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Afrikanische Geschichte jenseits des Kolonialismus – Geschichte der Gegenwart
Und so erscheint selbst­ver­ständ­lich, dass in Afrika Gesell­schaften in „Stämmen“ orga­ni­siert waren, keine Schrift und keinen Staat kannten, und erst der Kolo­nia­lismus – bei aller zuge­ge­benen Bruta­lität – Schrift, Staat und Moderne gebracht hat. Mit seinen rigo­rosen Grenz­zie­hungen habe er (leider) neue Stam­mes­kon­flikte hervor­ge­rufen, bevor die alten beendet werden konnten. Wo dieses Afrika genau anzu­sie­deln ist, im Kongo oder im Sudan, in Tansania oder im Senegal, in Timbuktu oder Kairo, ob die Rede vom 17., 18. oder 19. Jahr­hun­dert ist – all das spielt keine Rolle.
kolonialismus  afrika 
4 weeks ago by MicrowebOrg
Bley - Afrikakonferenz
Der Umsetzung dieser Ziele diente insbesondere das konkrete Vorhaben, zumindest das riesige Zentrum Afrikas – das Kongobecken – nicht aufzuteilen, sondern als eine Art Freihandelszone zu sichern. Sie sollte ohne koloniale Schutzzölle und andere Begünstigungen für die Firmen der jeweiligen Kolonialmacht auskommen. An dieser Lösung waren insbesondere die USA interessiert. Sie brachten auf dieser Konferenz erstmals eigene Afrika-Interessen zur Geltung – im Sinne einer freihändlerischen »open door policy«, wie sie die USA wenige Jahre später auch für China formulieren sollten.

Bismarck hatte sich im Vorfeld der Konferenz dafür entschieden, dieses Ziel zu verwirklichen, indem er den riesigen Kongo-Raum der privaten Kongo-Gesellschaft des belgischen Königs Leopold II überlassen wollte, um so ein nicht-staatliches Regime an Stelle einer der Westmächte zu setzen. Er erkannte im Alleingang Leopolds Erwerbungen an. Diese Lösung scheiterte jedoch im Laufe der Jahre vollständig, weil der belgische König die bei der Berliner Kongokonferenz ausgehandelte Kongoakte nicht beachtete. Darin war der Kongofreistaat zwar zum Privatbesitz erklärt, aber auch Handelsfreiheit für die 14 Unterzeichnerstaaten der Berliner Konferenz festgehalten worden. Leopold II setzte jedoch sukzessive eine Kolonie durch, die mit der Ermordung von Millionen Afrikanern derartig skandalöse Herrschaftsformen annahm, dass der belgische Staat 1908 den König enteignete.

Allerdings hatte hinter Leopolds Initiative ein geschicktes gesamteuropäisches Afrika-Management gestanden. Er hatte sein Projekt unter die Vorzeichen der gesamteuropäischen wissenschaftlichen Erkundung des Kontinents, der Zivilisationsmission und der Beendigung des Sklavenhandels gestellt. Alle berühmten zeitgenössischen europäischen Erforscher des »finsteren« inneren Afrikas hatte er schon 1876 zu einer internationalen Konferenz in Brüssel zusammengerufen. Diese Konferenz kann durchaus als eigentlicher symbolhafter Auftakt für ein gesamteuropäisches Kolonialprojekt in Afrika gelten.

Die Hauptregel – das Prinzip der Effektivität – besagte, dass es fortan nicht mehr genügen sollte, lediglich an der Küste einige Flaggen zu hissen, sondern dass auch im Hinterland der Kolonie Elemente einer effektiven Okkupation errichtet sein müssten, wie etwa Militär- oder Polizeistationen. Damit waren jene Regularien festgelegt, an denen sich die Grenzverträge zwischen den europäischen Mächten in den 1890er Jahren orientierten, so z.B. zwischen Deutschland und Portugal an der Nordgrenze Namibias und an der Südgrenze Ostafrikas/Tanganjikas sowie mit Großbritannien im Helgoland-Sansibar-Vertrag.

