Börsenverein   24

Acquisitions: Germany's MVB Buys Pubnet and PubEasy
‘A Leading Position Among Service Providers’

A subsidiary of Germany’s Börsenverein des Deutschen Buchhandels, the Publishers and Booksellers Association, MVB has acquired two former Nielsen offerings, Pubnet and PubEasy.

The two ordering services had been sold to the consumer marketing research company NPD when it bought Nielsen Bookscan in January.


Ted Hill
Consultant Ted Hill (THA Consulting) has been tapped to head up a resulting New York-based company, MVB US, Inc., created to operate Pubnet and PubEasy, beginning Saturday (July 1).

MVB, Marketing und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, is known for operating Germany’s Books in Print metadata service, VLB or Verzeichnis Lieferbarer Bücher, for more than 45 years. As Publishing Perspectives has reported, MVB has recently has launched a new company in South America, Metabooks Brasil, led by Ricardo Costa.
MVB  Allemagne  acquisition  Pubnet  PubEasy  Börsenverein 
12 weeks ago by sentinelle
Allemagne : le prix unique assuré pour les livres numériques
Le ministère fédéral chargé de l'économie et des industries (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWI) a offert un cadeau à l'édition allemande en annonçant son souhait de modifier la législation du prix unique. Elle couvrira à présent les livres numériques : jusqu'à présent, si un cas générait un contentieux, un juge devait intervenir pour statuer si l'objet numérique en question était bien un livre. (...) « C'est un signal important pour les éditeurs et les libraires d'Allemagne à un moment de transformation numérique. Et c'est un pas de plus pour garantir la qualité et la diversité du second marché de l'édition du monde », a commenté Heinrich Riethmüller, président du Börsenverein.   La modification législative sera effective dès le 1er janvier 2016, a assuré le ministère. Le ministre Sigmar Gabriel, plus particulièrement, a porté cette modification de la loi, souligne le Börsenverein, qui signale que la précision a été adoptée à l'unanimité au Bundestag.
allemagne  puln  loi  prix_du_livre_numérique  börsenverein 
april 2015 by sentinelle
EU Commission to investigate German Amazon complaint | The Bookseller
The complaint against Amazon that the German trade association Börsenverein officially lodged earlier this month with the German competition authorities has attracted the attention of the EU Commission. Brussels has launched its own preliminary investigation, based on the facts gathered by the Börsenverein. (...) In its complaint the association alleges that the giant e-tailer has abused its market power in its negotiations with the German subsidiary of Swedish publishing group Bonnier by means which amount to blackmail. Amazon is in an ongoing dispute with Bonnier over terms for e-books. The situation is similar to the US where negotiations with Hachette Book Group have stalled. The German initiative has received broad support not only from the European and International Booksellers Federation (EIBF), but also from within its own industry. Among those speaking out in favour is AvJ, a cooperation of about 100 children’s book publishers.
Bruxelles  Börsenverein  Allemagne  plainte  Amazon  Bonnier  abus  position  dominante 
july 2014 by sentinelle
Amazon responds to German antitrust complaint, says it wants a larger commission on ebooks — Tech News and Analysis
“We would like to add some context,” Amazon continued. “It’s widely understood that e-books should cost customers less than the corresponding print edition – in digital there is no printing, freight, warehousing, or returns. We believe this should also be reflected in the terms under which booksellers buy their books from publishers, and this is the case in our terms with most publishers around the world, including in Germany. For the vast majority of the books we sell from Bonnier (a division of the 3 billion Euro international media conglomerate, Bonnier Media Group AB), they are asking us to pay them significantly more when we sell a digital edition than when we sell a print edition of the same title.” All German book prices (print and e-book) are fixed; Amazon legally isn’t allowed to discount them. Amazon is referring here to the commission that it receives on ebook sales. Right now, that commission is 30 percent of a book’s retail price — so if an ebook sells for €10, for instance, Amazon gets €3 and the publisher gets €7. Amazon wants that commission to be higher — reportedly 40 or 50 percent of the retail price. So in the case of that €10 ebook sale, Amazon would get €4 or €5, while the publisher (and, from there, the author) would get less per sale.
Amazon  allemagne  Bonnier  remise  ebooks  dispute  Börsenverein 
june 2014 by sentinelle
Jaron Lanier - Der Pixibuchfriedenspreisträger
"Es ist eine erstaunliche und enttäuschende Wahl, die die Jury des Börsenvereins des deutschen Buchhandels getroffen hat, als sie Jaron Lanier zum Friedenspreisträger erkor." Es ist auch eine bezeichnende Wahl.
Digitalisierung  Buchhandel  Börsenverein 
june 2014 by Herbelizer
Warnmodelle, Urheberrechte und die Buchmesse
Es ist wieder Buchmesse in Frankfurt und die Urheberrechtslobby nutzt diesen Event selbstverständlich, um für eine schärfere Durchsetzung von Urheberrechten und damit einer Einschränkung von Grundrechten zu fordern. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011 warnt Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsenvereins, vor dem Internet und fordert “Regeln”:

