Blogosphäre   217

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youtube.com/rp15: wie alex matzkeit ganz alleine die deutsche film-blogosphäre erschuf
alex matzkeit (<a href="https://youtu.be/UTmCcFKXdoo?t=674">ab ungefähr minute 10</a>) über die film-blogosphäre, die stärke schwacher verbindungen und das zusammenfügen von blasen. sehr schöne, sympathische und kurze aufhellungsrede, die man auch gut von der film-blogosphäre weggeneralisieren kann.
s  w  alex_matzkeit  film  kino  blogdings  blogosphäre  rp15 
may 2015 by diplix
Yolo, jetzt wird performt! (Süddeutsche Zeitung Jetzt)
Der Erfinder des Begriffs "Fashionista" hat sich offiziell für seine Wortneuschöpfung entschuldigt. Wir hätten da noch ein paar Worte, für die sich ihre Erfinder entschuldigen müssten.
Fashionista  WTF  Brunch  Jorts  Jeggins  Blogosphäre  Blogosphere  blog  cyberspace  blogiverse  Blogorrhö  Datenautobahn  Beamer  performen  Castingshow  YOLO  Brangelina  is:article 
april 2013 by jmi
PR-Journal - Rolke: Die deutsche Blogosphäre ist im Kommen
"In diesen Tagen haben Lothar Rolke und Andrea Beyer – beide Professoren von der FH Mainz – ihre aktuellen Recherchen zur deutschsprachigen Blogger-Szene unter dem Titel „Deutschland Deine Blogger. Ein persönlicher Report aus der Blogosphäre“ veröffentlicht. Ihre Studenten haben außerdem 35 deutsche Blogger portraitiert. "
Blogs  Blogger  Blogosphäre 
march 2013 by Herbelizer
Die ach so tolle feministische Blogosphäre. | Medienelite
Seitdem ich dieses Blog hier betreibe, gab es einige Hetz- und Einschüchterungskampagnen gegen meine Person. Initiiert von Udo Vetter, Malte Welding, Katrin Rönicke, Marco Herack (@mh120480), Don Alphonso, um mal bekanntere Namen zu nennen, die vielen ein Begriff sein dürften, die täglich im Netz unterwegs sind. Seit einiger Zeit ist es so, dass jedes Mal (und wirklich jedes Mal), wenn ich einen Blogeintrag oder Text veröffentliche, sei es hier, bei der Mädchenmannschaft oder anderswo, mein Geschriebenes bewertet und verzerrt wird. Wahlweise entscheiden sich diese und andere Leute dann dazu, meine gesamte Persönlichkeit vor ihrem lefzenden Publikum auszubreiten, auf einmal spielt meine Sexualität eine Rolle oder mit welchem Geschlecht ich mich arrangiere, wie ich lebe, was mir lieb und teuer ist. Alles wird begafft, bewertet, kommentiert, ins Lächerliche gezogen – gerne großzügig öffentlich. Manchmal bekomme ich grenzüberschreitende Mails, manchmal wird meine Attraktivität bewertet, manchmal fallen Worte wie Sekte, Gestapo, totalitär oder faschistoid, manchmal geben sich diese und andere Leute andere Nicknames und versuchen hier zu kommentieren. Leider so ungeschickt, dass ich anhand der Inhalte der Kommentare sehe, dass sie nur von bestimmten Personen bzw. deren sozialen Umfeldern kommen können.
feminismus  blogosphäre  stalking 
october 2012 by anne_joan
WG019: Johnny Haeusler ist nicht Rudi Dutschke
Der Button zum Zerstören von Facebook, Lehrer unter Generalverdacht, die 68er machten alles besser, lahme tote-Bäume-Medien, ein Lolly mit Rasierklinge – ja dreht die Welt denn durch? Und wenn ja – wohin! Und was hat das alles mit der Darmflora zu tun?! Thematisch breit, akustisch runderneuert – so sind sie, die wikigeeks in Folge 19.

Ausführliche und gehaltvolle Shownotes nach dem Klick…

Meta

Wikigeeks NSFW-getestet. Urteil: ungenügend.

