that does not mean what science describes is ultimately true. We may claim that a theory is true or that a scientist is correct, without committing to scientific realism. Indeed many scientists are happy to remain agnostic as to whether or not their theoretical entities exactly correspond to ones in the real world. Our final physics might or might not contain quarks or neutrinos. What matters is that the equations work, not that the model the equation uses describes the world as it is in itself.

Truth is rarely, if ever, a simple matter of getting the facts straight. History, for example, certainly demands factual accuracy but that in itself is not enough. There is also the question of which facts are made salient and how they are understood. There is no factual disagreement, for example, about the European colonization of Australia between those who would like to see Captain Cook’s statue taken down and those who wouldn’t. The difference concerns which features of that history are given centre stage and whether they are celebrated, lamented or both. When people complain that official histories are untruthful, they are rarely claiming that brazen lies are being told. Rather they insist that important truths are being ignored or overlooked.

People’s interest in the truth is often a concern not with facts but with their meanings. The truth in a portrait, for example, is not necessarily a matter of realistic fidelity. It is rather about capturing something in the sitter that a more physically accurate picture or photograph could miss. This idea is captured in Picasso’s famous aphorism “Art is a lie that makes us realize truth”. This kind of truth is often explicitly contrasted with the factual variety. “There is a distinction between fact and truth”, claimed Lucian Freud. “Truth has an element of revelation about it. If something is true, it does more than strike one as merely being so.” Freud’s definitions may not match those of philosophers, but his point is clear enough. The kind of truth that concerns him is that which reveals the hidden meaning of things, not facts one could look up in a reference book.

Once we prise open a distinction between truth-as-meaning and truth-as-fact, all sorts of “truths” become possible beyond what can be established by reason and evidence alone. Contemporary religion has been good at exploiting this opportunity. In response to the charge that science has made religion redundant at best, demonstrably false at worst, many believers have retorted that religion is concerned with a different kind of truth from that of science and so cannot be falsified by it. Most famously, Stephen J. Gould argued that while “Science tries to document the factual character of the natural world”, religion “operates in the equally important, but utterly different, realm of human purposes, meanings, and values”.

Many find this idea of “Non-Overlapping Magisteria” of human inquiry attractive but keeping them apart is easier said than done. The religious tend to end up concerned with facts about the world as well as values. With Christians, I find this is usually made clear by the “empty tomb test”. When an articulate, theologically sophisticated believer starts expressing some version of the two magisteria view, one can ask: is it important for your faith that Christ’s tomb was found empty, and not because someone had sneaked his body out? It’s a rare Christian who says this doesn’t matter at all. Central to the faith of most is a supposed fact about a historical event, the everyday kind of truth which we are all concerned with.

In whichever guise we encounter truth, it has the curious property of being everything and nothing to do with us. To say something is true is to say that it is the case whether I want it to be so or not. Nothing can be made true by will alone. It is an all-too common nonsense to say that something is “true for me” but might not be for anyone else. At the same time, what is important about the truth is always relative to the knower. The mathematician, the scientist, the artist, the historian and the religious believer are not always concerned with the same truths or the same aspects of truth. Truth is not relative, but we relate to it in innumerable ways.
PostTruth  PostModernism  Philosophy  FakeNews  Fake  Storytelling  Memetics  db 
6 days ago by walt74
#BotSpot: Bots Boost NFL Divides
Taken together, all these factors suggest both #TakeAKnee and #BoycottNFL were genuinely viral movements, generating high volumes of traffic from large numbers of accounts, but both received an additional boost from bots.

The bots which amplified #TakeAKnee were primarily non-political; they appear to be bots for hire, repurposed to amplify specific posts. Of these, the most significant group is that which retweeted @DianneLogic, given its previous use in online harassment campaigns in the context of Russia and the far right. However, the evidence of its prior behavior is suggestive but not conclusive. It cannot be taken as proving Senator Lankford’s claim.

The accounts which amplifed #BoycottNFL are a different breed. They are largely cyborgs, rather than bots, posting authored content in between slews of retweets. They are also political, rather than commercial. Their sole purpose appears to be boosting far-right American posts.

In both cases, the bots were functionally anonymous, providing no verifiable information on the identity of the user behind them. There is thus no independent information which would allow us to say definitively whether they were American, linked somehow to Russia, or managed from another country entirely.