Doch die friedliche Aufteilung Afrikas unter den europäischen Kolonialmächten lässt sich nicht allein der Kongokonferenz zuschreiben. Denn es gab vorher wie nachher viele andere Gelegenheiten dazu. So wurde beispielsweise der britisch-französische Konflikt um die Kontrolle Ägyptens aus Anlass der britischen Okkupation 1882 durch die britische Anerkennung von französischen Interessen im Maghreb entschärft. Dies verhinderte aber nicht, dass Frankreich und Großbritannien im Wettlauf um den Sudan bei Faschoda 1898 an den Rand eines Krieges gerieten, der nur im Blick auf die gemeinsamen Interessen gegenüber der deutschen Weltpolitik vermieden wurde. Und als Frankreich die Freihandelsregelungen in Marokko unterlief und zunächst 1905 und dann wieder 1911 zur faktischen Okkupation schritt, wurde ernsthaft vom deutschen Generalstab und vom Staatssekretär des Äußeren überlegt, diesen Konflikt für einen Krieg um die Hegemonie in Europa zu nutzen. Nur die diplomatische Isolation Deutschlands auf der Konferenz von Algeciras 1906 und die 1911 erfolgte Androhung Großbritanniens, in einem deutsch-französischen Krieg Partei gegen Deutschland zu ergreifen, führte zu Kompensationsverhandlungen, in denen Deutschland ein kleines Stückchen

Kamerun hinzubekam. Der Krieg Großbritanniens gegen die Buren-Republiken in Südafrika von 1899-1902 beendete alle deutschen Träume, über Bahnbauten von Moçambique aus zum Witwatersrand und seinen Goldbergwerken vorzustoßen. Die USA wiederum führten am Ende des 19. Jahrhunderts Kolonialkriege gegen Spanien. (und Philippinen!!)

Bereits in der feudalen Ära dynastischer Heiratspolitik standen in Europa keine ethnischen Kriterien für die Grenzziehung bereit, sondern es wurden politisch, religiös und/ oder dynastisch geprägte Landschaften in einen Herrschaftsbereich aufgenommen oder abgegeben. Führende Historiker und Theoretiker, die sich mit der Entstehung des europäischen Nationalstaates seit der Frühen Neuzeit beschäftigen, sehen einen engen Zusammenhang zwischen Staatsbildung, Konsolidierung, Territorialität und Krieg. Sie betonen die Bedeutung des Krieges sowohl für die Frage der Territorialität des Flächenstaates gegenüber der Vielzahl sich überlagernder Herrschaftsansprüche in quasi autonomen kleinen Gebieten mit klaren Grenzen, als auch für die Entwicklung der staatlichen Institutionen im Innern (Bürokratie, stehende Heere, kriegsbezogene Manufakturen und Steuersysteme).

Dabei sind wiederholt neue politisch-soziale Identitäten entstanden, politische Einheiten untergegangen und durch politische Homogenisierung ‚Ethnien’, ‚Völker’ oder Nationen marginalisiert worden. Aus Alemannen beispielsweise wurden Schweizer und Badener. Die Schlesier lebten während der letzten zweihundert Jahre in der polnischen Adelsrepublik, in der österreichischen Vielvölkermonarchie, in Preußen, Polen und im deutschen Kaiserreich sowie als Vertriebene in der Bundesrepublik – und erlebten somit weitaus mehr staatlichen Wandel als die allermeisten afrikanischen Gesellschaften. Nationalstaatliche Grenzen sind zu einem also dynamisch, zum anderen immer künstlich (im Sinne von nicht naturgegeben).

Grenzen sind nicht zu denken ohne zumindest den Entwurf oder die Funktion eines Territorialstaates, der ausreichend starke Institutionen hat, um innerhalb seiner Grenzen das Gewaltmonopol auszuüben und Finanzhoheit und Interventionsmacht zu besitzen. Grenzen sind an politische Autorität gebunden, die sie ausfüllen können. Insofern sind sie so wichtig wie die Autorität selbst und damit historisch an die Entwicklung dieser Autorität gebunden.

Die Autorität muss Interessen haben und überregional ausgerichtete Macht organisieren können. Ferner muss sie das politische Machtzentrum mit den Zentren wichtiger materieller Ressourcen und mit den spirituellen, religiösen Einrichtungen verbinden. Je agrarischer und auf Rohstoffe zentrierter ein solches staatliches Gebilde ist, desto wahrscheinlicher ist die Peripherisierung auch großer Gebiete. Dies kann so weit gehen, dass das staatliche Gebilde auf ein Netz von Enklaven beschränkt bleibt.