“Ich bin überzeugt: Bei der kriminellen Energie einzelner Internetplattformen gibt es jedes Buch, das es legal gibt, irgendwann auch illegal. Deshalb muss es genügend Leser und Mediennutzer geben, die sich legal verhalten.”

Und ich bin überzeugt, dass Plattformen nicht kriminell handeln, sondern dies nur Personen können. Für genügend Leser und Mediennutzer braucht es auch erstmal gute Angebote, aber das kommt noch:

Dafür brauche man nicht nur hervorragende digitale Angebote von Verlagen – die es auch bereits gebe, sondern ebenfalls spürbare Sanktionen für rechtswidriges Handeln. Noch habe das Thema einen zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft.

Vielleicht kennt der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ja andere “hervorragende digitale Angebote” als ich. Was ich bisher von den Verlagen gesehen habe, entmündigt Nutzer und ist dafür auch noch vollkommen überteuert.

Wenn ich heute ein eBook kaufe, kann ich das Morgen vielleicht nicht mehr nutzen, die Kopierschutz-Standards wechseln ja oft und die nächste Generation hat dann einen neuen Kopierschutz. Ich kann eBooks in der Regel nicht auf allen meinen digitalen Geräten lesen, sondern nur auf manchen. Wenn sich die Buchbranche fragt, warum e-Books sich nach wie vor eher schlecht verkaufen, dann auch deshalb, weil die Nutzer oft nur mangelhafte, minderwertige Dateien bekommen. Weder kann man sich von den DRM-geschützten Büchern legale zukunftssichere Kopien machen, noch sollte man Unterhaltungsindustrie und Verlage für diese minderwertigen Produkte belohnen.

Und dann kaufen wir keine Bücher, sondern lediglich eine Nutzungslizenz. In einer langen AGB ist geregelt, was ich alles mit meinem eBook machen darf. Und das ist wenig: Verleihen und Verkaufen ist in der Regel verboten, lesen darf ich noch, solange der Verkäufer dies erlaubt. Diesem erlaube ich, bei mir zu Hause einzusteigen und meine Bücher wieder mitzunehmen. Dass das möglich ist, hat Platzhirsch Amazon ausgerechnet an Orwells „1984“ vorgeführt. Tausende Kunden hatten es bei Amazon erworben und wunderten sich dann, als das Buch verschwunden war. Schöne neue Welt.

Aber weiter zum Börsenverein. Der wünscht sich kein neues Urheberrecht, sondern “Regeln für die Freiheit im Netz”. Und meint damit ein Warnmodell, mit dem Providern in den Datenverkehr hineinschauen und bei Urheberrechtsverletzungen den Datenverkehr drosseln oder angebliche Verletzungen ganz ausfiltern sollen, die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung und einiges mehr.

Er betonte, 81 Prozent derjenigen, die selbst Medieninhalte illegal herunterladen, glaubten, dass die Versendung von Warnhinweisen dazu führen würde, dass illegales Filesharing eingestellt werde. Ein solcher Ansatz könne also so falsch nicht sein. “Deshalb fordern wir von der Politik, die Internet-Provider verpflichtend in solche Maßnahmen einzubeziehen. Ohne sie ist ein Warnhinweismodell nicht umsetzbar.”