News
Operation Facebook

Ankündigungsvideo zur Operation Facebook
5.11.2011 – der Tag, an dem Facebook fast von Anonymous zerstört worden wäre http://www.golem.de/1111/87543.html
Babyboom in neun Monaten? – Wir sind doch schon sieben Milliarden. Die persönliche Weltbevölkerungsnummer berechnen lassen.
Kates Popcorn

Motorola vs. Apple vs. Samsung

Die Patentstreite gehen in eine neue Runde
Golem.de: Motorola-Klage – Gericht verbietet Verkauf von Apple-Geräten in Deutschland
netzwelt.de: Google sichtet Portfolio – 18 Motorola-Patente könnten Androide schützen

heise.de Motorola erzielt Erfolg gegen Apple beim LG Mannheim
Florian Müller: Apple is also suing Motorola in Europe over the Xoom tablet’s design
Florian Müller: Motorola Mobility won a formal injunction against Apple in Germany over two patents — UPDATE: it’s not “totally symbolic”
Das gesellschaftliche Netzthema: welche Probleme ergeben sich durch die permanenten Rechtsstreite langfristig für Nutzer? Ist das Patentrecht (das Innovationen für die Gesellschaft zugänglich machen wollte) mittlerweile ad absurdum geführt und hemmt Fortschritt?

Der Schultrojaner

Nicht wirklich neu, da schon durch alle Medien gejagt – aber zum Aufregen? Und was heißt das eigentlich für eine Weiterentwicklung des Unterrichts in Richtung eLearning?
http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/
http://netzpolitik.org/2011/viertes-update-zum-schultrojaner/

Der heiße SM-Scheiß

http://my.microbes.eu/
Hintergrund: European Molecular Biology Laboratory
NewScientist: Social network lets people with same gut flora hook up
narurenews: Social network wants to sequence your gut
@my.microbes

Themen
steht die digitale Revolution vor der Tür? Wahrnehmung der Gesellschaft durch die Blogosphäre zwischen Euphorie, Hysterie und Apokalypse.

Ereignisse: Fukushima / Wikileaks Depechen / S21 / Guttenberg Plagiat / Zensursula / Bundestrojaner / Schultrojaner / Arabischer Frühling / Aufstand der europ. Jugend (Spanien, P, GB) / Google Streetview / Bankenkrise / anonymous Hacks (SONY)
Themen: Urheberrecht / Privatsphäre / post privacy / Datenschutz / Demokratie / Kapitalismus / fluid/liquid democracy / Kampagnenfähigkeit

http://de.wikipedia.org/wiki/Tipping-Point
Sascha Lobo auf SPON: “meine Heimat Internet”
Lobo zu Relevanz der neuen sozialen Medien
Jakob Augstein (eigentlich alles, was er 2011 geschrieben hat)
http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/
Johnny Haeusler auf Spreeblick
Schirrmacher (FAZ) zu Gast bei Frank Rieger und Felix von Leitner (Fefe)
SWR1 – die Welt des Bloggens
mspro in der TELEPOLIS: “Die gesellschaftliche Singularität ist nah”
ctrl-verlust – das Kontrollverlust-Blog von mspro – Michael Seemann
Schirrmacher in der FAZ: “In Zeiten einer „Piratenpartei“ kann der Fund des Chaos Computer Clubs die politische Geographie nachhaltig ändern.”

der Bundestrojaner und seine Repräsentanz in den klassischen Medien (FAS)

Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
social media Auswertung bei Rivva http://rivva.de/
Titel des Spiegel 2011 – kein Bundestrojaner und derzeit drei Titel zu digitalen Gesellschaftsthemen (Fukushima: 3
Focus: 0 Titelthemen
DIE ZEIT: 0 Titelthemen, aber online: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-10/ccc-bundestrojaner-onlinedurchsuchung/komplettansicht
Agendaausweitung: die Piraten und der BT (Malte Spitz, die Grünen)
Bundestagsdebatte – Anrag der Linken zur Einstellung des BT findet keine Mehrheit
Berichterstattung von BILD-Online über der Bundestrojaner
interaktive Karte auf SPON
Themenseite auf SPON
SPON war verdächtig langsam – die Berichterstattungs-Chronologie bei Fefe
Titelgalerie Tageszeitungen vom 10.Oktober
Fefe befragt Google – und findet spannende Einträge über Digitask
Christoph Neuberger bei Amazon

On- und Offliner
Zeit Online: Peter Altmaier – Ich twittere, also bin ich

Kleine Lokalecke

Twittagessen in Göttingen
Die Seite wo welche.

Video der Woche

http://www.takethislollipop.com/
Ironie des Ganzen: Geliket auf Facebook von fast 9 Millionen Menschen.
Das zugrundeliegende Konzept erinnert außerdem entfernt an ªªhttp://www.thewildernessdowntown.com/ (Googleºº Chrome Experience).

