businessfotografie   2

Online-Workshop ‘Neue Website’, Folge 14 Businessfotografie: Gute Bilder entscheiden
Gastbeitrag von Mathias Vietmeier
In einer Studie einer skandinavischen Universität konnte die erste Gruppe Websites eine halbe Sekunde lang betrachten. Die Teilnehmer der Parallelgruppe hatten beliebig viel Zeit, um sich ein Urteil zu bilden. Interessanterweise kamen beide Gruppen überwiegend zum gleichen Urteil bei der Anmutungsqualität. Wir haben uns also meistens nach wenigen Augenblicken entschieden, ob wir auf einer Site bleiben wollen oder weiterklicken.

Doch was können wir in 0,5 Sekunden aufnehmen? Eventuell einige Wörter der Headline. Doch zum größten Teil sind es die grafische Anmutung und die Fotos die zum Entscheidungsfaktor werden. Laut einer Studie zu Printanzeigen ist nach der Anzeigengröße die Abbildung von Personen die wichtigste Variable bei der Kontaktdauer. Vor allem entscheidet der emotionale Gehalt eines Bildes, ob die Abbildung im Langzeitgedächtnis landet.

Wenn man sich die Ergebnisse dieser Studien anschaut, ist man also gut beraten, für professionelle Fotos auf der Website zu sorgen. Ihr potentieller Kunde will SIE sehen. Ihr Foto ist ein großer Faktor bei der Vertrauensbildung.

Selbst machen oder einen professionellen Fotografen beauftragen?
Heute besitzen viele Menschen eine professionelle Spiegelreflexkamera. Fast jeder hat jemanden im Bekanntenkreis, der sich mit Fotografie beschäftigt. Was soll man also beachten, wenn man selbst ans Werk geht?

1. Location: Vom Hintergrund aus aufbauen

Ein gutes Bild sollten Sie vom Hintergrund aus aufbauen. Weiße Wand oder Firmensymbolik? Ein neutraler Hintergrund kann zum Konzept einer Website passen. Persönlicher ist es aber oft, die Menschen in Ihrem Umfeld zu zeigen.

Erster Schritt zu einem Shooting sollte eine Raumbegehung der Firma sein. Büro oder Produktionsstätte? Treppenhaus oder Dachterrasse? Werden Sie kreativ. Sie sollten nur darauf achten, dass sich der Kopf der Person vor einem ruhigen Hintergrund befindet. Auf dem Rest des Bildes kann Bewegung sein.

2. Licht: Natürlich ist am besten
Nachdem sie eine – oder mehrere – interessante Locations gefunden haben, geht es um die Beleuchtung. Nehmen Sie eine Testperson und machen Sie einige Aufnahmen bei natürlichem Licht. Oft ist natürliches Licht das Beste. Sie brauchen dafür allerdings eine Kamera, die auch bei höherer Empfindlichkeit (ISO Zahl) noch rauschfreie Bilder produziert. Die meisten neueren Spiegelreflex-Kameras können das.

Auch ist ein Objektiv mit großer Offenblende von mindesten f/2.8 oder besser f/1.4 hilfreich. So haben Sie auch ohne professionelle Blitzanlage genügend Licht. Außerdem erhalten Sie bei Offenblende einen leicht unscharfen Hintergrund, der Tiefe und Ruhe erzeugt.

Sind beide Gesichtshälften gleichmäßig ausgeleuchtet? Oft kann ein einfacher Aufheller helfen um zu dunkle Schatten anzugleichen. Hierzu genügt eine weiße Styroporplatte oder Pappe.  Nun müssen Sie die den Helligkeitsunterschied zwischen Vordergrund und Hintergrund beurteilen. Braucht einer von beiden noch Extralicht, damit Sie eine harmonische Wirkung erreichen? Beim Hintergrund kann dies direktes Licht sein. Eventuell ein Baustrahler oder ein Blitz.