Falsch ist der Ansatz, weil für ein Warnmodell Grundrechte eingeschränkt werden. Außerdem widerlegen die Rechteinhaber inklusive Börsenverein in ihrer aktuellen “Digitale Content-Nutzung”-Studie selbst ihre Behauptung, dass “Raubkopieren” Massenphänomen sei. Nach dieser Studie ist das Problem des illegalen Kopierens gar nicht so groß wie beschrieben. Nur fünf Prozent der Deutschen laden demnach überhaupt rechtlich umstrittene Werke im Netz herunter. Und für die Studienverfasser scheint jeder Download illegal zu sein, bei dem kein Geld bezahlt wird.

(Danke an Frederics)
Deutschland  Digital_Rights  Urheberrecht  Börsenverein  buchmesse  from google
october 2011 by schmitz
Warnmodelle, Urheberrechte und die Buchmesse
Es ist wieder Buchmesse in Frankfurt und die Urheberrechtslobby nutzt diesen Event selbstverständlich, um für eine schärfere Durchsetzung von Urheberrechten und damit einer Einschränkung von Grundrechten zu fordern. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011 warnt Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsenvereins, vor dem Internet und fordert “Regeln”:

“Ich bin überzeugt: Bei der kriminellen Energie einzelner Internetplattformen gibt es jedes Buch, das es legal gibt, irgendwann auch illegal. Deshalb muss es genügend Leser und Mediennutzer geben, die sich legal verhalten.”

Und ich bin überzeugt, dass Plattformen nicht kriminell handeln, sondern dies nur Personen können. Für genügend Leser und Mediennutzer braucht es auch erstmal gute Angebote, aber das kommt noch:

Dafür brauche man nicht nur hervorragende digitale Angebote von Verlagen – die es auch bereits gebe, sondern ebenfalls spürbare Sanktionen für rechtswidriges Handeln. Noch habe das Thema einen zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft.

Vielleicht kennt der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ja andere “hervorragende digitale Angebote” als ich. Was ich bisher von den Verlagen gesehen habe, entmündigt Nutzer und ist dafür auch noch vollkommen überteuert.

Wenn ich heute ein eBook kaufe, kann ich das Morgen vielleicht nicht mehr nutzen, die Kopierschutz-Standards wechseln ja oft und die nächste Generation hat dann einen neuen Kopierschutz. Ich kann eBooks in der Regel nicht auf allen meinen digitalen Geräten lesen, sondern nur auf manchen. Wenn sich die Buchbranche fragt, warum e-Books sich nach wie vor eher schlecht verkaufen, dann auch deshalb, weil die Nutzer oft nur mangelhafte, minderwertige Dateien bekommen. Weder kann man sich von den DRM-geschützten Büchern legale zukunftssichere Kopien machen, noch sollte man Unterhaltungsindustrie und Verlage für diese minderwertigen Produkte belohnen.

Und dann kaufen wir keine Bücher, sondern lediglich eine Nutzungslizenz. In einer langen AGB ist geregelt, was ich alles mit meinem eBook machen darf. Und das ist wenig: Verleihen und Verkaufen ist in der Regel verboten, lesen darf ich noch, solange der Verkäufer dies erlaubt. Diesem erlaube ich, bei mir zu Hause einzusteigen und meine Bücher wieder mitzunehmen. Dass das möglich ist, hat Platzhirsch Amazon ausgerechnet an Orwells „1984“ vorgeführt. Tausende Kunden hatten es bei Amazon erworben und wunderten sich dann, als das Buch verschwunden war. Schöne neue Welt.

Aber weiter zum Börsenverein. Der wünscht sich kein neues Urheberrecht, sondern “Regeln für die Freiheit im Netz”. Und meint damit ein Warnmodell, mit dem Providern in den Datenverkehr hineinschauen und bei Urheberrechtsverletzungen den Datenverkehr drosseln oder angebliche Verletzungen ganz ausfiltern sollen, die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung und einiges mehr.

Er betonte, 81 Prozent derjenigen, die selbst Medieninhalte illegal herunterladen, glaubten, dass die Versendung von Warnhinweisen dazu führen würde, dass illegales Filesharing eingestellt werde. Ein solcher Ansatz könne also so falsch nicht sein. “Deshalb fordern wir von der Politik, die Internet-Provider verpflichtend in solche Maßnahmen einzubeziehen. Ohne sie ist ein Warnhinweismodell nicht umsetzbar.”