The final point is that there is a major difference in the level of activity, and engagement, between #TakeAKnee and #BoycottNFL. The former generated five times more tweets than the latter; it attracted proportionately more users in its initial phase. This would suggest that, while both hashtags were genuinely or organically viral, and both saw some level of bot activity, the distortion caused by automated accounts was greater for #BoycottNFL than for #TakeAKnee.
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6 days ago by walt74
Hillary Clinton and epistemological collapse
right now we seem to be at a weird worst-of-both-worlds intermediate point: we have an official consensus narrative, dictated by the same governments and massive media organizations who brought us the Iraq war, and, simultaneously, extremist splinter narratives promulgated via social media.

These splinter narratives tell us that massed antifa supersoldiers are about to start a new Civil War; that the World Trade Center was an inside job; that ISIS has an uncountable number of sleeper agents inside America, while vast swathes of European cities are no-go zones ruled by sharia law; that the Democratic Party is ruled by unspeakably corrupt pedophiles who keep a dungeon in a pizza joint in D.C.; that the European Union is vampirically draining the United Kingdom of 350 million pounds of wealth every single week; etcetera. And this is before AI lets us perfectly simulate public figures saying and doing anything disinformers might want.

These splinter narratives sufficiently small in scope, and sufficiently internally consistent, that, just like the official consensus, they knit together into something that feels like the fabric of reality, if you don’t look too closely… especially since, as the Iraq war proves, you actually can’t trust the consensus narrative. You have to try to arrange its many kaleidoscopic fragments into a lens of truth, and then look through that skeptically, which takes more time and cognitive effort than a lot of people can or will expend. Getting caught up in a splinter narrative is actually easier than being appropriately skeptical of the consensus narrative.

So where does this leave us? Doomed to an ever-fragmenting population believing in increasingly different sets of basic facts about the world? Maybe. But, call me a Panglossian optimist, I don’t think so. I think this has created an enormous social and cultural need for a cohort of people who can reliably report on the reality around them. We used to call those people “journalists,” and indeed traditional journalists still have a huge role to play, but these new kinds of narratives require entirely new mechanisms of proof and trust. I predict that soon those will begin to emerge.
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6 days ago by walt74
Weaponized Irony: A Roundtable on Trolling and Politics
Goerzen: Poe’s Law is the idea that in highly mediated communications environments the
difference between a sincere and parodic expression is essentially null. If the recipient of the message can’t meaningfully parse the intentions of the communicator due to a lack of context or good faith, it favors a sort of pre-emptive ironic detachment, else you get trolled. And I think Trump’s team has weaponised Poe’s Law very effectively.

Segal: In the “The Concept of Irony,” Paul de Man talks about Schlegel’s definition of irony as a permanent parabasis. Parabasis is the moment in the play when the actors pause and the chorus directly addresses or insults the audience, which is very trollish itself. But Schlegel also talks about irony pointing to a kind of authentic speech that’s pure chaos, nonsense, darkness. I don’t know if he said “darkness,” I might be editorializing.

Bettridge: That’s interesting, because the Internet atmosphere of trolling is a space that has a complete detachment from real life, and therefore an inherent ironic detachment.

Segal: It’s post-ironic, though. There’s nothing to detach from.

Goerzen: Definitely, but there is also a latent desire to connect and communicate.

Segal: Yes, that’s important because it makes you feel like a community exists — a community that gets you cashing in your lulz.

Bettridge: I also think it’s worth arguing that trolling is in an extreme but inherent part of a wider ironic condition. For example, everyone hate-watched “Keeping Up with the Kardashians” until it became the most popular show.

Segal: I didn’t hate-watch it. I loved Kim. I wanted to see her. But I think trolling can also be like suspending the moment where you have decided whether you’re hate-watching or love-watching — leaving it undecidable until someone else responds.

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Goerzen: I think that’s also super interesting in relation to “Kek,” the imageboard deity personified by Pepe. Imageboard culture is highly anonymous, so memes like Pepe function both as a collective body, intermediating feeling between participants, and also as a site of memorialization, encoding values and narratives. In order to participate in the process of meme-making and iteration, one needs to become fluent in it as both a vocabulary and a history. And so the participating subject needs to speak through a particular emergent lingua franca, using the shibboleths of the community. So these memes in a way become the central figures of the community. The values they convey become the values of the community in aggregate. Chans also have an interesting numerological component that has emerged over time. Each post is numbered and has a special weight given to the content of posts that have “dubs” and “trips” digits in them. And the significance goes up as the number of repeating numbers grows. Tellingly, a post that I believe was 7777777777 predicted Donald Trump’s victory — and it had a Pepe figure attached to it.

Denny: Coincidence? I don’t think so.