Der Song stammt von “Freeky Cleen & Dickey F”, heißt “Summer City Blues” und steht unter der CC-BY-SA
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november 2011 by Floyboy
NPP113: Blogging is a risky business – die äthiopische Blogosphäre
Äthiopien hat vermutlich die kleinste Blogosphäre auf dem afrikanischen Kontinent: Etwa 20 Blogs buhlen um die Gunst der Leserinnen und Leser. Sie bieten eine alternative Informationsquelle zu den vom Staat an der kurzen Leine gehaltenen Print- und Rundfunkmedien. Nicht nur politisch ist bloggen in Äthiopien alles andere als ungefährlich, auch technisch stellt das langsame Netz und die niedrige Internetdurchdringung von 0,5 Prozent die Bloggerinnen und Blogger vor Herausforderungen.

Wir haben Anfang September 2011 drei der wichtigsten Blogger des Landes getroffen:

Abel Asrat (Freedombloggers), der vor allem auch auf Facebook aktiv ist
Markos Lemma, der das tech-orientierte Blog Eweket betreibt
Arefaynie, der das Kultur- und Kunstblog „Addis Journal“ macht und der bekannteste Blogger aus Äthiopien ist.

Das Gespräch, das – wie man deutlich hören kann – in einem Serverraum stattfand, beleuchtet Besonderheiten des Bloggens in Äthiopien, die Vernetzung untereinander, das Verhältnis von klassischen Medien zu den Blogs und die Beziehungen zwischen inneräthiopischer Blogosphäre und der Diaspora. Dabei beschreiben die Blogger vorsichtig die Gefahren, die mit den Veröffentlichungen verbunden sind und zeigen sich zuversichtlich, dass die äthiopische Blogosphäre demnächst wachsen wird. Betont wurde im Gespräch auch die Wichtigkeit einer Vernetzung mit Bloggerinnen und Bloggern in Europa. Scheut Euch also nicht, Kontakt aufzunehmen.

Das Gespräch wurde auf Englisch geführt. Hier ist die MP3.
Blogs  Digitalkultur  Netzpolitik-Podcast  Afrika  Äthiopien  Blogosphäre  Interview  Podcast  from google
november 2011 by Floyboy
Rivva: Balanceakt zwischen Aktualität und Relevanz
Im Juni erfreute der deutschsprachige Blogaggregator Rivva seine Anhänger mit einem unerwarteten Comeback. Initiator Frank Westphal experimentiert seitdem mit den Ranking-Kriterien. Das merkt man auch.Anfang Juni hatten die Freunde der deutschsprachigen Blogosphäre einen seltenen Grund zum kollektiven Freudentaumel: Rivva, die Mutter aller Blogaggregatoren für die hiesige Blogosphäre, feierte ein unerwartetes Comeback, nachdem Macher Frank Westphal das Projekt wegen mangelnder Refinanzierungsmöglichkeiten einige Monate zuvor geschlossen hatte. Doch als sich dank mokono und dem Sponsoring durch BMW die Option bot, den Dienst wieder aufleben zu lassen, musste Westphal nicht lange überlegen.
Über drei Monate ist dies nun her. Seitdem arbeitet die Rivva-Maschinerie so fleißig wie eh und je, um Nutzern die zu einem beliebigen Zeitpunkt im Social Web populärsten Blog- und Medienbeiträge zu präsentieren.

Vielen Rivva-Fans wird nicht entgangen sein, dass sich die Anzahl der von Rivva “entdeckten” Beiträge in letzter Zeit enorm erhöht hat. Rivvas RSS- und Twitter-Feed liefert laut Google Reader-Statistik momentan 506,3 Beiträge pro Woche aus. Das sind im Durchschnitt etwas mehr als 72 Blogposts und Nachrichtenbeiträge pro Tag. An Wochenenden liegt der Wert meist darunter, an manchen Werktagen spült Rivva dagegen auch mal mehr als 80 Beiträge an die Oberfläche.