Der koloniale Staat in Afrika war im Großen und Ganzen ein derartiges Gebilde. Er war insofern stabil, als seine Grenzen von Großmächten garantiert waren. Selbst Besitzwechsel änderten an dieser Struktur wenig, wie die Kapkolonie zeigt, die zwischen 1799 und 1806 dreimal den Besitzer wechselte. Am Weltsystem des späten 19. und des 20. Jahrhunderts konnten unter völkerrechtlichen, handels- und währungspolitischen Aspekten nur noch Staaten – ob abhängig oder nicht – teilhaben. Im Binnenverhältnis von Metropolland und Kolonie waren letztere eher Staaten minderen Rechts als ‘besondere Provinzen’.

Das Besondere am kolonialen Status in Afrika war, dass zwischen 1888 und 1950, also 65 Jahre lang, in der Kolonie kein interner – auch kein mit militärischen Mitteln geführter – Kampf möglich war, weder um das Machtzentrum noch um Sezession. Er ist von der afrikanischen Opposition seinerzeit auch kaum gedacht worden. Kennzeichen des kolonialen Staates war die Zementierung des politischen Status quo und seine Reduzierung auf meist regionale Subsysteme mit stark traditionaler und lokaler Dimension. Diese Arretierung des Status quo bei Staatsbildungsprozessen ist ein welthistorisches Unikum, das so nur in den Kolonien existierte. Es besteht also eine Ungleichzeitigkeit zwischen der Stabilität des internationalen Staatensystems und der internen Dynamik der Gesellschaftssysteme Afrikas im 20. und 21. Jahrhundert.

Die Frage ist nun: sind die vorkolonialen afrikanischen Staaten auf dem Wege zu umfassenden Staatensystemen gewesen, als die Kolonialmächte ihre Interessenzonen durch Grenzlinien in dem Hinterland der Küstenzonen festlegten? Welcher Prozess ist durch die koloniale Aufteilung unterbunden worden? Unabhängig davon, wie alt die staatlichen Traditionen in den verschiedenen afrikanischen Gesellschaften sind, dürfte es schwer fallen, politische Systeme in Afrika aufzuspüren, deren Einflusszonen, Tributbeziehungen und Dynastien an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert unter dem Druck der historischen Verhältnisse nicht grundlegend verändert wurden. Sie alle wandelten sich unter dem Druck des Sklavenhandels, des Fernhandels, der politischen Explosion im südlichen Afrika, für das als Symbol der Zulukönig Shaka steht, der Erneuerung des Islams in Westafrika, der Reichsbildung Äthiopiens, des Mahdismus im Sudan, des Sansibar-Reiches in Ostafrika oder der Expansion des Baganda-Staates nördlich des Victoria-Sees. Keines dieser Systeme, keiner dieser Staaten ist jedoch vom Kolonialismus zerrissen worden. Sie sind – mit wenigen Ausnahmen wie z.B. Sansibar – auch nach den militärischen Niederlagen am Ende des 19. Jahrhunderts als Ganzes zum Bestandteil größerer Kolonien geworden.

Die spezifische Geschichte dieser Staatlichkeit und der Inkorporation vorkolonialer politischer Einheiten in einen neuen kolonialen Flächenstaat scheint von viel tiefer greifender Bedeutung für die Funktions(un)fähigkeit der postkolonialen Staaten Afrikas zu sein, als die oft willkürlich gezogenen Grenzen der Kolonien. Dies zeigt sich beispielsweise in der Bedeutung der Erben des nordnigerianischen Sultanats für die Machtverteilung in Nigeria, in der … [more]
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july 2019 by MicrowebOrg
Kongokonferenz – Wikipedia
Mit dem Verbot des Sklavenhandels wurden zahlreiche Dynamiken ausgelöst, die zu weitreichenden, höchst widersprüchlichen Veränderungen auf dem afrikanischen Kontinent führten. Denn bedingt durch die zunehmende Industrialisierung der Kolonialmächte stieg die Nachfrage nach Pflanzenfetten wie Erdnusskernen und Palmöl zur Seifenherstellung, was aufgrund der arbeitsintensiven Gewinnung (massive Ausweitung der Sammeltätigkeit, lange Transportwege, arbeitsintensive Herstellung von Ölen aus Fruchtfleisch und Kernen) zu einem Zuwachs an Sklavenarbeit führte. Der Rückgang des transatlantischen Sklavenhandels im 19. Jahrhundert bedeutete in (West-)Afrika also zunächst, dass die Arbeit von Abhängigen und Sklaven zunahm.[1]

Nach dem Verlust der amerikanischen Kolonien begannen die Briten, sich neben Australien nach anderen neuen Gebieten umzusehen. Mungo Park war 1795 der erste einer im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer größeren Zahl europäischer Afrikaforscher, die das Innere des Kontinents erkundeten. Die meisten Forscher hatten wissenschaftliche Ziele, später wurden diese mit wirtschaftlichen und politischen Interessen ihrer Auftraggeber verbunden.