Goerzen: So this mythology then emerged that Pepe was actually the manifestation of an Egyptian god named Kek — “Kek” being a derivative of “Lol.” The god Kek is frog-headed and an agent of chaos. The coincidences were so great that they started seeing themselves as emissaries of a chaotic god that had sprung up and chosen them as acolytes, therefore believing that “meme magic is real,” and so forth.

Denny: And that sentiment is so strong.

Goerzen: Certainly people only half-believe this, but participate in it because it is intoxicating and fascinating. But they also clearly do believe in it at least a little bit. And it’s a self-fulfilling prophecy in a way, because the more power ascribed to Pepe, the more power Pepe exercises.

Segal: Pepe is a “hypersigil” of 4chan’s desire to elect Trump — sigils being symbols that get created and animated with people’s wishes, then go off to do their own thing in the universe.

Bettridge: Do you guys think the description of Trump as a troll himself is accurate?

Segal: This question makes me want to lie down on the rug and put something over my eyes.

Goerzen: I mean, just the other day, Sean Spicer retweeted an Onion article that claimed his job was to tell lies for Trump. And he said, “Nailed it.” And so then you have commentators literally spending their entire day trying to determine whether he knew what the article said, whether he was a buffoon, whether he was acknowledging something, etc. And suddenly you have all these people wasting their time trying to parse out intention and significance from a single tweet. Classic trolling.

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Bettridge: Considering this — and Poe’s Law — what would you say that “counter-trolling” could look like? It is possible?

Goerzen: Well, there’s that old adage “don’t feed the trolls.” If they aim at a sort of derailment, a distraction from more important concerns, then ignoring them is probably the best bet.

Denny: But you can’t ignore the president.

Goerzen: The idea of a trolling arms race is interesting.

Denny: But that would suggest that trolling is not an activity that inherently contains a right wing bias.

Segal: I don’t think the people in this conversation think that trolling is inherently right wing, do we? It just happens to be very much in service of the right wing.

Denny: And right wing ideas seem to click with it much better than some other ideas.

Goerzen: Just a decade ago, a lot of trolling was based around speaking truth to power.

Denny: That’s certainly where I developed my admiration for it as a practice.

Segal: Anything that exposes the wildness of language can get too wild. But without some of that exposure or exploitation, we’d be lost. No poetry.

Bettridge: But I find it curious — or shocking — that this chaotic disposition towards language would land most of these trolls in the same place. A right wing place.

Goerzen: I think this is a subcultural phenomenon, where a certain community has elevated trolling as not only a tactic, but also as their raison d’être — where they celebrate lulz above all.

Bettridge: But I think that trolling is a negative disposition towards mainstream understandings and ethics that extends beyond the practice of trolling itself. This is why some people who aren’t even bona fide trolls took pleasure in watching Trump, especially in the Republican primary — because he wasn’t “politically correct” and he was making career politicians like Jeb Bush look like robots.

Goerzen: It’s interesting to consider whether trolling is a tactic that is most effective against an ordered system — whether that is a system ordered by ethics, regulations, rules, norms, whatever. But then the question becomes whether trolling itself is becoming or can constitute an ordered system of its own.

Bettridge: That’s THE question, especially in light of what this administration is doing.

Goerzen: This memetic, subcultural development implies an ordering. And I think certain clever political operatives have discovered how to both do their own trolling and direct the existing troll subculture as a tool. The other day I spoke with Rand Waltzman, the former head of DARPA’s SMISC (Social Media in Strategic Communications) program and he called this use of trolling a “cognitive denial of service attack” essentially designed to jam up information channels so no effective debate could proceed.

Bettridge: The thing is, when trolling becomes power, it becomes serious. It is no longer ironic. It is probably no longer even “trolling.”

Goerzen: Something that is lost in in the way trolling is now understood is the idea of fishing. But this is more like shining a flashlight so the fish gather, and then dropping a grenade.

Segal: Lol.

Denny: Seriously lol.

Bettridge: Maybe that’s a good place to end.
Trolls  Language  Memetics  db 
7 days ago by walt74
Students given homework assignment to create mascot for Nazi party
Doesn't look like Pepe at all.

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Parents are concerned after they say middle school students were asked to create a mascot for the Nazi party as part of a homework assignment.

The assignment was given to sixth grade students at Shiloh Middle School in Snellville.