Eine genaue Statistik für die Zahl der vor der Pause des Dienstes täglich verlinkten Postings habe ich zwar nicht, aber ich entsinne mich, dass selten mehr als 20-25 Artikel pro Tag auf rivva.de (und damit in den RSS- und Twitter-Feed) gelangten. Damals hatte Rivva aber (neben der Finanzierung) auch ein großes Problem: Es dauerte in der Regel viel zu lange, bis ein relevantes Thema genug Blogverlinkungen (oder eine signifikante Zahl an Tweets innerhalb kurzer Zeit) einheimsen konnte, um so einen Platz auf der Rivva-Startseite zu erhalten.
Laufende Experimente mit den Ranking-Faktoren
Kurz nach dem Neustart von Rivva hat Frank Westphal sowohl neue Kriterien zur Relevanz- und Popularitätsmessung eingeführt, als auch die Gewichtung der bestehenden Faktoren verändert. Verlinkungen zwischen Blogs zählen zwar immer noch besonders, sind aber ebenso wenig erforderlich für eine Platzierung auf rivva.de wie 80 oder 90 Retweets innerhalb weniger Stunden. Berücksichtigt werden von Rivva jetzt zudem Facebook Likes (ich bin mir nicht ganz sicher, wann diese hinzukamen) sowie Googles +1-Empfehlungen.
Während die Mindestzahl an Social-Media-Empfehlungen je nach Themenressort variiert, tauchen Artikel von netzwertig.com zumeist ab 25 bis 30 Retweets bei Rivva auf. Doch nicht nur die Quantität der Empfehlungen hat Einfluss auf die Rivva-Sichtbarkeit, sondern auch die Qualität, also die jeweilige Quelle:
Tweet ist nicht gleich Tweet
Jannis Kucharz, Macher von Newshype, einem anderen, derzeit pausierenden Blogaggregator, beschreibt in diesem Beitrag, wie sechs Tweets dafür genügten, um einen Artikel auf die Rivva-Homepage zu befördern. Frank Westphal antwortete mit einem leicht irritierten, aber erhellenden Kommentar: Einzelne Twitter-Konten werden von Rivva unterschiedlich stark gerankt. Linkempfehlungen von in Rivva-Augen einflussreichen Twitter-Konten fallen mehr ins Gewicht als die von manch anderen Retweetern.
Westphal erklärte uns per Mail, dass er stetig mit Ranking-Faktoren und der Zahl der täglich aufgeführten Artikel experimentiert. Seit dem 25. Juli drehe er an verschiedenen Ranking-Parametern, was direkte Auswirkung auf Artikel und Themen hat.
Dynamische Rivva-Website, überfüllter Feed
Während ich persönlich Rivva in seiner ursprünglichen Fassung als zu langsam und zu statisch empfand, ist mir die derzeitige Selektion fast einen Tick zu lasch und die Zahl der täglich aufgeführten Beiträge zu hoch. Allerdings könnte es sich hierbei auch nur um ein Feed-Problem handeln – denn die Rivva-Website wird mit einer hohen Schlagzahl dynamischer, was zu begrüßen ist.
Mein bescheidener Wunsch wäre daher einfach ein zusätzlicher Highlights-Feed, der von allen durchschnittlich 72 pro Tag bei Rivva angepriesenen Artikeln die 20 mit der größten Resonanz anzeigt. Dies wäre dann wie das einstige Rivva – aber mit dem Vorteil einer deutlich schneller auf aktuelle Ereignisse reagierenden Rivva-Website.
Wie zufrieden seid ihr mit Rivvas derzeitig präsentierter Artikelauswahl und -anzahl?
Link: Rivva
Dieser Text ist mir was wert: Verwandte Artikelbuzzly: Noch ein Aggregator für die deutschsprachige Blogosphärebuzzly ist ein weiterer neuer Aggregator für die deutschsprachige Blogosphäre. Zumindest optisch stellt er seine Mitstreiter in den Schatten, und auch konzeptionell macht er einen guten Eindruck. (15. Juli 2011)Neuer Blogaggregator Newshype: "Wir wollen die Startseite der Blogosphäre werden"Zwei Monate nach der Schließung des beliebten Blogaggregators Rivva startet mit Newshype ein neues Projekt, das sich zum Dreh und Angelpunkt der deutschsprachigen Blogosphäre entwickeln soll. (11. April 2011)Das Ende von Rivva: Und was jetzt?Rivva, Motor der deutschsprachigen Blogosphäre, macht endgültig dicht. Das wirft die Frage auf, wie sich Nutzer jetzt am besten einen Überblick über die Topthemen hiesiger Blogs verschaffen. Eure Vorschläge sind gefragt! (7. Februar 2011)SPONSOREN
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september 2011 by peterhoffmann
Filtern und Filter haben
Ich hoffe, das wird jetzt nicht zu esoterisch.

