ausgrenzung   18

Sprache und Ausgrenzung | journalist – das Medienmagazin
„Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten.“ So veranschaulicht Sabine Schiffer das Dilemma unserer Aufmerksamkeitssteuerung. Denn fast jeder hat jetzt unwillkürlich einen rosa Elefanten vor Augen. In einem Vortrag, den die Sprach- und Medienwissenschaftlerin auf Einladung der jüdischen Gemeinde in Marburg gehalten hat, erläutert Schiffer, wie unbedarfte Sprache im Journalismus antisemitische Vorbehalte schüren kann. Wir dokumentieren den Vortrag hier im Wortlaut.
framing  sprache  ausgrenzung  antisemitismus 
december 2018 by thot
Migration Online. Zwischen Inklusion und Exklusion: Einige Aspekte der italienischen Community in Deutschland
Soziologen Esser (1980) entwickelt. (1) Er geht davon aus, dass der Integrationsprozess mit der kognitiven Assimilation beginnt, die eine Voraussetzung für weitere Formen der Assimilation ist.

Kognitive Assimilation: kulturelle und soziale Fertigkeiten (Sprache, Normen, Verhalten)
Strukturelle Assimilation: Abbau sozialer Ungleichheit durch soziale und räumliche Mobilität, Desegregation
Soziale Assimilation: Desegmentierung und Desegregation, Partizipation
Identifikative Assimilation: Aufgeben der Orientierung an der Herkunftsgesellschaft und der ethnischen Gruppe zugunsten der Majorität im Aufnahmeland

Das Modell, das sich an das von Park anlehnt, stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und geht von dem damaligen US-amerikanischen Gesellschaftsverständnis eines Melting Pot aus. Die Akkulturation beschreibt dementsprechend die Stufen dieses »Verschmelzens « der strukturellen Differenzen hin zu einer homogenen nationalen Gesellschaftsstruktur. Nach diesem Modell beginnt der Prozess der Akkulturation in der Aufnahmegesellschaft mit einer kognitiven Assimilation, die die Voraussetzung ist für die sekundären sozialen Kontakte (strukturelle Assimilation) und primären sozialen Kontakte (soziale Assimilation). Nur auf diese Art und Weise ist eine Identifizierung mit dem Aufnahmeland möglich.

Dieses Modell ist von anderen Wissenschaftlern als eine mechanistische Theorie der Entwicklung, als ein zu systematisches Modell, das durch Formen von Automatismus charakterisiert ist, kritisiert worden.

In den letzten Jahren wurden andere Theorien entwickelt und angewendet, um den Grad der Integration der Zuwanderer nachzuvollziehen, wie z. B. die Theorien der Inklusion und Exklusion (Parsons, Luhmann, Stichweh). Die Begriffe Inklusion und Exklusion, die auf die ökonomische, kulturelle, politisch-institutionelle und soziale Zugehörigkeit bezogen werden können, können besser und differenzierter einige Entwicklungen und Aspekte der Communities beschreiben.

Inklusion wird verstanden als Teilhabe der Individuen an den Systemen mit zentraler Funktion: Bildung, Wirtschaft, Politik.
Exklusion ist hingegen die fehlende Möglichkeit der Teilhabe an diesen verschiedenen Systemen. Das bedeutet in der Praxis: Schulversagen, niedriger Lebensstandard und geringer politischer Einfluss (vgl. Luhmann 1994, Stichweh 2000).

Die Inklusions-/Exklusionstheorie besetzt in der Systemtheorie die Funktionsstelle, die bei Bourdieu die Theorie der Kapitalformen einnimmt. So kann Inklusion und Exklusion anhand der ungleichen Verteilung von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital analysiert werden:

Ökonomisches Kapital ist all das, was an Besitz von ökonomischen Gütern einschließlich Leistungen aus dem System redistributiver Leistungen durch den Staat zur Verfügung steht; dieser Begriff schließt an traditionelle Vorstellungen an.
Kulturelles Kapital ist die Verfügung über gesellschaftlich akzeptierte Bildungstitel und Wissen (sei es »gebildetes« Wissen, sei es technisches/handwerkliches Wissen, sei es Wissen über angemessenes Verhalten in spezifischen Kontexten (Alltagswissen).
Soziales Kapital ist die Zugangsmöglichkeit zu sozialen Ressourcen, die über soziale Beziehungen (Netzwerke und Assoziationen) und über den politisch-rechtlichen Status (Staatsbürgerschaftsstatus) vermittelt werden.