Falsch ist der Ansatz, weil für ein Warnmodell Grundrechte eingeschränkt werden. Außerdem widerlegen die Rechteinhaber inklusive Börsenverein in ihrer aktuellen “Digitale Content-Nutzung”-Studie selbst ihre Behauptung, dass “Raubkopieren” Massenphänomen sei. Nach dieser Studie ist das Problem des illegalen Kopierens gar nicht so groß wie beschrieben. Nur fünf Prozent der Deutschen laden demnach überhaupt rechtlich umstrittene Werke im Netz herunter. Und für die Studienverfasser scheint jeder Download illegal zu sein, bei dem kein Geld bezahlt wird.

(Danke an Frederics)
Deutschland  Digital_Rights  Urheberrecht  Börsenverein  buchmesse  from google
october 2011 by matthiasfromm
A Brief Lesson in German Publishing Psychology | Publishing Perspectives
If there’s one word to describe an American attitude toward industry change, it’s “inevitable.” Books will go digital; what physical books are left will be sold online; piracy will rise; review venues and bookstores will disappear; anything Amazon doesn’t control, Apple will. If it hasn’t happened in Germany yet, it will. It’s inevitable.

Though change has and will come to the German market, a closer look at German book culture reveals why that change is more gradual and manageable than in the States. How a change occurs effects its results, so although Germany may be experiencing its digitization crises after America, it’s a mistake to view Germany’s digitization as an Americanization. Yes, the same big American players are here. No, that doesn’t mean German publishers or readers will build them into their environment in the same way.
Allemagne  numérique  changement  attitude  Börsenverein  Libreka  Amazon  USA 
may 2011 by sentinelle
Studierende sollten ihre Smart Phones mit in die Bibliotheken nehmen – ein Nachtrag zum § 52b-Urteil des Landgerichts Frankfurt vom 16.3.2011
Zusammenfassung: Die Absurdität und Satireverdächtigkeit von § 52b UrhG ist hinlänglich bekannt: Nur an Leseplätzen in der Bibliothek dürfen Nutzer Werke, die durch die Bibliothek rechtens digitalisiert wurden, sich anschauen und sich Notizen machen. Speichern und Ausdrucken dürften sie zwar, aber die Bibliotheken sind nach Ansicht der Gerichte gehalten, das zu verhindern. Das ist jetzt jüngst bestätigt worden, auch wenn erwartet werden kann, dass sich noch einmal der Bundesgerichtshof damit beschäftigen wird. Einmal mehr ist der Gesetzgeber aufgefordert, hier und an vielen anderen Stellen des Urheberrechts Klarheit und nutzerfreundlichere Bedingungen zu schaffen, auch im Rahmen des anstehenden Dritten Korbs. Bis dahin sollten die Nutzer Zivilcourage zeigen und über ihre technische Kompetenz die ihnen an sich zustehenden Rechte wahrnehmen.

Bildschirme auf Kopierer?

Rechtlich umstritten dürfte es sein, den Bildschirm eines Rechners an einem Leseplatz in einer Bibliothek auf einen Kopierer zu legen, um einen Screen shot zu erzeugen und die Kopien dann mitzunehmen. Man könnte ja der Bibliothek vorwerfen, dass sie dies dadurch möglich gemacht habe, weil sie den Kopierer zu nahe an den Bibliotheksrechner positioniert habe. Dies aber kann nicht erlaubt sein. So ist es aus den Urteilen des Landgerichts (2009 und jetzt im März 2011) und des Oberlandesgerichts Frankfurt 2009 im Streit zwischen der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt und dem Ulmer Verlag über die Reichweite von § 52b des Urheberrechtsgesetzes zu schließen. Dort heißt es in der Begründung des OLG 2009: „Der Beklagten [d.i. die Bibliothek] ist es untersagt, die Leseplätze so einzurichten, dass deren Nutzer die Möglichkeit zu einer Vervielfältigung haben, auch wenn für den Nutzer die Vervielfältigung im Einzelfall nach § 53 UrhG legal wäre“. Also bitte keine Kopierer in die Nähe der Rechner!