Man kann so oder so den Jaufenpass hinauf fahren. Ich fahre meistens recht zügig, ohne zu rasen oder an das Limit zu gehen. Ich bin schneller als die meisten, aber ich fahre immer auch so, dass ich den Pass bewusst erlebe. Wenn ich ausnahmsweise wirklich schnell fahre, oder in einem Auto, in dem ich noch nie einen Pass gefahren bin, ändert sich das sehr schnell: Ich filtere radikal alles aus, was nicht unbedingt zum Ankommen gehört. Ich war dort in einem 1-er BMW. Ich erinnere mich noch sehr genau an das Lenkrad, die weiche Kupplung und die matschige Schaltung. Von der Fahrt selbst habe ich erst auf dem Rückweg wieder Erinneriungen, als bei der Abfahrt die Bremsen heiss liefen.

Der Zustand ist eher ungewöhnlich. Wenn ich durch die Altstadt von Sterzing gehe, filtere ich überhaupt nicht. Ich sehe den billigen Plastikhundkitsch und die Auslagen der Metzger und die Zerstörung alter Bausubstanz und die Menschen im Cafe. So, wie ich normalerweise lebe, brauche ich keine Filter. Ich muss keine Rezeptionskanäle verstopfen, um andere frei zu haben. Der Mensch ist ein Tier mit feinem Sensorium und der Fähigkeit, die Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Natürlich vergisst man vieles sofort wieder. Aber unsere Sinne sind geschult, alles erst mal aufzunehmen. Erst dann wird gefiltert. Das ist manchmal begrenzt und manchmal, wenn man einen Pass fährt, extrem, so, wie das Gehirn es für nötig hält.

Was ich an mir selbst feststelle, ist eine ganz andere Art des Filterns, wenn ich vor dem Rechner sitze. Die Informationen sprechen meine natürlichen Sinne nicht an, aber es sind enorm viele, je nach Füllung dessen, was man als Reader, Timeline, Blogliste, Suchergebnis hat. Die Aufgabe dieser Filterung ist, meine Onlinezeit effektiv und angenehm zu gestalten, entsprechend schnell werde ich ungeduldig, wenn etwas auf eine langweilige Art nicht zielführend ist. Anders gesagt: Mein Internet-Filter, Ergebnis eines Lernprozesses, ist nicht flexibel genug, um sich unterschiedlichen Formen der Infrmation anzupassen. Er ist bei Youtube-Videos ebenso intolerant wie beim Durchreichen fremder Gedanken; er hasst es sogar, wenn die gefilterten Ergebnisse meiner Internetrunden dergestalt plötzlich verunreinigt werden - als ob da jemand über die Strasse laufen würde, hinter der Kurve. Gerade jenseits der Blogheimat fühlt sich das wie Vollgas den Jaufenpass hinauf an. Und ich merke, wie ich mehr und mehr die Lust daran verliere. Nur weil ich effektiv filtern kann, macht es mir mit steigendem Angebot an Müll nicht wirklich Spass. Dieses stete “Ach ne, bitte”, das der Filter sagt - es ist nicht stimmungsaufhellend.

Manche sagen, dass Blogs nur noch ein Teil im Medienmix sind, und dass verschwindet, wer nicht auf allen Kanälen in der Lage ist, seine Inhalte an den Mann zu bringen. Die neue Vorstellung von “beim Leser ankommen” ist nicht mehr der interessante Beitrag, sondern die Bestückung seiner Timeline auf all seinen Netzwegen. Vielleicht ist das auch wichtig; ich meine allerdings zu erkennen, dass die Click-Through-Raten verheerend schlecht sind, wenn ein Medium schnell ist (25% bei meinem Blog. 1-2% bei einem sozialen Netzwerk, es sei denn, es geht um das Netzwerk). Da sagt der scharf gestellte Filter bei den meisten wohl: Du bist in Eile, es gibt tausend neue Statusmeldungen, mach was anderes. Diese Filter denken nie weiter als bis zur nächsten Kurve. Sie sind schnell, zu schnell für grössere Zusammenhänge und Verweilen. Ob es Sinn mcht, immer neues Entscheidungsfutter hinzuwerfen? Ich weiss es nicht. Mit Spiegel Online gibt es schon einen sehr schnellen Fremdfilter, der vielen das Filtern abnimmt. Eine neue Kategorie dort heisst “Kurz und krass”. Das ist es vermutlich, was durch die Filter geht. Und man sollte sich meines Erachtens von der Illusion lösen, dass man dort viel zu gewinnen hat: Danach steht der normale Filter des Gehirns, und der löscht das schnellstens für anderes, das ebenso kurz und krass ist. Ich glaube, es macht keinen Sinn, diese einmal aktivierten Filter zu bedienen. Man muss Alternativen schaffen. Aber dazu muss man raus aus der Timeline und hin zu einem Verhältnis, das ohne Filter funktioniert.