Die ersten Kolonialisierungsversuche begannen in den gemäßigten Gebieten im Süden und Norden. Im Kapland hatten sich seit 1652 niederländische Siedler niedergelassen, die nach der Besetzung des Landes durch Großbritannien (1806, 1815 endgültig britisch) ins Landesinnere auswichen (Großer Treck 1835). Im Norden besetzte Frankreich 1830 Algerien und brachte das Land bis 1857 weitgehend unter seine Kontrolle, so dass es zu einer Siedlungskolonie für Europäer wurde.

In Liberia entstand 1822 eine Siedlungskolonie freigelassener US-amerikanischer Sklaven, die sich 1847 als Staat konstituierte. In Südafrika wurden 1843, 1852 und 1854 die Burenstaaten Natalia, Transvaal und Oranje-Freistaat gegründet. Im Innern Afrikas bildeten sich unter europäischem Einfluss zahlreiche neue Reiche, die in Westafrika meist von islamischen Dynastien regiert wurden. 1859 bis 1869 wurde der Suezkanal gebaut und rückte damit Ostafrika näher an Europa heran.
Vorgeschichte der Konferenz

Anfang der 1880er Jahre nahm das europäische Interesse an Afrika stark zu. Henry Morton Stanley hatte mit der Erforschung des Kongobeckens 1874 bis 1877 den letzten großen „weißen Fleck“ von der Landkarte Afrikas beseitigt. 1878 erhielt er eine Einladung von Leopold II., dem König der Belgier, der bereits 1876 die Internationale Afrika-Gesellschaft (französisch Association Internationale Africaine, AIA) mit dem Ziel der Erforschung und „Zivilisierung“ Afrikas gegründet hatte. 1879 wurde die Internationale Kongo-Gesellschaft gegründet, die wirtschaftliche Ziele verfolgen sollte, mit der AIA aber eng verknüpft war. Leopold kaufte die fremden Anteile der Kongogesellschaft heimlich auf, die philanthropische Afrikanische Gesellschaft diente hauptsächlich zur Kaschierung der imperialistischen Ziele der Kongogesellschaft.

Von 1879 bis 1884 reiste Stanley erneut an den Kongo, diesmal nicht als Reporter, sondern als Abgesandter Leopolds mit dem geheimen Auftrag, den Kongostaat zu organisieren.

Wettlauf um Afrika (wg. Rohstoffen): 1880 ff
Gleichzeitig reiste der französische Marineoffizier Pierre Savorgnan de Brazza im westlichen Kongobecken und hisste im neu gegründeten Brazzaville 1881 die französische Flagge. Portugal, das aus alten Verträgen mit dem einheimischen Kongo-Reich ebenfalls Ansprüche auf das Gebiet herleitete, schloss am 26. Februar 1884 mit Großbritannien einen Vertrag, der vorsah, der Kongogesellschaft den Zugang zum Atlantik zu versperren.

Zur selben Zeit drangen mehrere europäische Staaten nach Afrika vor und es begann der „Wettlauf um Afrika“: Frankreich besetzte 1881 Tunesien und die heutige Republik Kongo sowie 1884 Guinea. Großbritannien besetzte 1882 das nominell auch weiterhin osmanische Ägypten, das wiederum über den Sudan und Teile Somalias herrschte. Italien nahm 1870 und 1882 erste Teile Eritreas in Besitz. Deutschland unterstellte 1884 die Küsten Togos und Kameruns sowie das Lüderitzland, später Deutsch-Südwestafrika genannt, seinem „Schutz“.
Die Konferenz
Leopold II. von Belgien gelang es, Frankreich und das Deutsche Reich davon zu überzeugen, dass ein gemeinsames Handeln in Afrika in ihrem Interesse sei. Otto von Bismarck, der deutsche Reichskanzler, lud die Vertreter der USA, des Osmanischen Reiches und der europäischen Mächte Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Portugal, Russland, Spanien und Schweden-Norwegen (bis 1905 Personalunion) zu einer Konferenz nach Berlin ein.