Students were asked to create a mascot to represent the Nazi party at its political rallies, create a colorful illustration, give the mascot a name and write an explanation on why it was chosen.
Kids  Education  Symbols  Memetics  Pepe  Nazis  db 
6 weeks ago by walt74
#ElectionWatch: Germany’s AfD Utilizes Fake Imagery Ahead of Election
On September 19, five days before Germany’s parliamentary election, a regional chapter of the anti-migrant Alternative für Deutschland (AfD) shared a graphic image on Facebook recalling the mass sexual assaults in Germany on New Year’s Eve in 2016. The image accompanied a message urging supporters to go and vote.
However, the image was a fake. It was falsified in multiple ways and taken from an extremist white supremacist source with the intent to manipulate voter perception.
Fake  FakeNews  Photoshop  Memetics  db  AFD  Election  BTW2017 
6 weeks ago by walt74
Welche Rolle spielen rechte Trolle im Wahlkampf? Eine Analyse
Für die Bundestagswahl hat Discord bisher eine sehr geringe Rolle gespielt. Erst vor kurzem gelang es zum ersten mal eine Aktion auszuführen, die über die App hinaus eine Bedeutung hatte. Auf dem von einem rechten YouTuber gestarteten Server Reconquista Germanica treten in kurzer Zeit über 1000 Nutzer bei, inzwischen hat der Server über 2000 Mitglieder. Das ist durchaus beeindruckend, denn laut Kotaku erreichten selbst die größten US-Server für rechte Trolle jeweils nur etwas über 1000 Mitglieder.

Wie erfolgreich waren die Aktionen mit Discord bisher?
Die Methoden von Reconquista Germanica wirken wie eine direkte Kopie des Servers, deren Nutzer laut Buzzfeed News die Wahlen in Frankreich beeinflussen wollten. Die Nutzer arbeiten an Memes und teilen Anleitungen, wie sie schnell Fake-Accounts auf Twitter, YouTube und Facebook erstellen können, um besser trollen zu können.

Täglich werden neue "Ziele" aus anderen Netzwerken gepostet, die mit Downvotes oder negativen Kommentaren überschüttet werden sollen. Die Aktionen hatten trotz der vielen Nutzer des Servers bisher wenig Erfolg und es fällt oft schwer, die Community ernstzunehmen: Reconquista Germanica gibt sich mit Befehlsketten und Rangnamen wie Gefreiter und Paladin martialisch, wirkt im nächsten Moment aber fast wie eine Parodie seiner selbst, wenn "Rekruten" Lebensläufe in den Chat posten müssen, um als "Gefreite" im nationalistischen Meme-Krieg dienen zu dürfen.

Wie erfolgreich könnten die Aktionen noch werden?
Sollten sich noch mehr Nutzer finden, die gemeinsame Aktionen durchführen, könnte Discord an Bedeutung gewinnen. Jedoch gibt es bis jetzt nur einen einzigen Server, der mit Aktionen in Deutschland überhaupt aufgefallen ist.



2. Das "Politik"-Forum von 4chan



Wie Motherboard Deutschland in einer Datenanalyse in Zusammenarbeit mit dem US-Forscher Jeremy Blackburn herausfinden konnte, kommen aktuell knapp 3% aller Beiträge auf der Plattform von deutschsprachigen Nutzern: Es ist die größte Sprachgemeinschaft auf 4chan nach den englischsprachigen Nutzern, die etwa zwei Drittel der Community stellen. Im Gegensatz zum harten, aktivistischen Kern von /pol/ sind die deutschsprachigen Trolle hier aber liberaler, friedlicher und nicht so eindeutig als Neo-Nazis zu identifizieren, wie unsere Recherche zeigt.

Wie ernst muss man das nehmen?
Seit mehreren Wochen gibt es Aufrufe anonymer 4chan-User, mit Memes für die AfD einzutreten, so wie es das Forum schon bei den US-Wahlen getan hat: Mit ganz vielen Pepe-Fröschen.

Die Forderungen schaffen es allerdings bisher nicht wirklich, Fuß zu fassen auf der Plattform. Den einen Grund dafür scheint es nicht zu geben. Vielleicht ist die zweitgrößte Sprachgemeinschaft einfach nicht groß genug, um eine durchschlagende Kampagne zu starten. Wie Jeremy Blackburn beobachten konnte, ist nach den vielen Skandalen um Trump und den gewaltsamen Ausschreitungen in Charlottesville auch die euphorisierte Stimmung auf /pol/ gekippt. Und, vielleicht am wichtigsten: Die AfD scheint hier nicht für so viel Begeisterung zu sorgen wie einst Donald Trump. Vielen Nutzern ist sie beispielsweise nicht extrem genug.