Beim Vordergrund – Ihrem Model – müssen Sie darauf achten, dass nur weiches Licht zum Einsatz kommt. Ein direkter Blitz oder direktes Dauerlicht würde zu harte Schatten werfen, die wenig schmeichelhaft sind.  Weiches Licht erhalten Sie durch ein große Abstrahlfläche. Sie können Ihre Lichtquelle indirekt auf eine große Fläche werfen, z.B. Eine weisse Wand. Oder Sie verwenden einen Diffusor. Das kann selbst ein günstiger Duschvorhang sein. Der Profi verwendet hierfür Lichtschirme oder sogenannte Softboxen.

Das Licht sollten Sie testen, ehe die eigentliche Person vor die Kamera tritt.Diese Tests können schon mal 30-90 Minuten dauern und Ihr Model wäre schnell gelangweilt und müde, wenn Sie es hierfür verwenden. Im Idealfall testen Sie einige Tage vor dem eigentlichen Shooting.

3. Kleidung: Wechsel belebt
Wechseln Sie die Kleidung. Die Person sollte zur Session mindesten drei Outfits mitbringen. So sollte z.B. neben dem offiziellen „Schlips-und-Kragen“-Bild auch ein Foto ohne Jackett und ohne Krawatte entstehen und vielleicht noch ein zusätzliches in legerer Kleidung. Sie brauchen diese Bilder für die verschiedensten Zwecke und es ist gut sowohl förmliche als auch legere Bilder zu haben.

Hilfreich ist eine Fusselbürste, um gegebenenfalls Haare, Schuppen etc. zu entfernen. Auch sollte eine Haarbürste griffbereit liegen. Hin und wieder stören Glanzstellen auf der Haut. Hier kann Hautpuder helfen, den man idealerweise in 2-3 unterschiedlichen Tönen am Set hat.

4. Posen: Für Entspannung sorgen
Viele Menschen lassen sich nicht gern fotografieren und stehen entsprechend verkrampft vor der Kamera. Schaffen Sie eine entspannte, freundliche Atmosphäre. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Model. Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie viele Bilder. Oft werden Personen nach den ersten Fotos lockerer. Zeigen Sie zwischendurch die Bilder, am besten auf dem Laptop. Wenn die Person sieht, dass die Bilder gut werden, setzt eine weitere Entspannung ein.

Vermeiden Sie künstliche Posen. Gute Posen sind natürlich und entstehen aus der Bewegung. Lassen Sie die Person in kurzer Folge verschiedene Stellungen einnehmen, um ein Einfrieren zu verhindern. Auch der Fotograf sollte sich viel bewegen, um immer neue Blickwinkel zu schaffen. Dabei sollte er auch immer auf den Hintergrund des Bildes achten.

5. Zeit: Nicht zu knapp kalkulieren
Wie viel Zeit sollen Sie für das Shooting einplanen? Mindestens eine Woche vor dem eigentlichen Shooting sollte es eine Vorbesprechung und Raumbegehung mit dem Fotografen geben. Am Tag des Shoppings kommt der Fotograf ca. 90 Minuten früher, um seine Geräte aufzubauen und einige Testaufnahmen durchzuführen.

Wenn viele Personen einzeln vor demselben Hintergrund fotografiert werden sollen, sollte man ca. 20 bis 30 Minuten pro Person rechnen. Soll eine Person etwas ausführlicher vor verschiedenen Hintergründen gezeigt werden, sollte man dafür mindestens 90 Minuten rechnen. Länger dauert es, wenn jede Location neu ausgeleuchtet werden muss. Der Umbau und die Justierung der Blitzanlage brauchen Zeit. So ein großes Shooting kann für eine Person den halben Tag einnehmen. In der Praxis werden für die Businessfotografie jedoch oft kürzere Zeiträume gewünscht.

6. Nachbearbeitung: Retusche nach Maß und Wunsch

Heute gehört eine Nachbearbeitung der Bilder meist standardmäßig dazu. Helligkeit, Kontrast, Farbbalance werden angeglichen. Leichte Hautprobleme werden korrigiert. Größere Retuschen sind nach Rücksprache meist möglich, werden jedoch extra berechnet.