Nicht immer werden vorhandene Kapitalien – wie das kulturelle Kapital im Sinne von (Alltags-) Wissen oder das soziale Kapital – anerkannt. In diesem Fall, und das kann den Migrantinnen und Migranten gegenüber passieren, findet eine symbolische Exklusion von Kapitalien statt. Die sozialen Auseinandersetzungen verlagern sich dann in den Raum der symbolischen Auseinandersetzung, wo das symbolische Kapital an Bedeutung zunimmt. Aus dieser Analyse ergeben sich spezifische Muster der Kombination von Kapitalien (negative und positive Kapitalienausstattungen), die einen Vergleich der objektiven Lagen der italienischen Community ermöglicht. Als Folge dieser Diskussion wurden die Theorien des Soziologen T. H. Marshall (1950) wiederentdeckt, der die staatsbürgerlichen Rechte in drei Kategorien unterteilt:

Staatsbürgerschaftsrechte,
politische Staatsbürgerschaftsrechte,
soziale Staatsbürgerschaftsrechte.

Die zivilen Staatsbürgerschaftsrechte basieren auf der Garantie der individuellen Rechte und auf den Rechten des demokratischen Staates, die politischen Staatsbürgerschaftsrechte auf der politischen Beteiligung, die sozialen Staatsbürgerschaftsrechte auf einem Minimum an Wohlstand und wirtschaftlicher Sicherheit und auf der Garantie eines würdigen Lebens. Die Institutionen, die die sozialen Staatsbürgerschaftsrechte garantieren, sind für Marshall das Bildungssystem und das Sozialsystem.

Diese Theorien verdeutlichen in der Tat die verschiedenen Formen der Teilhabe an staatsbürgerlichen Rechten der ausländischen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Bei der Analyse der verschiedenen soziostrukturellen Prozesse, in die die italienische Community in Deutschland eingebunden ist, kann man de facto konstatieren, dass nicht immer der Inklusion in einem Bereich, eine Inklusion in einem anderen Bereich folgt, bzw. die Inklusion in einem Bereich die Inklusion in einem vorherigen Bereich voraussetzt.

Phasen der Zuwanderung
1. Phase: Die Gastarbeiterphase

Die erste Phase, die bis zum Anwerbestopp von 1973 geht, ist durch eine Politik der Aufnahme charakterisiert. Unmittelbar nach dem Krieg werden zunächst Millionen von Flüchtlingen,Vertriebenen usw. aufgenommen. 1955 wird mit Italien das erste Abkommen über die Anwerbung von Arbeitskräften unterzeichnet, in den sechziger Jahren folgen weitere Anwerbevereinbarungen mit anderen Ländern: Türkei, Spanien, Marokko, Tunesien, Griechenland, Jugoslawien usw.
ausgrenzung  migration:luhmann 
december 2016 by MicrowebOrg
DER SPIEGEL 45/2013 - Türkisiert
"Özlem, ihr habt den Kurden ihr Land weggenommen, so geht das nicht", schrieb mir meine Freundin Marie in einem Fünf-Seiten-Brief mit schwarzer Tinte. Ich war 1981 in Hamburg-Eppendorf geboren worden und hatte niemandem etwas weggenommen.
spiegel  deutschland  ausgrenzung 
december 2014 by s218611
Georg Diez über Homophobie - SPIEGEL ONLINE
Georg Diez in seiner Spiegel-Kolumne:
Man kann die Räder ja kaum noch zählen, die da alle zurückgedreht werden sollen, mit solch biologistischem, fundamentalistischem, bedrückendem Unsinn - und das Trübsinnigste daran ist, dass das alles im halbseidenen Gewand eines Konservatismus geschieht, der seine eigene Überlebtheit mit der Verteidigung von angeblich christlichen Werten camoufliert.
homophobie  gesellschaft  ausgrenzung  demokratie 
february 2014 by holtrop

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