Wie erfolgreich waren die Aktionen von 4chan bisher?
Immer wieder tauchen baugleiche Threads mit Titeln wie Kraut/pol/ & AfD General – Frauen an den Herd Edition auf /pol/ auf. Hier werden Meme-Datenbanken mit speziell erstellten Pro-AfD-Bildern geteilt und zu Spenden für die AfD aufgerufen. Einige Nutzer machen dabei mit, wirklich populäre Memes sind bisher aber nicht entstanden.

Wie erfolgreich könnten die Aktionen noch werden?
Großangelegte Aktionen von 4chan-Nutzern sind unwahrscheinlich.

3. Twitter: Mit Fake-Profilen und Hashtags im Kampf für die AfD




Wie erfolgreich waren die Aktionen mit Twitter bisher?
Das bisher prominenteste Beispiel für eine Twitter-Aktion heißt #Verräterduell. Während des TV-Duells zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz twitterten rechte Trolle unter dem Hashtag #Verräterduell, um dort Schulz und die Politik etablierter Parteien anzugreifen und die AfD zu loben.

Obwohl die Trolle ihre Anzahl durch neu erstellte Troll-Profile, die sich gegenseitig faven und retweeten, aufbauschen, bleibt die Aktion nur mäßig erfolgreich : Unsere Twitter-Analyse zum Hashtag zeigt, dass die Troll-Tweets am Vormittag nach dem TV-Duell nur etwas über 1% der über 90.000 Tweets unter dem TV-Duell-Hashtag ausgemacht haben. Nicht genug, um in die Twitter-Trends zu kommen, aber viele Nutzer dürften die Tweets zumindest bemerkt haben.


Auch bei folgenden politischen Ereignissen nutzen dieselben Trolle Twitter, um etwa im #deinewahl-Hashtag zum YouTuber-Interview mit Martin Schulz, eigene Botschaften zu verbreiten. Auch hier gelingt kein großer Schlag, der Hashtag wurde weiterhin für eine Diskussion der Sendung genutzt. Natürlich gab es auch schon vor dem Wahlkampf deutschsprachige Trolle auf Twitter.

Der Medienwissenschaftler Luca Hammer visualisierte beispielsweise das sogenannte Sifftwitter, eine lose Gruppe, die Twitter für wüste Beleidigungs- und Stalking-Kampagnen nutzt. Allerdings traten diese Trolle nie für bestimmte Politiker oder Parteien ein. Das hat sich jetzt mit den Pro-AfD-Trollen geändert. Wer Twitter also nutzt und versucht, sich unter Hashtags zu politischen Sendungen und Aktionen zu informieren, wird wahrscheinlich über die rechten Trolle und ihre AfD-Memes stolpern.

Wie erfolgreich könnten die Aktionen noch werden?
Es ist theoretisch möglich, dass die Trolle Hashtags etablieren. Der Fall der Troll-Community zu dem YouTuber Drachenlord zeigte erst kürzlich wieder wie leicht das gehen kann. An einem Freitagnachmittag reichten wenige hundert Tweets und der Hashtag #RIPDrache tauchte schon in den Top-10-Trends auf, die zahlreiche Twitter-User stets als erstes zur Orientierung auf der Seite nutzen. Schon der Hashtag war eine Falschmeldung, denn er behauptete ohne Grundlage, dass der YouTuber Drachenlord tot sei.

Die Aktion konnte allerdings nur so erfolgreich sein, da es zu diesem Zeitpunkt kaum große andere Nachrichten gab. Es ist kaum vorstellbar, dass Twitter-Kampagnen eine große Aufmerksamkeit erreichen, wenn auf der Plattform tatsächlich Themen auftauchen, die von vielen Usern diskutiert werden.

Außerdem ist fragwürdig, ob die Trolle mit Aktionen auf Twitter wirklich eine für ihre Anliegen relevante Zielgruppe erreichen.

4. YouTube: Daumen runter und ab in die Kommis

YouTube ist eine der wichtigsten Plattformen für die Trolle. Zum einen ist YouTube die Seite, auf der die Anhänger der rechtsextremen Identitären Bewegung Videos hochladen und so versuchen, eine junge Zielgruppe von ihren Ideen überzeugen. Auf einem YouTube-Kanal startete auch der Aufruf, dem Discord-Server Reconquista Germanica beizutreten. Zum anderen ist YouTube ein weiteres öffentlichkeitswirksames Schlachtfeld, auf dem man auch auf andere User trifft: Videos, die unliebsame Ansichten verbreiten, werden mit gesenkten Daumen beworfen, in den Kommentaren für AfD und gegen "Gutmenschentum" gehetzt. Zum Teil stecken dahinter das koordinierte Kampagnen.