Wo finde ich einen guten professionellen Fotografen?

Heutzutage können Sie im Internet in den Portfolios der Fotografen stöbern. Schauen Sie sich um und vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Zusätzlich zu eigenen Aufnahmen können Sie auf Stockfotos zurückgreifen, Firmen wie iStockphoto, Shutterstock oder Fotolia bieten eine reiche und kostengünstige Auswahl. Dabei sollten Sie allerdings einiges beachten:

Versuchen Sie nicht, die Personenfotografie Ihrer Firma durch Stockfotos zu ersetzen: Der Betrachter spürt sofort, dass es sich hier um gestellte, austauschbare Bilder handelt. Er denkt, Sie hätten etwas zu verstecken. Eine weiter Gefahr: Stockfotos sind meist nicht exklusiv. Das heißt, jede Firma kann die gleichen Bilder kaufen. Das ist schon etwas peinlich, wenn z.B. der gleiche Call-Operator für die verschiedensten Firmen jobbt.


Eine weitere Gefahr sind zu klischeehafte Darstellungen: Sie kennen sicher die typischen Bilder von schüttelnden Händen, Maßbändern oder Stoppuhren. Vermeiden Sie diese Art der Darstellung – keiner will sie mehr sehen.

Abgesehen von diesen Stolperfallen gibt es aber viel interessantes Material bei den Agenturen und eine Suche lohnt sich.  Wenn Sie viele Bilder brauchen, speziell für Blogposts, lohnt sich auch eine Suche bei Flickr nach Creative-Commons-Fotos. Hier finden Sie Bilder, die Sie bei Namensnennung kostenfrei nutzen dürfen. Achten Sie nur darauf, dass die Bilder für kommerzielle Nutzung freigegeben sind.

So mit interessanten Bildern ausgestattet, wird Ihre Website sicher mehr Leser und Interessenten finden. Denn wie wir am Anfang gesehen haben, ist es oft die Optik, die über die Absprungrate entscheidet.  Bilder können auch einen zusätzlichen SEO-Wert haben. Geben Sie der Bilddatei den Namen des Keywords und Ihre Bilder werden über die Google-Bildsuche zusätzlich Traffic bringen.

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Mathias Vietmeier arbeitet als freiberuflicher Fotograf und Grafikdesigner in München. Er unterrichtet als Dozent an der Akademie des deutschen Buchhandels. http://www.vietmeierfoto.de. Twitter: @vietmeierdesign.

Fotos: (c) Mathias Vietmeier

 

 

Nächste Folge:
15. Videos: Mit Filmen für Ihr Unternehmen werben (erscheint am Mittwoch, 29. Juni 2011)

Bisher erschienen:
Kostenloser Blog-Workshop “Neue Website”: Stellen Sie vorab Ihre Fragen, bitte!
1. Einleitung: So wird Ihre Website ein Erfolg
2. Strategie: Erst das Ziel, dann die Fahrkarte
3. Vorarbeit: Zeitplan und Entscheidungswege
4. Entscheidung: Website, Blog – oder beides?
5. CMS: Wie kommen Ihre Inhalte ins Netz?
6. Webhosting: Wo wohnt Ihre Homepage?
7. Design: Eine gute Website wie ein gutes Buch
8. Barrierefreiheit: Was bedeutet das?
9. Aufbau: Die Struktur folgt Ihren Zielen
10. SEO: Für Suchmaschinen optimieren
11. Webtexte: Für die richtigen Leser schreiben
12. Recht: Was dürfen Sie, was ist gefährlich?
13. Webshop: Verkaufen im Internet
14. Businessfotografie: Gute Bilder entscheiden