Jein im Urheberrecht

Aber zur Sache selber: Recht im Urheberrecht ist so gut wie immer nicht eindeutig. Viele der Fragen, ob etwas erlaubt ist, müssen mit Jein beantwortet werden -  diesen Schluss hat einmal Thomas Hoeren, Urheberrechtlicher an der Universität Münster, gezogen. Nach § 53 UrhG haben private, aber eben auch wissenschaftliche NutzerInnen das (jeweils leicht in den Absätzen 1 und 2 unterschiedlich geregelte) Recht,  einzelne Vervielfältigungen eines Werkes oder Teile davon für den eigenen Gebrauch anzufertigen. Natürlich darf die Vorlage nicht rechtswidrig erstellt sein und die Vervielfältigung darf auch keinerlei Erwerbszwecken dienen.

Dieses Recht auf Privatkopie nach § 53 haben bislang die Gerichte auf den unterschiedlichen Ebenen nicht in Frage gestellt.  Also Ja auf die Frage, ob NutzerInnen Teile vervielfältigen dürfen. Aber so einfach ist nicht.  Die erste Landesgerichtsentscheidung vom 13.5.2009 hatte auf Antrag einer einstweiligen Verfügung § 52b UrhG dahingehend interpretiert, dass digitale Vervielfältigungen aus den Leseplätzen nicht erlaubt seien, dass aber auszugsweise ein Ausdruck dieser Werke erlaubt sei und dass diese Ausdrucke dann auch mitgenommen werden dürften.

Gänzlich Nein sagt dann aber in der Berufung das Oberlandesgericht Ende 2009, was jetzt im März 2011 das gleiche Landesgericht in Frankfurt im Hauptsacheverfahren bestätigt hat. Nein –  aber nicht weil NutzerInnen nicht eine Kopie erstellen dürfen, sondern – in einer fast schon transzendentalen Kantischen Begründung – weil es Bibliotheken nach dem anderen Paragraphen, eben 52b, verboten sein soll, die Bedingungen der Möglichkeit für eine solche Vervielfältigung bereitzustellen.

Dieses JEIN findet sich an vielen Stellen des Urheberrechts, bei denen eine an sich sinnvolle Schrankenregelung durch immer mehr kleinteilige Einschränkungen so unbrauchbar wird, dass ein Recht (und eine Schrankenregelung ist ein Recht) kaum noch wahrgenommen wird (vgl. neben 52b vor allem die §§ 52a oder 53a, aber auch 95b).

Selbst Ausdrucken nicht erlaubt bzw. nicht zu ermöglichen

Vor allem ist kaum nachvollziehbar, warum nicht einmal das Ausdrucken gestattet sein soll. M.E. wurde hier ein entscheidender Punkt übersehen bzw. nicht berücksichtigt: In § 52b ist 2007 ganz zum Schluss der Beratungen des Zweiten Korbs im Bundestags in die ursprüngliche Version der Bundesregierung von 2006 noch ein Satz eingefügt worden – auf intensives Drängen des Börsenvereins: „Es dürfen grundsätzlich nicht mehr Exemplare eines Werkes an den eingerichteten elektronischen Leseplätzen gleich­zeitig zugänglich gemacht werden, als der Bestand der Einrichtung um­fasst.“

Satire

Das ist sicherlich höchst satireverdächtig. Man stelle sich vor, dass 30 Studierende aus einem Kurs einen Artikel aus einem Buch einsehen möchten, von dem die Universitätsbibliothek nur ein Exemplar gekauft hat. Kein Problem sollte man meinen. Digitalisieren darf ja die Bibliothek und die digitale Version auch in ihren Räumen zugänglich machen. Von wegen, die Gerichte orientieren sich offenbar weiter an dem analogen Begriff einer Kopie, und deshalb soll sich nur einer nach dem anderen  das anschauen dürfen, wenn auch in dem „Leseraum“ vielleicht 30 „Leseplätze“ stehen sollten!  So ist nun mal jetzt das Gesetz. Aber muss dem auch ein Ausdruckverbot folgen?