Wie ernst muss man das nehmen?
Der Betreiber eines YouTube-Kanals, der anonym bleiben möchte, berichtet gegenüber Motherboard Deutschland, dass auch er vor kurzem Opfer einer solchen Kampagne geworden ist. Hunderte Downvotes und Kommentare hätte er innerhalb weniger Minuten bekommen. Die Trolle wollen so unbedarfte Zuschauer davon überzeugen, dass wirklich niemand ein solches Video gut finden kann.

Wie erfolgreich waren die Aktionen auf YouTube?
Der Fall zeigt, Kampagnen auf YouTube haben durchaus sehr reale Folgen. Gerade für kleinere Kanäle können die Downvotes und Negativkommentare dafür sorgen. Auch der YouTuber war nach der Aktion besorgt und kurzzeitig verunsichert, will sich aber nicht beirren lassen.

Wie erfolgreich könnten die Aktionen noch werden?
Es ist zu erwarten, dass es bis zur Wahl immer wieder solche Aktionen geben wird. Ihre Effizienz darf aber bezweifelt werden. So zeigen zwar die Attacken auf kleinere YouTube-Kanäle Wirkung und können die Betreiber verunsichern, an größeren Accounts beißen sich die Trolle allerdings die Zähne aus.

Das zeigt auch das YouTuber-Interview mit Martin Schulz, das Ziel einer Troll-Aktion wurde. Das Interview sollte laut Plänen der Trolle mit Negativbewertungen und Pro-AfD-Kommentaren bekämpft werden. Am Ende überwiegen jedoch die gehobenen Daumen bei weitem und der Top-Kommentar feiert Martin Schulz, weil er erzählte, mal Waschpulver in ein Schwimmbad geschüttet zu haben.

5. Reddit: The Frauke lebt nicht mehr

Für US-Präsident Donald Trump erwies sich das Forum r/the_donald als größter und wichtigster Fan-Club. Fast 500.000 Mitglieder stark ist das Subreddit. Hier werden Nachrichten geteilt, die Trump feiern und Memes erstellt, die der US-Präsident dann zum Teil selbst auf seinem Twitter-Account postet. Einzelne Threads haben hunderte Kommentare.

Wie ernst ist das zu nehmen?
Anfang des Jahres war die Euphorie auch unter deutschen Nutzern groß. "Ich bin der festen Überzeugung, dass der Sieg von Trump ohne r/the_donald nicht möglich gewesen wäre", schrieb damals ein Reddit-Nutzer auf Anfrage von Motherboard Deutschland. Die vielen Upvotes der Beiträge hätten dafür gesorgt, dass selbst politisch eher links verordnete Nutzer die Siegesnachrichten von Trump sehen. Zur Bundestagswahl sollte Reddit Frauke Petry so groß wie Donald Trump machen.

Wie erfolgreich war Reddit bisher?
Ein halbes Jahr später genügt ein schneller Blick in die deutschsprachigen Subreddits, die r/the_donald kopieren sollten, um zu sehen, dass der Plan gescheitert ist: Gähnende Leere in den Subreddits. Das Frauke-Petry-Forum r/the_frauke ist geschlossen, der Nachfolger r/die_alternative konnte nur 272 Mitglieder für sich gewinnen. Inzwischen postet nur ein einziger Account immer wieder Links zu Artikeln von "alternativen" Medien. Auch bei… [more]
Discord  BTW2017  Election  Tech  Memetics  db  Reddit  Youtube  Twitter  Gab.ai  4chan  Trolls 
6 weeks ago by walt74
Are you happy for me … on Facebook? The potential importance of “likes” and comments - ScienceDirect
Highlights
• We applied Gable and Reis's (2010) capitalization processes model to Facebook.
• People remembered better their status updates that had received more likes.
• Satisfaction with response to one's status update depended on # of likes it received.
• Receiving more likes & comments was linked with greater self-esteem & happiness.
• Those who received more comments perceived FB community as more interested & caring.