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Planen Sie die Website Ihres Unternehmens neu aufzubauen, anders zu gestalten oder textlich zu überarbeiten? Oder wollen Sie Ihre statische Website dynamischer machen und an das Social Web anbinden? Dann ist diese Serie für Sie interessant.
In Form eines Workshops – mit Fachbeiträgen und Checklisten – behandle ich viele verschiedene Aspekte, die für eine … [more]
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june 2011 by matthiasfromm
Online-Workshop ‘Neue Website’, Folge 14 Businessfotografie: Gute Bilder entscheiden
Gastbeitrag von Mathias Vietmeier
In einer Studie einer skandinavischen Universität konnte die erste Gruppe Websites eine halbe Sekunde lang betrachten. Die Teilnehmer der Parallelgruppe hatten beliebig viel Zeit, um sich ein Urteil zu bilden. Interessanterweise kamen beide Gruppen überwiegend zum gleichen Urteil bei der Anmutungsqualität. Wir haben uns also meistens nach wenigen Augenblicken entschieden, ob wir auf einer Site bleiben wollen oder weiterklicken.

Doch was können wir in 0,5 Sekunden aufnehmen? Eventuell einige Wörter der Headline. Doch zum größten Teil sind es die grafische Anmutung und die Fotos die zum Entscheidungsfaktor werden. Laut einer Studie zu Printanzeigen ist nach der Anzeigengröße die Abbildung von Personen die wichtigste Variable bei der Kontaktdauer. Vor allem entscheidet der emotionale Gehalt eines Bildes, ob die Abbildung im Langzeitgedächtnis landet.

Wenn man sich die Ergebnisse dieser Studien anschaut, ist man also gut beraten, für professionelle Fotos auf der Website zu sorgen. Ihr potentieller Kunde will SIE sehen. Ihr Foto ist ein großer Faktor bei der Vertrauensbildung.

Selbst machen oder einen professionellen Fotografen beauftragen?
Heute besitzen viele Menschen eine professionelle Spiegelreflexkamera. Fast jeder hat jemanden im Bekanntenkreis, der sich mit Fotografie beschäftigt. Was soll man also beachten, wenn man selbst ans Werk geht?

1. Location: Vom Hintergrund aus aufbauen

Ein gutes Bild sollten Sie vom Hintergrund aus aufbauen. Weiße Wand oder Firmensymbolik? Ein neutraler Hintergrund kann zum Konzept einer Website passen. Persönlicher ist es aber oft, die Menschen in Ihrem Umfeld zu zeigen.

Erster Schritt zu einem Shooting sollte eine Raumbegehung der Firma sein. Büro oder Produktionsstätte? Treppenhaus oder Dachterrasse? Werden Sie kreativ. Sie sollten nur darauf achten, dass sich der Kopf der Person vor einem ruhigen Hintergrund befindet. Auf dem Rest des Bildes kann Bewegung sein.

2. Licht: Natürlich ist am besten
Nachdem sie eine – oder mehrere – interessante Locations gefunden haben, geht es um die Beleuchtung. Nehmen Sie eine Testperson und machen Sie einige Aufnahmen bei natürlichem Licht. Oft ist natürliches Licht das Beste. Sie brauchen dafür allerdings eine Kamera, die auch bei höherer Empfindlichkeit (ISO Zahl) noch rauschfreie Bilder produziert. Die meisten neueren Spiegelreflex-Kameras können das.

Auch ist ein Objektiv mit großer Offenblende von mindesten f/2.8 oder besser f/1.4 hilfreich. So haben Sie auch ohne professionelle Blitzanlage genügend Licht. Außerdem erhalten Sie bei Offenblende einen leicht unscharfen Hintergrund, der Tiefe und Ruhe erzeugt.

Sind beide Gesichtshälften gleichmäßig ausgeleuchtet? Oft kann ein einfacher Aufheller helfen um zu dunkle Schatten anzugleichen. Hierzu genügt eine weiße Styroporplatte oder Pappe.  Nun müssen Sie die den Helligkeitsunterschied zwischen Vordergrund und Hintergrund beurteilen. Braucht einer von beiden noch Extralicht, damit Sie eine harmonische Wirkung erreichen? Beim Hintergrund kann dies direktes Licht sein. Eventuell ein Baustrahler oder ein Blitz.