Mit dem Kongo war das rohstoffreichste Gebiet Afrikas nicht in den Besitz einer Großmacht übergegangen, sondern an Belgien, das für die europäische Kontinentalpolitik wenig von Bedeutung war. Außerdem hatte sich herausgestellt, dass die Interessen Englands und Frankreichs, was die Kolonialpolitik betraf, unvereinbar miteinander waren.

Die Kongoakte regelte in 38 Artikeln folgende Punkte:

Die 14 Signatarstaaten genossen Handelsfreiheit im gesamten Einzugsgebiet des Kongos sowie des Njassasees und östlich davon im Gebiet südlich des 5. nördlichen Breitengrades. Es umfasste die heutigen Staaten Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Uganda, Kenia, Ruanda, Burundi, Tansania und Malawi sowie den Großteil von Zentralafrika, den Süden von Somalia, den Norden von Mosambik und Angola sowie kleinere Teile von Gabun, Kamerun, Südsudan, Äthiopien und Sambia.
Die Flüsse Niger und Kongo wurden für die Schifffahrt freigegeben.
Das Verbot des Sklavenhandels wurde international festgelegt.
Der Grundsatz wurde festgeschrieben, dass nur jene Macht das Recht auf Erwerb einer Kolonie haben sollte, die sie tatsächlich in Besitz nahm (Prinzip der Effektivität).
Für den Fall bewaffneter Konflikte zwischen Vertragsstaaten wurde die Möglichkeit der Neutralität der „im konventionellen Kongobecken einbegriffenen Gebiete“ vorgesehen (Artikel 10–11). Die Begrenzung des Gültigkeitsbereiches ist im Artikel 1 genau geregelt.
In parallel verlaufenden Verhandlungen und der Abschlusskonferenz wurde der Kongofreistaat als Privatbesitz der Kongogesellschaft bestätigt. Das Territorium der heutigen Demokratischen Republik Kongo mit mehr als zwei Millionen Quadratkilometern gehörte damit praktisch Leopold II. Dies geschah zwar im Kontext der Kongokonferenz, allerdings wird es nicht in der Kongoakte erwähnt.

Folgen
Kolonien in Afrika (1914)

Der Wettlauf um Afrika nahm an Tempo zu. Innerhalb weniger Jahre war Afrika südlich der Sahara zumindest nominell aufgeteilt, bis 1895 waren neben Abessinien (Äthiopien) nur noch die Siedlungskolonien Liberia, Oranje-Freistaat und Transvaal unabhängig. Der größte Teil der Sahara wurde französisch, der Sudan nach der Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes und der Beilegung der Faschodakrise britisch-ägyptisches Kondominium.

Die Burenstaaten wurden zwischen 1899 und 1902 im Burenkrieg von Großbritannien erobert. 1911 teilten sich Frankreich und Spanien Marokko auf. Libyen wurde 1912 von Italien erobert. Die offizielle Erklärung Ägyptens 1914 zum britischen Protektorat schloss die koloniale Aufteilung Afrikas ab.
afrika  ns:vorgeschichte  rassismus  kolonialismus 
july 2019 by MicrowebOrg
ACBF launches Africa Capacity Report on Fostering Transformative Leadership
The Africa Capacity Report 2019 (ACR 2019), with Foreword authored by President Paul Kagame of Rwanda and chair of the African Union until this January 2019, provides a snapshot of leadership capacity in Africa based on independent survey data from over 46 African countries. ACR 2019 addresses the capacity dimensions of transformative leadership both in public and private sectors. It looks at the major elements of transformative leadership in Africa, highlights the leadership capacity gaps related to achieving sustainable development on the continent, and identifies strategies for addressing them.



Most importantly, ACR 2019 offers concrete recommendations for improving performance, combining both technical elements and the mindset changes that are necessary for success. Finally, the Report calls for increased investment in leadership capacity development at all levels, especially in government service.
capacity_development  capacity_building  capability  Africa  Afrika  Afrique 
march 2019 by weitzenegger
Nestlé in der Kritik - Afrikaner sollen weniger Maggi essen | SRF
Afrika ist der grösste Markt für das Nestlé-Produkt. Doch die salzige Würze wird dort zunehmend zum Gesundheitsproblem.
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november 2018 by Einfach_Essen

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