Abstract
Sharing positive personal news—known as capitalization—with an enthusiastic listener in personal interactions has been associated with positive outcomes (Gable & Reis, 2010). We sought to extend this capitalization model to an online context involving masspersonal communication (O'Sullivan & Carr, 2017). We surveyed participants (n = 311) about their Facebook status updates from the previous two weeks. As hypothesized, participants perceived as more positive and important and recalled better their status updates that had received more responses. Receiving more likes and comments on one's status updates was also associated with reporting greater happiness and self-esteem, greater satisfaction with the responses one's status updates received, and perceiving one's Facebook community to be more interested in one's good news. The present findings point to the potential importance of the likes and comments people receive on their Facebook status updates.
dp  SocialMedia  Memetics  Psychology  Facebook 
6 weeks ago by walt74
This Is the First Copyright Infringement Lawsuit Filed Against a Pepe Meme Maker
The 118-page lawsuit (embedded below) is a whirlwind ride through the last 18 months of American politics. "Logsdon offers for sale a copy of Pepe the Frog which she named
'Alt-Right'...and another work entitled 'Pepe Patrol,' featuring an image of Pepe
pointing a machine gun over a wall labeled 'US Border,'" the lawsuit said. "According to Logsdon's Twitter feed, @USARTStar, she claims to have sold oil paintings featuring Pepe the Frog, including one called 'Antifa' depicting an image of a masked Pepe holding a machine gun in front of what appears to be the White House...and another with Pepe making an 'OK' sign with his hands below—a gesture associated with the alt-right."


„On information and belief, Logsdon hosted an art show called 'Drain the Swamp' in April 2017, where she displayed these infringing works, and charged an entry fee. On information and belief, Logsdon has also sold these infringing images online, charging anywhere up to $500 per work.“
Copyright  Pepe  Memetics  Legal  db 
6 weeks ago by walt74
YouTube -- Freedomain Radio: THE UNSPOKEN BIOLOGY OF CULTURE
"Every genetic set of personality traits attempts to harvest or hijack 'The Good' in order to promote itself as the universal ideal so it can spread more quickly." -- The history of philosophy is, to a great extent, that of a certain clash of human temperaments…Of whatever temperament a philosopher is, he tries, when philosophizing, to sink the fact of his temperament…Yet his temperament really gives him a stronger bias than any of his more strictly objective premises. It loads the evidence for him one way or the other…He trusts his temperament. Wanting a universe that suits it, he believes in any representation of the universe that does suit it…Yet in the forum he can make no claim, on bare ground of his temperament, to superior discernment or authority. There arises thus a certain insincerity in our philosophic discussions; the potentest of all our premises is never mentioned. ~ William James, Pragmatism
philosophy  genetics  memetics  culture  StefanMolyneux  aesthetics  rkselectiontheory  ideology  epigenetics 
6 weeks ago by adamcrowe
Fox News helped conservative spread lie that she was added to an "LGBTQ hate-list"
Fox News published an op-ed by Hannah Scherlacher, from the conservative media outlet Campus Reform, and later hosted her on television to push a false claim that she was added to a “hate-list” designated by the Southern Poverty Law Center (SPLC). In fact, Scherlacher was not added to any hate list -- she was simply included in a list SPLC posts regularly of guests who had appeared on a radio program of the anti-LGBTQ hate group Family Research Council. Right-wing media outlets parroted Scherlacher’s false claim, saying she’d been “defame[d].”
OutrageMemetics  Memetics  Outrage  db 
6 weeks ago by walt74
Diese geheimen Chats zeigen, wer hinter dem Meme-Angriff #Verräterduell aufs TV-Duell steckt
Mehrere Hundert Menschen haben sich während des TV-Duells in geheimen Chaträumen organisiert, um die Diskussion über Angela Merkel und Martin Schulz auf Twitter zu beeinflussen. BuzzFeed News hat Zugang zu den Chaträumen, in denen sich die rechten Aktivisten organisieren. Deren Ziel ist es, mit fremdenfeindlichen Fotos und Memes Stimmung gegen CDU und SPD zu machen und der AfD zu einem Aufwind in den sozialen Netzwerken zu verhelfen.

Während des TV-Duells hatten eine ganze Reihe der von den rechten Aktivisten vorbereiteten Tweets mehr als 200 Retweets und 200 Gefällt mirs.

Bereits vor einigen Tagen hatte BuzzFeed News darüber berichtet, dass sich Menschen in anonymen 4Chan-Foren verabreden und mehr als 270 Memes vorbereitet haben, mit denen sie die Bundestagswahl beeinflussen wollen. Genau diese Memes haben die Aktivisten zum TV-Duell auf Twitter nun systematisch gepostet und verbreitet. Die Aktion wurde jedoch nicht mehr von Aktivisten auf 4Chan gesteuert. Stattdessen gründete sich eine neue rechte Bewegung und verabredete sich auf einer Chat-Platform namens "Discord".

Zum Angriff auf das TV-Duell hatte der ultra-rechte YouTube-Account Reconquista Germanica erst am Freitag aufgerufen. Seine 33.000 Abonnenten hat Reconquista Germanica zu einem neu gestarteten Discord-Server eingeladen, um dort auch zukünftig Angriffe auf die Bundestagswahl zu organisieren. Discord ist eine Software, mit der sich Nutzer in Chat-Räumen verabreden oder in Sprach-Chats treffen können. Auch im Wahlkampf in Frankreich organisierten sich rechte Gruppen in Discord-Servern.