Beim Vordergrund – Ihrem Model – müssen Sie darauf achten, dass nur weiches Licht zum Einsatz kommt. Ein direkter Blitz oder direktes Dauerlicht würde zu harte Schatten werfen, die wenig schmeichelhaft sind.  Weiches Licht erhalten Sie durch ein große Abstrahlfläche. Sie können Ihre Lichtquelle indirekt auf eine große Fläche werfen, z.B. Eine weisse Wand. Oder Sie verwenden einen Diffusor. Das kann selbst ein günstiger Duschvorhang sein. Der Profi verwendet hierfür Lichtschirme oder sogenannte Softboxen.

Das Licht sollten Sie testen, ehe die eigentliche Person vor die Kamera tritt.Diese Tests können schon mal 30-90 Minuten dauern und Ihr Model wäre schnell gelangweilt und müde, wenn Sie es hierfür verwenden. Im Idealfall testen Sie einige Tage vor dem eigentlichen Shooting.

3. Kleidung: Wechsel belebt
Wechseln Sie die Kleidung. Die Person sollte zur Session mindesten drei Outfits mitbringen. So sollte z.B. neben dem offiziellen „Schlips-und-Kragen“-Bild auch ein Foto ohne Jackett und ohne Krawatte entstehen und vielleicht noch ein zusätzliches in legerer Kleidung. Sie brauchen diese Bilder für die verschiedensten Zwecke und es ist gut sowohl förmliche als auch legere Bilder zu haben.

Hilfreich ist eine Fusselbürste, um gegebenenfalls Haare, Schuppen etc. zu entfernen. Auch sollte eine Haarbürste griffbereit liegen. Hin und wieder stören Glanzstellen auf der Haut. Hier kann Hautpuder helfen, den man idealerweise in 2-3 unterschiedlichen Tönen am Set hat.

4. Posen: Für Entspannung sorgen
Viele Menschen lassen sich nicht gern fotografieren und stehen entsprechend verkrampft vor der Kamera. Schaffen Sie eine entspannte, freundliche Atmosphäre. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Model. Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie viele Bilder. Oft werden Personen nach den ersten Fotos lockerer. Zeigen Sie zwischendurch die Bilder, am besten auf dem Laptop. Wenn die Person sieht, dass die Bilder gut werden, setzt eine weitere Entspannung ein.

Vermeiden Sie künstliche Posen. Gute Posen sind natürlich und entstehen aus der Bewegung. Lassen Sie die Person in kurzer Folge verschiedene Stellungen einnehmen, um ein Einfrieren zu verhindern. Auch der Fotograf sollte sich viel bewegen, um immer neue Blickwinkel zu schaffen. Dabei sollte er auch immer auf den Hintergrund des Bildes achten.

5. Zeit: Nicht zu knapp kalkulieren
Wie viel Zeit sollen Sie für das Shooting einplanen? Mindestens eine Woche vor dem eigentlichen Shooting sollte es eine Vorbesprechung und Raumbegehung mit dem Fotografen geben. Am Tag des Shoppings kommt der Fotograf ca. 90 Minuten früher, um seine Geräte aufzubauen und einige Testaufnahmen durchzuführen.

Wenn viele Personen einzeln vor demselben Hintergrund fotografiert werden sollen, sollte man ca. 20 bis 30 Minuten pro Person rechnen. Soll eine Person etwas ausführlicher vor verschiedenen Hintergründen gezeigt werden, sollte man dafür mindestens 90 Minuten rechnen. Länger dauert es, wenn jede Location neu ausgeleuchtet werden muss. Der Umbau und die Justierung der Blitzanlage brauchen Zeit. So ein großes Shooting kann für eine Person den halben Tag einnehmen. In der Praxis werden für die Businessfotografie jedoch oft kürzere Zeiträume gewünscht.

6. Nachbearbeitung: Retusche nach Maß und Wunsch

Heute gehört eine Nachbearbeitung der Bilder meist standardmäßig dazu. Helligkeit, Kontrast, Farbbalance werden angeglichen. Leichte Hautprobleme werden korrigiert. Größere Retuschen sind nach Rücksprache meist möglich, werden jedoch extra berechnet.

Wo finde ich einen guten professionellen Fotografen?