Dass das nötige Filtern und Selektieren in sozialen Netzwerken das glatte Gegenteil dessen ist, was man eigentlich als sozial bezeichnet, ist vielleicht sogar ein Vorteil: Dann gibt es eventuell ja auch einen Markt für die Momente, in denen man nicht filtern und asozial sein will. Wenn man dann noch statt dem Plastikkitschhund der Nachrichten irgendwie ein weites Panorama anbietet, das zum Verweilen einlädt, kommt man vielleicht an den Filtern vorbei.

Aber die Filter zusätzlich zu belasten? Erscheint mir nach meinen Erfahrungen nicht als gute Idee. Es sei denn, man kann nur kurz und krass.
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august 2011 by toco
Verkabelt
ist nicht wirklich ein Wort, das mir gefällt. Wer ist schon gern verkabelt, ausser ein paar Spinnern?

Dass Wired nun auch in Deutschland - erst mal einmalig im Bundle mit GQ - kommt, ist dennoch sehr spannend. Ob das gut ausgeht, oder ob Conde Nast räuspert und verdruckst “Vielen Dank” sagt und es dann in die Tonne tritt, vermag ich nicht einzuschätzen, aber wer sich an die letzte grosse Pleite mit Vanity Fair erinnert, kann gar nicht anders als zu sagen: Das geht diesmal schon erheblich besser. Kein grosses Gebrüll zum Launch, eher eine langsam anrollende, begrenzte Geschichte. Dass Conde Nast diesmal nicht sofort Vollgas gibt, mag man als Zeichen des Misstrauens interpretieren, aber auf der anderen Seite fällt die Last weg, an einem übermächtigen Vorbild zu scheitern (wobei Park Avenue, Rich und Vanity Fair, egal ob mit Vorbild oder aus der Retorte, miserabel und sagenhoft dumm waren).

Trotzdem habe ich gewisse Zweifel, ob es für so eion Projekt wirklich einen Markt in Deutschland gibt. Ich will nicht sagen, dass sie Deutschen technikfeindlich sind, aber das, was sich hinter dem Vorwurf versteckt - die Deutschen begeistern sich eher wenig für Internet und Computer - trifft wohl zu. Das liegt natürlich auch etwas an den Frontfiguren der Szene, die viel zu abgehoben sind und gar kein Interesse haben, Brücken zu bauen. Die Frage ist bei so einem Projekt: Wie bekommt man Leute dazu, das nicht nur zu lesen, sondern auch zu kaufen. “Mal in ein Blog schauen” oder “auf Twitter followen” ist etwas anderes als “etwas kaufen”, was hin und wieder auch Buchautoren und deren Verlage schmerzlich erleben müssen. Es fällt auf, dass Wired Deutsch bislang eher ruhigere Zeitgenossen vorgestellt hat, vielleicht im Wissen, dass man mit zu viel selbsternannter Avantgarde die Käufer eher vergrault. Aber ob dann ein Markt da ist? Nun, man wird sehen.

Interessant wird es vor llem unter den Gesichtspunkt, wie das wird, wenn man es nicht von klassischen redaktionellen Langweilern und Nichtüberdentellerrandschauern machen lässt. Es mangelt ja nicht an Stimmen im Netz, die Medien ausschweifend erklären, wie es auf gar keinen Fall geht - so, wie es die Medien machen. All die Vorschläge, wie es besser gehen könnte können jetzt umgesetzt werden. Vielleicht nicht umfassend, aber man sollte sehen, in welche Richtung das gehen wird. Wie man die internetsüchtige Jugend zu einem Magazin bringen könnte. Da darf man gespannt sein. Niemand erwartet die Neuerfindung der Zeitschrift, aber man wird vermutlich an Stellschrauben drehen. Insofern - ein Experiment.

Man wird sehen. Und davor sollte man es nicht runter- oder abschreiben.
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june 2011 by toco

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