Warum aber sollte nicht jeder einzelne Studierende an der elektronischen Version das gleiche Recht haben, wie er es auch an der gedruckten Version hat? Auch hier kann und darf jeder Studierende nur dann aus dem einen Artikel die eine Kopie anfertigen, wenn er das Buch gerade hat. Die anderen müssen warten, bis das Buch wieder ins Regal gestellt wird. Ist es nicht weltfremd, wenn Gerichte solche Behinderungen für rechtens halten? Ist es nicht unredlich, wenn die Verlagswirtschaft diese Einschränkung damals im Zweiten Korb durchgedrückt hat und nun auch noch den singulären Ausdruck einer Kopie von einer rechtmäßig erstellten digitalen Version als „exzessive Nutzung“ (Matthias Ulmer 2009) untersagt haben will? Aber mit Moral zu argumentieren, ist wohl fehl am Platz. Das Landgericht hatte das Mitte 2009 in seiner allerdings nur vorläufigen Entscheidung realistischer und richtiger gesehen als nun dasselbe Landgericht 2011 nach der Vorgabe des Oberlandesgerichts von Ende 2009.

[Ergänzung nach Vorlage der ausführlichen Begründung des Urteils des Landgerichts von März 2011 (Text leider noch nicht frei zugänglich):

Das Landgericht betont in der Begründung, dass der Gesetzgeber durch § 52b eine Nutzung ermöglichen wollte, "die der analogen Nutzung vergleichbar ist". Die Kammer sieht aber im elektronischen Ausdruck  (!auf Knopfdruck") einen "im Vergleich zur herkömmlichen Vervielfältigung erheblichen qualitativen Unterschied". Das würde aber über das "Ziel des Gesetzgebers hinausgehen". Wo aber ist der qualitative Unterschied zwischen einem Ausdruck und einer am Kopierer erstellten Vervielfältigung? Oder operiert das Gericht dialektisch mit einem Umschlagen von Quantität in Qualität? Tatsächlich benötigt man wohl mehr Zeit für das Kopieren als für das Ausdrucken? Aber ist das ein zeitgemäßes Argument? Die Kosten für den  erzwungenen quantitativen Zeitaufwand für das Kopieren stellt niemand in Rechnung. Die Begründung für das Speichern auf den USB-Stick mag immanent durch die Begründung überzeugen; das Druckverbot jedoch keineswegs.

Ende der Ergänzung]

Abzuwarten wird sein, wie das alles später der Bundesgerichtshof (BGH) einschätzen wird. Es ist zu erwarten, dass beide Parteien Berufung einlegen werden, um die Sache grundsätzlich klären zu lassen (vgl. buchreport 16032011).

Ein weiteres Jein

Warum wird der Kläger vermutlich weiter klagen? Erklärt doch der Verleger und Kläger Ulmer nach der Entscheidung des OLG von 2009 (vgl. buchreport 12/2009): „Das Gericht hat klargestellt, dass die Beschränkung von Urheberrechten nicht zu exzessiven Nutzungen führen darf.“

Aber Ulmer hat jetzt in der Klage nicht Recht bekommen, als er meinte, dass schon ein Verlagsangebot für einen Vertrag zwischen Bibliothek und Verlag die Schranke in § 52b ganz aussetzen würde. Ein Angebot hatte der Ulmer-Verlag gemacht. Die Bibliothek dieses jedoch nicht angenommen. Mit bemerkenswerter auch linguistischer Akribie (durch Textvergleich der englischen, deutschen und französischen Versionen der entsprechenden Passage in der hier maßgeblichen EU-Richtlinie von 2001) kommen die Richter zu dem Schluss, dass nur ein abgeschlossener Vertrag Ansprüche des Verlags rechtskräftig und zur Aussetzung von § 52b führen könne. In diesem Zusammenhang stellen die Gerichte auch nicht in Frage, dass Bibliotheken grundsätzlich Werke aus ihren Beständen digitalisieren und zur Nutzung bereitstellen dürfen, solange keine anderslautenden Verträge abgeschlossen worden sind. Auch dieses Recht ist ja durchaus von Seiten der Verlagsseite zuweilen bezweifelt worden.

Also auch hier ein Jein auf die Frage, ob die Verlage, sprich hier Ulmer, mit ihrer Klage bislang  recht bekommen haben: Erfolgreich waren sie hinsichtlich der Leseplätze und der Nachnutzung, aber nicht bezüglich eines angestrebten Digitalisierungsverbots und des Verbots der Anzeige in den Bibliotheken und auch nicht bezüglich der Verbindlichkeit eines Vertragsangebots.