Heutzutage können Sie im Internet in den Portfolios der Fotografen stöbern. Schauen Sie sich um und vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Zusätzlich zu eigenen Aufnahmen können Sie auf Stockfotos zurückgreifen, Firmen wie iStockphoto, Shutterstock oder Fotolia bieten eine reiche und kostengünstige Auswahl. Dabei sollten Sie allerdings einiges beachten:

Versuchen Sie nicht, die Personenfotografie Ihrer Firma durch Stockfotos zu ersetzen: Der Betrachter spürt sofort, dass es sich hier um gestellte, austauschbare Bilder handelt. Er denkt, Sie hätten etwas zu verstecken. Eine weiter Gefahr: Stockfotos sind meist nicht exklusiv. Das heißt, jede Firma kann die gleichen Bilder kaufen. Das ist schon etwas peinlich, wenn z.B. der gleiche Call-Operator für die verschiedensten Firmen jobbt.


Eine weitere Gefahr sind zu klischeehafte Darstellungen: Sie kennen sicher die typischen Bilder von schüttelnden Händen, Maßbändern oder Stoppuhren. Vermeiden Sie diese Art der Darstellung – keiner will sie mehr sehen.

Abgesehen von diesen Stolperfallen gibt es aber viel interessantes Material bei den Agenturen und eine Suche lohnt sich.  Wenn Sie viele Bilder brauchen, speziell für Blogposts, lohnt sich auch eine Suche bei Flickr nach Creative-Commons-Fotos. Hier finden Sie Bilder, die Sie bei Namensnennung kostenfrei nutzen dürfen. Achten Sie nur darauf, dass die Bilder für kommerzielle Nutzung freigegeben sind.

So mit interessanten Bildern ausgestattet, wird Ihre Website sicher mehr Leser und Interessenten finden. Denn wie wir am Anfang gesehen haben, ist es oft die Optik, die über die Absprungrate entscheidet.  Bilder können auch einen zusätzlichen SEO-Wert haben. Geben Sie der Bilddatei den Namen des Keywords und Ihre Bilder werden über die Google-Bildsuche zusätzlich Traffic bringen.

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Mathias Vietmeier arbeitet als freiberuflicher Fotograf und Grafikdesigner in München. Er unterrichtet als Dozent an der Akademie des deutschen Buchhandels. http://www.vietmeierfoto.de. Twitter: @vietmeierdesign.

Fotos: (c) Mathias Vietmeier

 

 

Nächste Folge:
15. Videos: Mit Filmen für Ihr Unternehmen werben (erscheint am Mittwoch, 29. Juni 2011)

Bisher erschienen:
Kostenloser Blog-Workshop “Neue Website”: Stellen Sie vorab Ihre Fragen, bitte!
1. Einleitung: So wird Ihre Website ein Erfolg
2. Strategie: Erst das Ziel, dann die Fahrkarte
3. Vorarbeit: Zeitplan und Entscheidungswege
4. Entscheidung: Website, Blog – oder beides?
5. CMS: Wie kommen Ihre Inhalte ins Netz?
6. Webhosting: Wo wohnt Ihre Homepage?
7. Design: Eine gute Website wie ein gutes Buch
8. Barrierefreiheit: Was bedeutet das?
9. Aufbau: Die Struktur folgt Ihren Zielen
10. SEO: Für Suchmaschinen optimieren
11. Webtexte: Für die richtigen Leser schreiben
12. Recht: Was dürfen Sie, was ist gefährlich?
13. Webshop: Verkaufen im Internet
14. Businessfotografie: Gute Bilder entscheiden

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Planen Sie die Website Ihres Unternehmens neu aufzubauen, anders zu gestalten oder textlich zu überarbeiten? Oder wollen Sie Ihre statische Website dynamischer machen und an das Social Web anbinden? Dann ist diese Serie für Sie interessant.
In Form eines Workshops – mit Fachbeiträgen und Checklisten – behandle ich viele verschiedene Aspekte, die für eine … [more]
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june 2011 by matthiasfromm

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