"Die erste Kampagne startet am 1. September und endet am 24. September mit der Bundestagswahl. Ziel der ersten Kampagne ist es, die AfD so stark wie möglich in den Bundestag zu hieven. Wir werden heute auch den Meme-Krieg gegen die Köterrasse im Bundestag eröffnen", heißt es in diesem YouTube-Video. Nach der Bundestagswahl wollen sie versuchen "Durchfall-Konservative wie (Markus) Pretzell and andere Heuchler in Angriff nehmen und den Höcke-Flügel stärken".
db  Memetics  BTW2017  AFD  Politics  Twitter 
10 weeks ago by walt74
Mit diesen Memes wollen AfD-Trolle die Bundestagswahl beeinflussen und in den "Meme-Krieg" ziehen
Siehe auch:
http://dgni.nerdcore.de/2017/07/10/afdleaks-analysis-of-a-hashtag/
http://dgni.nerdcore.de/2017/07/03/far-right-targets-germany-on-reddit/
http://dgni.nerdcore.de/2017/07/03/spread-it-on-reddit/


Nutzer des anonymen Forums 4Chan versuchen, die Bundestagswahl zugunsten der AfD zu beeinflussen. Nach Recherchen von BuzzFeed News erstellt eine Gruppe Unbekannter zahlreiche Memes, Comics und Zeichnungen, um der AfD an Aufmerksamkeit im Internet zu verhelfen. Die Memes sollen besonders häufig in den sozialen Netzwerken geteilt werden. BuzzFeed News ist auf ein Archiv mit mehr als 270 dieser Memes gestoßen, die in den kommenden drei Wochen bis zur Wahl veröffentlicht werden sollen.

Die Unbekannten wollen Menschen vom Wählen abhalten und linke Aktivisten demoralisieren, so schreiben sie es in ihrem Forum. Dafür kündigen sie einen „Meme-Krieg“ an, der nicht nur online, sondern mit Stickern, Plakaten und Kleidung auch offline stattfinden soll. Das ist keine spontane Aktion. BuzzFeed News liegen Screenshots vor, die zeigen, dass eine "Deutsche Meme-Kampagne" mindestens seit Februar 2017 in diesem Forum vorbereitet und geplant wird. Wie eng die Verbindungen der Trolle zur AfD sind, bleibt unklar. Die AfD wollte sich auf Anfrage von BuzzFeed News nicht äußern. Die Nutzer des Meme-Krieg-Forums rufen jedoch regelmäßig dazu auf, der AfD Geld zu spenden oder sich als Wahlhelfer zu engagieren.

Die AfD-nahen Trolle sind offenbar von rechten Trollen in den USA und Frankreich inspiriert. In ihren Absprachen nehmen sie immer wieder Bezug auf die Aktionen von rechten Nutzern in anderen Ländern. „Wir wollen nicht, dass uns das gleiche passiert, wie Frankreich und den Niederlanden“, schreiben die Nutzer und spielen damit auf die Wahlniederlagen der rechten Politiker Marine Le Pen und Geert Wilders in den jeweiligen Ländern an. "Dass jetzt dieselben Techniken und Strategien in Deutschland angewandt werden, halte ich für extrem bedenklich", sagt Politikwissenschaftler Prof. Simon Hegelich von der Hochschule für Politik in München gegenüber BuzzFeed News.

BuzzFeed News hat mit einem der rechten Trolle geschrieben. Der große Plan sei, AfD-Politiker Björn Höcke irgendwann zum Kanzler zu machen. „Man muss dabei immer im Hinterkopf behalten, dass Deutschland nicht frei ist“, schreibt der Nutzer, der sich AfD-Chan nennt.

Die Recherchen von BuzzFeed News zeigen, dass sich auch in Deutschland rechtspopulistische Nutzer zu Angriffen auf die Meinungsbildung im Internet verabreden, ohne dass die breite Öffentlichkeit davon erfährt. Diese Nutzer wollen nicht nur die Bundestagwahl beeinflussen, sondern auch die anstehende Landtagswahl in Niedersachsen und die Wahl in Österreich im Oktober.

BuzzFeed hat die Parteien CDU, SPD und AfD um einen Kommentar gebeten, aber bisher, auch auf Nachfrage, keine Antwort erhalten.
AFD  Nazis  4chan  Trolls  db  Memetics 
10 weeks ago by walt74

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