Noch eine Satire

Man weiß nicht, ob man weinen oder lachen soll. Da müssen sich hoch bezahlte Juristen monate-, ja jahrelang um die Interpretation eines Paragraphen im Urheberrecht bemühen, der gänzlich unsinnig und bestenfalls nur hohen Satiregehalt hat. Und das alles nur, weil der Gesetzgeber bei der zweiten Urheberrechtsreform (im Zweiten Korb), gültig ab 1.1.2008,  einen Paragraphen, 52b,  verabschiedet hat, der an dem, was Nutzer in elektronischen Umgebungen zu Recht erwarten können, so ziemlich gänzlich vorbeigeht.

Ich habe in vielen Vorträgen schon viele Menschen, Urheberrechtslaien,  mit diesem § 52b „Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen in öffentlichen Bibliotheken, Museen und Archiven“ … [more]
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march 2011 by svensonsan
Die Buchbranche sagt sich offiziell los vom Buch
Wenn der Buchbranchen-Verband sein Logo extra ändert, damit es nicht mehr direkt als Buch erkannt wird, ist das wohl mehr als symbolisch. Jetzt geht es also aufwärts, wie uns das neue Logo zeigt:

Mehr Infos dazu:

► Börsenverein stellt neues Logo vor – Der Pfeil aus Frankfurt

Hintergrund des neuen Auftritts sind die Veränderungen in der Branche (s. „Polierte Verbandsmarke“ ): Der Börsenverein möchte moderner und nicht mehr mit dem Buch als Medienformat im engeren Sinne nach außen auftreten, sondern mit dem „ Prinzip Buch“ , das in unterschiedlichen Erscheinungsformen (als Print-Bücher, E-Books, Hörbücher oder für Mobilfunkgeräte ) daher kommt. Weil das „ Prinzip Buch“ nicht anschaulich in einem konkreten Bild zu visualisieren ist, wurde ein abstrakteres Symbol gesucht, das für alle Erscheinungsformen stehen kann.

Ergänzung: Ein Versuch, “das Prinzip Buch” zu verstehen

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march 2011 by Floyboy
Börsenverein pocht auf Buchpreisbindung für Apples iBooks-Store
carta.info: Die deutschsprachigen Bücher in Apples iBook-Store müssen genauso viel kosten, wie in allen anderen Online-Shops auch, fordert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Apple  iPad  Börsenverein  Buchhandel  E-Books  Buchpreisbindung 
may 2010 by Telemedicus
E-Books: Sortimenterausschuss des Börsenvereins spricht sich gegen DRM aus
buchreport.de: Buchhändler fordern barrierefreien E-Book-Einkauf - "Am besten gar kein DRM"
Börsenverein  E-Books  DRM  Urheberrecht 
april 2010 by Telemedicus
Börsenverein: Mit einem Browsergame fürs Urheberrecht kämpfen
irights.info: Mit einem Browsergame für Kinder kämpft der Lobbyverband jetzt um die Seelen des Nachwuchses. Wir sind uns sicher: World of Warcraft war gestern. Das nächste große Ding heißt „Cat Protect“.
Börsenverein  urheberrecht  Medienkompetenz  computerspiele 
april 2010 by Telemedicus
Verlage reichen Einwände gegen Google Book Settlement bei US-Gericht ein
heise.de: Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat gestern einen Schriftsatz mit Einwänden gegen das Google Book Settlement bei Gericht eingereicht.
Google  Book_Search  Börsenverein  Buchhandel  Urheberrecht  Google_Book_Settlement 
september 2009 by Telemedicus
Kulturflatrate: Das Streitgespräch des Börsenvereins
faz.net: Zum Streitgespräch zu Urheberrecht und Kulturflatrate hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Berlin geladen
Börsenverein  Buchhandel  kulturflatrate  Urheberrecht 
august 2009 by Telemedicus
Urheberrechtsverletzungen: Buchbranche geht auf Piratenjagd
ftd.de: Nicht nur Musik, auch Bücher werden raubkopiert. Umsatzbringer wie "Harry Potter" werden millionenfach illegal aus dem Netz geladen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels will sich das nicht länger gefallen lassen.
Urheberrecht  Urheberrechtsverletzungen  E-Books  Internet  Börsenverein 
july 2009 by Telemedicus

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